Kapitalismus vs. Wissenschaft: Die Lehren aus dem 36-stündigen Moderna-Impfwahnsinn

Als das US-amerikanische Biotech-Unternehmen Moderna am Montag positive Ergebnisse von einem ersten am Menschen durchgeführten Covid-19-Impftest verkündete, brach eine hysterische Medieneuphorie aus.

Die erste News in den Abendnachrichten war überall die „revolutionäre“ Behandlung des Coronavirus mit dem Moderna-Impfstoff, der als „Durchbruch“ dargestellt wurde. Laut NBC News habe das Forschungsergebnis „eine Welle des Optimismus erzeugt“. Von Fox News über CNN bis hin zu PBS – auf allen Kanälen lief dasselbe Lied.

Das angebliche Wunder brachte die Wall Street außer Rand und Band. Nachdem die Neuigkeit bekannt war, schossen die Börsen nach oben. Der Aktienindex Dow Jones stieg um mehr als 900 Punkte. Die Moderna-Aktie legte um mehr als 20 Dollar zu.

Doch in nur 36 Stunden begann die Kampagne in sich zusammenzubrechen.

Wie sich herausstellte, hatte niemand beachtet, dass die Informationen von Moderna sehr begrenzt waren und der Hersteller Ergebnisdaten von den meisten Teilnehmern dieser winzigen Studie zurückgehalten oder noch nicht erhoben hatte.

Als die medizinische Fachzeitschrift STAT einen Bericht veröffentlichte, der ganz grundlegende wissenschaftliche Fragen zu dem angeblich bahnbrechenden Impfstoff aufwarf, stürzten die Moderna-Aktien um 10 Prozent ab und zogen den Dow Jones mit sich.

Aber das konnte Moderna-Vorstandsmitglied Moncef Slaoui egal sein. Slaoui, der von US-Präsident Donald Trump als Leiter seiner Impfstoff-Operation……

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