Peking hat einen “Nasenspray-Impfstoff” für klinische Studien zugelassen

Wissenschaftler aus China arbeiten an einem Impfstoffkandidaten für das Coronavirus, der den Impfstoff per Nasenspray verabreichen soll. Der Impfstoffkandidat der von Peking grünes Licht für Phase-I-Tests am Menschen erhalten hat, wurde von Forschern der Universität Xiamen und der Universität Hongkong zusammen mit dem Hersteller Beijing Wantai Biological Pharmacy entwickelt.

Die Verabreichung des neuen Impfstoffkandidaten mag neuartig erscheinen, aber die Regierung hat bereits einen intranasalen Sprühimpfstoff gegen die Grippe zugelassen. Der nasale Sprühimpfstoff, der auch als attenuierter Lebendimpfstoff gegen Grippe oder LAIV bekannt ist, wurde für die Anwendung bei Kindern sowie bei Erwachsenen zugelassen, die auf die häufigeren Nadelinjektionen verzichten möchten.

Gegenwärtig versuchen Wissenschaftler auf der ganzen Welt, Nasensprays als Alternative zu Impfstoffinjektionen zu entwickeln.

Der Nasenspray zur Eindämmung des Coronavirus

Der neue intranasale Impfstoff ist der zehnte Impfstoffkandidat aus China, der in die klinische Erprobung geht. Das Land will in der Impfstoffentwicklung vorankommen, insbesondere da AstraZeneca seine Versuche letzte Woche kurz unterbrechen musste, nachdem eine Frau in Grossbritannien Symptome einer Wirbelsäulenentzündung zeigte. Diese klinischen Studien durften seither fortgesetzt werden, nachdem die britische Gesundheitsbehörde Medicines Health Regulatory Authority ihre Genehmigung erteilt hatte.

Das Spray – der die geschwächte Form des Virus und genetisches Material aus dem Spike-Protein des Coronavirus enthält – wird über den Nasentrakt verabreicht. Der Verabreichungsweg ähnelt der Art und Weise, wie SARS-CoV-2 – das für COVID-19 verantwortliche Virus – den Körper infiziert und wie das Virus die Immunantwort des Körpers gegen den Erreger stimuliert, so die Science and Technology Daily, eine Zeitung, die dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie angegliedert ist.

Die Wissenschaftler hoffen, dass die Verabreichung des Impfstoffs durch die Nase die Chancen erhöht, das tödliche Virus im Atemweg zu stoppen. Es sei darauf hingewiesen, dass ein Nadeleinstich eine systemische Reaktion hervorrufen kann, bei der Antikörper durch das Blut zu allen Teilen des Körpers zirkulieren. Im Falle eines Atemwegsvirus wie SARS-CoV-2 kann sich die Infektion bereits vor dem Einsetzen der systemischen Immunität bemerkbar machen.

Die Tageszeitung Science and Technology Daily berichtete auch, dass präklinische Studien in vivo gezeigt haben, dass der nasale Impfstoff die Lungenschäden bei denjenigen, die mit COVID-19 infiziert werden, deutlich verringern kann.

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