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Fritzsches Fall

Ein erfahrener Arzt testet in einer Asylunterkunft eine Risiko­patientin positiv auf das Coronavirus. Er will alles richtig machen, um einen Infektions­herd zu verhindern. Doch er läuft auf. Jetzt soll ihm die Praxisbewilligung entzogen werden.

«Die wollen mich fertigmachen», sagt Markus Fritzsche, nachdem er den weissen Kittel ausgezogen und die Praxis mit schweren Schritten verlassen hat. Wir stehen in der benachbarten Garten­beiz, Fritzsche schüttelt ungläubig den Kopf. Dann zieht er den Stuhl nach hinten, setzt sich, streicht sein dunkles Hawaii­hemd glatt und bestellt das Hohrücken­steak mit Pommes frites. Als die Kellnerin eine halbe Stunde später auf den halb vollen Teller schaut, zieht er die Schultern hoch. «Der Stress», sagt er. «Der Stress schlägt mir auf den Appetit.»

Markus Fritzsche, 61, seit fast drei Jahr­zehnten Hausarzt in der Zürcher Agglo­gemeinde Adliswil, hat hektische Wochen hinter sich. Wegen der Pandemie natürlich. Aber vor allem, weil er sich just in dem Moment mit den…..

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