Covid-19 – zwei, drei Gedanken in der Krise

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Im Vorfeld der Gründung von Multipolar hatte ich einen längeren schriftlichen Gedankenaustausch mit einem potentiellen Abonnenten unseres Magazins. Die Diskussion erstreckte sich über etwa zwei Wochen. Es ging zwischen uns beinahe jeden Tag hin und her. Wir thematisierten recht grundsätzliche Fragen, waren uns oft einig, stellten aber auch Meinungsunterschiede fest.

ULRICH TEUSCH

An irgendeiner Stelle unserer Diskussion schrieb ich Folgendes: Ich hätte den Eindruck, das Spektrum des öffentlich Sagbaren werde immer enger, der Anpassungsdruck steige, wir würden auf Konsens getrimmt.

Darauf erntete ich Widerspruch. Das genaue Gegenteil sei der Fall, sagte mein Diskussionspartner. Die soziale Polarisierung nähme zu, die Gesellschaft spalte sich immer mehr, diverse Gruppen würden gezielt gegeneinander ausgespielt.

Nachdem wir ein wenig über unsere kleine Kontroverse nachgedacht hatten, wurde uns klar, dass wir beide Recht hatten. Wir sprachen über zwei Herrschaftstechniken, die eng miteinander zusammenhängen, die zwei Seiten einer Medaille sind: Zum einen erleben wir die „Herstellung von Konsens“, wie Noam Chomsky das nennt, zum anderen ein „Divide et impera!“, ein „Teile und herrsche!“.

Zwei Herrschaftstechniken

Für die Herstellung von Konsens ist der politisch-mediale Mainstream zuständig. Dessen Idealvorstellung lautet: Wir, die Gesellschaft, sind uns in allen….

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