Norbert Bolz: „Sie sehen sich in einem kulturellen Bürgerkrieg“

Der Kommunikationstheoretiker Norbert Bolz über die Angriffe auf TE, Endkampf-Journalismus – und die Hoffnung auf intelligente Linke.

TE: Professor Bolz, wie haben Sie die Angriffe auf „Tichys Einblick“ und seinen Herausgeber wegen eines satirisch gemeinten Satzes über eine SPD-Politikerin wahrgenommen?

Norbert Bolz: Soviel ich weiß, stammt der Text, um den es geht, nicht von Roland Tichy selbst. Wenn es sich wirklich um einen eklatanten Fehler handelt – was bei diesem satirischen Text eher nicht zutrifft – kann man es so skandalisieren, indem man den Herausgeber eines Magazins persönlich dafür haftbar macht. Aber in diesem Fall sieht wohl jeder denkende Mensch den Versuch, die Bemerkung über eine Politikerin als Vorwand zu benutzen, um ein Medium in die Knie zu zwingen, das regierungskritisch ist und offenbar ein weites Publikum findet.

Hat es Sie erstaunt, dass dieser eigentlich kleine Anlass zu diesem Mediensturm führt?

Die Reaktion hat Symbolcharakter. Sie wird von vielen – von mir übrigens auch – als Versuch wahrgenommen, jemand, den man ohnehin ablehnt, einen Denkzettel zu verpassen.

Ob nun gelungen oder missglückt – wenn es um Satire geht, bricht in…..

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