Steigen die “Infektionszahlen” tatsächlich wieder an? Interview mit Prof. Dr. Dr. Harald Walach

Die Bundesregierung macht sich über die “Entwicklung der Infektionszahlen” große Sorgen. Seit Juni sei etwa eine Verdreifachung der Fallzahlen in Deutschland festzustellen, merkte Regierungssprecher Steffen Seibert jüngst in einer Pressekonferenz an. Wohin das führen würde, sehe man “leider bei einigen unserer europäischen Freunde”. Aus dem Bundeskanzleramt hieß es, wenn die Ansteckungszahlen sich wöchentlich so weiterentwickeln würden wie bisher, sei zu Weihnachten mit 19.200 “Neuinfektionen” an nur einem Tag zu rechnen. Doch ist das wirklich so? Prof. Dr. Dr. Harald Walach von der Universität Witten/Herdecke macht sich eher über die “Inkompetenz” Sorgen, mit der sowohl die Regierung als auch Medien die Entwicklung dieser Zahlen handhaben. Er kritisiert, dass immer nur auf die absoluten Fallzahlen geschaut werde. Setzt man diese jedoch ins Verhältnis zur immer höher steigenden Anzahl der Testungen, so ergibt sich ein ganz leichter Anstieg, der jedoch immer noch unterhalb der Erkennungsschwelle des Tests bewegt. Prof. Walach: “Eigentlich bewegen wir uns in der gesamten Republik seit Mai im statistischen Rauschen”.

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