Die militärisch-geopolitische Dimension eines EU-Eisenbahnprojektes

Lithuania hopes for ''military mobility'' investment into Rail Baltica, roadsEines der aktuell prominentesten – und kostspieligsten – Infrastrukturprojekte der Europäischen Union ist die „Rail Baltica“. Dahinter verbirgt sich der Plan, eine Schnellbahntrasse von Tallinn über die baltischen Staaten bis nach Polen zu legen und damit auch an das restliche westeuropäische und nicht zuletzt deutsche Netz anzubinden. Nachdem die ersten Pläne viele Jahre zurückreichen, ist es auffällig, dass gerade in jüngster Zeit wieder Schwung in das Projekt kam: „Die Rail Baltica galt als vorrangiges Bahnprojekt der EU. Doch jahrelang passierte nichts. Nun wird Megaprojekt in Angriff genommen“, schrieb etwa die taz im März 2020.[1]

Weder dieser noch die meisten anderen Berichte über das Projekt erwähnen allerdings, weshalb es in jüngster Zeit mit der Rail Baltica wieder recht flott vorangeht: Weil es ein wichtiges Puzzlestück für die „Militärische Mobilität“ zur schnellen Verlegung von Truppen und Material an die russische Grenze darstellt, ein Pfund, mit dem die Anrainer inzwischen auch offen um Gelder werben.

EU-Mammutprojekt

Mit der Rail Baltica soll eine 870 Kilometer lange Schnellbahntrasse entstehen….

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