„Die USA haben das sicherste Gesundheitssystem der Welt“ – Die Johns Hopkins University und das globale Pandemien-Management

Die ARD-Tagesschau und andere Medien weltweit zitieren die Johns Hopkins University, wenn es um die Infizierten und Toten beim Corona-Virus Covid-19 geht. Die Zahlen sind immer etwas höher als die zeitgleichen Zahlen der zuständigen Behörden, etwa in Deutschland des Robert Koch-Instituts (RKI). Wie kommt das? Und wieso ist die private Universität in Baltimore/Maryland bei der Definition, der globalen Inszenierung und beim Management von Epidemien und Pandemien sowieso ungleich wichtiger als das kleine deutsche RKI? Und warum lobt Johns Hopkins das US-Gesundheitssystem als das gegen Pandemien bestgeschützte der Welt? Ein erster Einblick. Von Werner Rügemer.

Immer ein paar Schritte voraus

Die Johns Hopkins University (JHU) holt sich nicht nur die Daten des RKI und der Weltgesundheitsorganisation WHO, sondern recherchiert selbst zeitnah in weiteren Quellen, z.B. bei lokalen Gesundheitsbehörden, Krankenhäusern und deren Twitter-Accounts, bei Forschungsinstituten und Testlabors, bei den Presseämtern von Städten wie Berlin, München, Köln und der Infektionszentren wie des besonders betroffenen Kreises Heinsberg in NRW, in Interviews von Virologen, in Fachzeitschriften und dergleichen. Niemand kennt diese Landschaft so genau wie das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der JHU und hat dafür so viele Ressourcen.

Und so verfährt das CSSE nicht nur in Deutschland, weil dieser Staat besonders wichtig wäre, sondern ebenso in Frankreich, Italien, Spanien, England, dem Kosovo, China und auch in den USA selbst: Insgesamt gleichzeitig in 195 Staaten der Erde.

Und soll das schlecht sein? Die Menschheit muss doch über sich möglichst genau Bescheid wissen, gerade bei gefährlichen Krankheiten, die sich um die ganze Erde ausbreiten, oder?

Man muss übrigens nicht davon ausgehen, dass Daten wissenschaftlichen Standards genügen, nur weil sie von einer sich wissenschaftlich nennenden Institution kommen. Die RKI- und JHU-Daten verletzen z.B. Grundregeln der ärztlichen Kunst. Bei einer ärztlich-amtlichen Todesbescheinigung muss die Hauptursache des Todes angegeben werden. Das geschieht bei den RKI- und JHU-Todeszahlen nicht: War Covid-19 nur ein Beifang oder die Haupt-Todesursache? Weiter wird nicht angegeben: Wieviele Tests wurden bisher durchgeführt? Weiter wird nicht angegeben: Wieviele Infizierte sind inzwischen wieder ohne Infektion?

Wir sollten also, ohne die schwer fassbaren Gefahren zu leugnen, der Frage nachgehen: Wieso werden hier hochwissenschaftlich die berechtigten Ängste in der Bevölkerung noch gesteigert?

Weltweites Daten-Management I

Auf dem Gebiet von Krankheiten, Gesundheitspolitik, Epi- und Pandemien betreibt die JHU auch Institute für Global Health, Health Security und dergleichen. Sie sind zudem vernetzt mit nationalen und internationalen Institutionen. Das begann……

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