Mit Tränengas besprüht, verhaftet, verprügelt: Wie steht es um die Pressefreiheit in den USA?

View image on TwitterWährend sich die Proteste in den USA ausbreiten, werden Journalisten von Polizeikräften angegriffen und sogar schwer verletzt.

Der Fotojournalist Ed Ou, der am Samstag mitten in einem Gedränge bei Protesten in Minneapolis gefangen war, konnte spüren, dass seine Hände und sein Gesicht nass waren. Lange Zeit wusste er nicht, ob es Tränengas, Pfefferspray oder Blut war – am Ende stellte sich heraus, dass es sich um eine Kombination aus allen dreien handelte. So ein Bericht im theguardian.com

«Sie fingen an, Granaten mit einem leichtem geräusch in unsere Richtung zu werfen, wo sich die Journalisten befanden», sagte Ed Ou.

Unmittelbar danach griffen die Sicherheitskräfte nach Angaben des Korrespondenten an und schlugen alle mit Schlagstöcken auch auf Medienmitarbeitern ein. Ou selbst wurde ins Gesicht getroffen. Andere Journalisten, die Opfer von Willkür der Polizei wurden, bestätigten den Vorfall. Carolyn Cole von der Los Angeles Times erlitt eine Augenverletzung, und Molly Hennessey Fiske wurde mehrmals mit Gummigeschossen ins Bein geschossen.

Ed Ou überraschte was in den Vereinigten Staaten geschah. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Berichterstattung über Unruhen. Er arbeitetem während des Putsches in der Ukraine. Ou befolgte die Regeln und behinderte die Polizei nicht.

«Die Polizei hat mich nie angeschossen. Wenn ich über Proteste im Ausland und in Kriegsgebieten in Afghanistan und im Irak berichtet habe» wurde ich nie angeschossen, kommentierte Molly Hennessy-Fiske die Situation.

Die Fotojournalistin Barbara Davidson stellt fest, dass die Polizeiaktionen durch die Tatsache gerechtfertigt sind, da US-Präsident Donald Trump die Medien zu «Staatsfeinden» erklärt hat.

«Die Aufgabe der Polizei ist es, den Staat zu schützen, richtig? Wenn sie uns als Feind betrachten, werden sie uns daher so behandeln, wie sie es wollen», erklärt sie. «Ich denke, die Polizei glaubt, dass Journalisten ihre Wurzeln angreifen. Sie erhalten nach dem Floyd-Vorfall viele negative Berichte von der Presse. Deshalb denke ich, dass sie sich an uns rächen.»

Teargassed, beaten up, arrested: what freedom of the press looks like in the US right now

Kommentare sind geschlossen.