Tausende von Afrikanern sterben in den grausamen saudischen Gefangenenlagern

https://i2.wp.com/fort-russ.com/wp-content/uploads/2020/08/Africans-in-Saudi-Arabia-357x210.jpg?resize=357%2C210&ssl=1Einem Bericht zufolge sind Tausende Afrikaner seit Monaten in entsetzlichen Haftanstalten in Saudi-Arabien gefangen, was viele in den Selbstmord getrieben hat, während andere an einem Hitzschlag gestorben sind. Der Sunday Telegraph veröffentlichte Handybilder von abgemagerten afrikanischen Männern, die in engen Reihen auf dem Boden in einem kahlen Raum mit vergitterten Fenstern liegen.

Auf einem Bild war ein Mann zu sehen, der sich an einem Fenstergitter erhängte, während auf einem anderen Bild in der Mitte des Raumes eine scheinbar in eine Decke gewickelte Leiche zu sehen war – ein Mann, von dem die Migranten sagen, er sei an einem Hitzschlag gestorben.

“Ein Junge, etwa 16 Jahre alt, hat es letzten Monat geschafft, sich zu erhängen. Die Wachen werfen die Leichen einfach hinten raus, als ob es Müll wäre”, wurde ein Migrant von der Zeitung mit den Worten zitiert.

“Viele Insassen sind selbstmordgefährdet oder leiden an psychischen Krankheiten, weil sie teilweise seit fünf Monate so leben müssen”, erklärte ein anderer und fügte hinzu: “Die Wachen verspotten uns, sie sagen ‘Ihrer Regierung ist das egal, was sollen wir mit Ihnen machen?

Die meisten der unglücklichen Männer sind Äthiopier, die nach Saudi-Arabien kamen, um der Armut in der Heimat zu entkommen, einige mit Hilfe von saudischen Bewerbungs-Agenten oder Menschenhändlern. Andere Gefangenenlager sollen Frauen beherbergen.

Als die Coronavirus-Pandemie ausbrach, deportierte die saudische Regierung fast 3.000 Äthiopier zurück in ihr Heimatland, da sie aufgrund ihrer beengten Wohnverhältnisse befürchteten, sie könnten als Überträger des Virus fungieren. Weitere 200.000 sollten folgen, von denen einige in den von Krankheiten verseuchten Haftanstalten landeten, berichtete die Tageszeitung.

“Wir sind hier dem Tod überlassen worden”, erzählt ein Migrant, der seit März keinen Fuß aus dem Arrestraum gesetzt hat.

“Wir essen ein winziges Stück Brot am Tag und Reis am Abend. Es gibt fast kein Wasser, und die Toiletten sind überfüllt. Es läuft über bis dahin, wo wir essen. An den Geruch haben wir uns gewöhnt. Aber wir sind über hundert Personen in einem Raum, und die Hitze bringt uns um”, wurde ein junger Äthiopier zitiert.

Andere Migranten erzählten, dass sie täglich mit Peitschen und elektrischen Kabeln geschlagen werden.

Der Telegraph zitierte Adam Coogle, den stellvertretenden Direktor von Human Rights Watch im Nahen Osten, mit dieser Aussage,

“Fotos aus Haftanstalten im südlichen Saudi-Arabien zeigen, dass die dortigen Behörden die Migranten am Horn von Afrika ohne Rücksicht auf ihre Sicherheit und Würde miserablen, überfüllten und entmenschlichenden Bedingungen aussetzen.

“Die schmutzigen Haftanstalten im Süden Saudi-Arabiens entsprechen bei weitem nicht internationalen Standards. Für ein wohlhabendes Land wie Saudi-Arabien gibt es keine Entschuldigung dafür, Migranten unter solch erbärmlichen Bedingungen festzuhalten”, fügte er hinzu.

Das ölreiche wahhabitische Königreich ist auf Wanderarbeitskräfte aus Asien und Afrika, vor allem vom Horn von Afrika, angewiesen, die im Baugewerbe arbeiten und handwerkliche Tätigkeiten im Haushalt übernehmen, meist sind es sehr schlecht bezahlte Jobs. Laut The Telegraph machten im Juni 2019 etwa 6,6 Millionen ausländische Arbeitskräfte 20% der Bevölkerung Saudi-Arabiens aus.

Investigation: African migrants ‘left to die’ in Saudi Arabia’s hellish Covid detention centres 

REPORT: Thousands of Africans Dying in Horrifying Saudi Detention Camps

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