Ein Brief an die Zukunft

Die Lampen gehen in ganz Europa aus, wir werden sie in unserer Lebenszeit nicht wieder angezündet sehen. – Edward Grey, Verschwörer im 1. Weltkrieg

(The lamps are going out all over Europe, we shall not see them lit again in our life-time. – WWI-Verschwörer Edward Grey)

Ich schreibe diese Worte nicht für meine Zeitgenossen. Wir sind die Verdammten. Es ist jetzt unser Los, zuzusehen, wie die Lampe der Freiheit erlischt, unsere Last, dem endgültigen Flackern der Flamme der Freiheit beizuwohnen.

Nein, ich schreibe diese Worte nicht für meine Zeitgenossen; ich schreibe sie für die, die noch kommen werden. Die Bewohner jener zukünftigen Dystopie, deren Geburtswehen wir gerade erleben. Die Überbleibsel der einst freien Menschheit, die durch irgendein Wunder, das ich mir nicht einmal vorstellen kann, diese elektronische Flaschenpost erhalten könnten.

Ich weiß, dass es fast hoffnungslos ist. Dass die Chancen dieser Worte, die kommende Internetbereinigung zu überleben, bestenfalls gering sind. Dass selbst dann, wenn – entgegen aller Wahrscheinlichkeit – diese Botschaft an Ihre digitalen Küsten gespült wird, die Chance, dass diese Worte von Ihnen verstanden werden, noch geringer ist. Nicht, weil Sie kein Deutsch verstehen, sondern weil Sie diese Worte, die ich schreibe, nicht mehr verwenden: Freiheit. Menschlichkeit. Individuum.

Dennoch bin ich hier, um das Ende einer Ära festzuhalten. Also werde ich weitermachen in der Hoffnung auf die Aussicht, dass irgendwo in diesem zukünftigen Digitalen Finsteren Zeitalter jemand Augen zum Sehen und Ohren zum Hören haben wird.

Die Dunkelheit kommt über uns.

Lasst keine Fehler machen: Wir alle wissen das.

Wir wissen, was es bedeutet, wenn 17 Millionen Amerikaner – das sind ganze 10% der Erwerbsbevölkerung – in nur drei Wochen zu den Arbeitslosenzahlen hinzukommen. Wenn sich zu ihnen noch Millionen weiterer neu arbeitsloser…..

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