Warum freiwilliges Handy-Tracking nicht funktioniert

Im Kampf gegen die Coronakrise sollen nun freiwilige Apps helfen, die ihre Nutzer vermeintlich anonym bei Kontakt mit Infizierten warnen. So sollen Ausgangsbeschränkungen gelockert werden können. Dieser Ansatz wird scheitern, kommentieren der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink und Clarissa Henning.

Person sitzt abends alleine zu Hause am Smartphone

Wer trotz der Bemühungen, zu Hause zu bleiben, einem Corona-Infizierten nahe kam, soll per App benachrichtigt werden. mikoto.raw

Dr. Stefan Brink ist seit 2017 Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg. Clarissa Henning ist Referentin beim Landesdatenschutzbeauftragten.

Deutschland kurz vor der ersten massiven Pandemie-Welle: Wir begreifen, dass dieses Virus sich in seinem exponentiellen Ausbreitungsdrang nicht dauerhaft aufhalten lässt, dass wir Infektionsketten nicht mehr wie bisher identifizieren und unterbrechen können, dass unser Gesundheitssystem Tausende vornehmlich aus den Risikogruppen nicht wird retten können. Die Hilflosigkeit nimmt zu, gleichzeitig die Forderung, „dass man doch irgendetwas tun müsse“.

Das Irgendetwas findet sich schnell: Digitale Technologien sollen uns wieder zum „Herrn der Lage“ machen und damit die Angst vor der unüberschaubaren Gefahr eindämmen. Dabei übersehen wir, dass wir den Kampf gegen das Virus so dennoch nicht gewinnen können – und zudem unsere freiheitliche Rechtsstaatlichkeit aufs Spiel setzen.

Die Suche nach einem schnellen Heilsbringer

Solange ein wirksamer Impfstoff fehlt, müssen natürlich Alternativen erwogen und erprobt werden:……

Kommentare sind geschlossen.