Hat Israel das Recht, zwei Millionen Menschen in einem vom Coronavirus verwüsteten Gefangenenlager einzusperren?

Seit dreizehn Jahren hält Israel zwei Millionen Palästinenser in Gaza im größten Freiluftgefangenenlager der Welt angekettet. Jetzt lastet die globale COVID-19-Pandemie auf der besetzten Enklave. Was wird passieren, wenn Tausende verzweifelter Zivilisten zu fliehen versuchen?

Die COVID-19-Pandemie hat die Kapazitäten selbst der reichsten Länder strapaziert. Für die zwei Millionen Einwohner von Gaza – die meisten von ihnen sind Kinder unter achtzehn Jahren – würde ein Ausbruch eine Katastrophe bedeuten.

Der schmale Küstenstreifen gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Erde, was eine “wirksame Selbstisolierung” dort “fast unmöglich” macht. Dreizehn Jahre israelische Blockade, verstärkt durch drei groß angelegte militärische Angriffe, haben die Infrastruktur und das Gesundheitssystem des Landes “an den Rand des Zusammenbruchs” gebracht.

Im gesamten Gazastreifen gibt es nur siebenundachtzig Intensivbetten mit Beatmungsgeräten, von denen viele bereits in Gebrauch sind. Ein erheblicher Anteil der unentbehrlichen Medikamente ist weniger als einen Monat lang verfügbar, und die Testkapazität ist äußerst begrenzt. Bis zum 12. April waren dreizehn Fälle bestätigt worden. Für den Fall, dass die Eindämmungsbemühungen scheitern sollten, sagen die Verantwortlichen der humanitären Hilfe “eine Katastrophe von gigantischen Ausmaßen”, einen “Kipppunkt”, ein “Alptraumszenario” voraus, das “unsägliches menschliches Leid” bringen würde. Hier weiter……

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