Der Dollar-Crash steht bevor

Die Welt hat ernste Zweifel an der einst weithin akzeptierten Annahme des amerikanischen Exzeptionalismus.

Die Ära des “exorbitanten Privilegs” des US-Dollars als primäre Reservewährung der Welt neigt sich dem Ende zu. In den 1960er Jahren prägte der französische Finanzminister Valery Giscard d’Estaing diesen Ausdruck weitgehend aus Frustration und beklagte sich über die Vereinigten Staaten, die frei auf den Rest der Welt zurückgriffen, um ihren überzogenen Lebensstandard zu stützen.

Fast 60 Jahre lang beklagte sich die Welt, tat aber nichts dagegen. Diese Zeiten sind vorbei.

Bereits durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie unter Druck gesetzt, wird der Lebensstandard in den USA so stark sinken wie nie zuvor. Gleichzeitig hegt die Welt ernsthafte Zweifel an der einst weithin akzeptierten Annahme eines amerikanischen Exzeptionalismus.

Die Währungen stellen das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Kräften her – den inländischen wirtschaftlichen Grundlagen und der ausländischen Wahrnehmung der Stärke oder Schwäche einer Nation.

Das Gleichgewicht verschiebt sich, und ein Absturz des Dollars könnte sich durchaus anbahnen …

Wie der Covid-19 und die rassischen Unruhen wird der Fall des allmächtigen Dollars die globale Wirtschaftsführung einer rettenden, kurzen US-Wirtschaft in ein sehr hartes Licht rücken. Exorbitante Privilegien müssen verdient und nicht als selbstverständlich hingenommen werden.

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Der Autor ist Wirtschaftswissenschaftler, Senior Fellow am Jackson Institute for Global Affairs der Universität Yale und Senior Dozent an der Yale School of Management. Er war früher Vorsitzender von Morgan Stanley Asia und Chefökonom bei Morgan Stanley, der New Yorker Investmentbank.

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