Die Coronavirus-Krise und der drohende neue Kalte Krieg mit China

Dr. Jenny Clegg: Trumps ‘Blame China’-Rhetorik betritt gefährliches Terrain, in dem die Ideologie die Rationalität überwältigt

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Donald Trump joins Xi Jinping at the start of their bilateral meeting at the G20 Japan Summit in Osaka, Japan in June 2019

Während das Coronavirus auf der ganzen Welt wütet und die Weltwirtschaft in die möglicherweise tiefste Rezession seit den 1930er Jahren treibt, braut sich eine weitere Krise zwischen den USA und China zusammen.

Um die Aufmerksamkeit von seiner eigenen gefühllosen Inkompetenz abzulenken, hat Trump sich gegen China gewandt und seine Gewinnformel “China, China, China – es ist alles Chinas Schuld” wieder aufgegriffen, als das Datum der Wahlen im November näher rückt. Trump, Pompeo, Pence – sie alle haben die Pandemie-Agenda mit ihren eindringlichen Verweisen auf den “China-Virus” oder “Wuhan-Virus” rassisiert. China hat sich wenig überraschend, wenn auch nicht immer angemessen, aufgebäumt. Aber dies ist weit mehr als ein “Krieg der Worte”.

Wenn es der Trump-Administration in den letzten vier Jahren eines gelungen ist, dann ist es, die US-China-Politik vom Engagement zu einer aktiveren Eindämmung umzukehren und sie in den Mittelpunkt der außenpolitischen Agenda zu rücken. Durch den Wechsel vom so genannten “Krieg gegen den Terror” zum so genannten “Großmachtwettbewerb” mit Russland und China sind die US-Strategen immer mehr von China als dem tödlichsten Rivalen um die globale Vorherrschaft besessen, der sogar noch furchterregender ist als die Sowjetunion jemals war. Für mindestens einen ehemaligen Senior Director of Strategic Planning in der Trump-Administration stellt China “die folgenreichste existenzielle Bedrohung seit der Nazi-Partei im Zweiten Weltkrieg” dar.

Die “Bedrohung durch China” hat massive Erhöhungen der……

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