Der Brand von Moria – Die Kalkulation mit dem Elend

Als Akt der Humanität lässt sich die Politik in Deutschland angesichts der Aufnahme von etwas über 1500 Flüchtlingen aus Griechenland feiern. Journalisten versteigen sich sogar, dies als Ergebnis des Drucks der Zivilbevölkerung zu feiern (Constanze von Bullion: Moral verbindet, SZ 15.9.2020).

Der Brand des Flüchtlingslagers auf Lesbos hat das Elend der Flüchtlinge in den Lagern auf den griechischen Inseln mal wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt und es ist gleichzeitig von einer Schande für die europäische Flüchtlingspolitik die Rede. Ganz so, als ob diese Zustände nicht zu dieser Politik dazu gehören würde. Bekannt waren die Zustände schon lange, aber ein Anlass für eine Veränderung der Situation war dies nicht und wurde auch allenfalls von Flüchtlingsvertretern oder Menschenrechtsgruppen angemahnt. Diese fanden jedoch kaum Gehör. Thema waren die Lager allenfalls, wenn wieder einmal ein Politiker wie Robert Habeck oder Armin Laschet sich vor der Kulisse der Lager fotografieren lassen wollten, um ihre humanitäre Weltsicht zu Weihnachten oder seine europapolitische Kompetenz vor Wahlen zu dokumentieren.

Dass die Aufnahme von Flüchtlingen, die bereits als Asylberechtigte….

Kommentare sind geschlossen.