5G-Offensive Zwischen Gefechtsfeld und Geopolitik

Mwrf 10430 5g Military 899720526Bild: mwrf.com

Egal durch welches Statement der Bundeswehr oder Bundesregierung man sich aktuell pflügt, überall begegnen einem in diversen Variationen Sätze wie der Folgende: „Die Digitalisierung ist das Megathema des 21. Jahrhunderts“.[1] Verpasst man umgekehrt den Digitalisierungszug, so die einhellige Meinung, droht man in Zeiten sich verschärfender Großmachtkonflikte sowohl auf dem Schlachtfeld als auch generell auf dem Feld der neuen Tech-Geopolitik zurückzufallen.

Auf der taktischen Ebene sind es vor allem die Landstreitkräfte mit ihrem „Plan Heer“, die sich der (5G-)Digitalisierung verschrieben haben, da sie als zwingend notwendig gilt, um aus künftigen Schlachten siegreich hervorgehen zu können. In seiner ihm eigenen Art fasste das Verteidigungsministerium den dahinter stehenden Gedankengang folgendermaßen zusammen: „Wer nicht digitalisiert, verliert.“[2]

Auf strategischer Ebene ist es vor allem die Frage der Beteiligung des chinesischen Huawei-Konzerns am Aufbau des europäischen 5G-Netzes, die die Gemüter erhitzt. Die Europäische Union hat – mutmaßlich auf Drängen oder zumindest mit Zustimmung der Bundesregierung – dabei Ende Januar 2020 eine grundlegende Positionsbestimmung vorgenommen, die Huawei sehr zum Ärger der USA nicht grundsätzlich ausschließt. Bei näherer Betrachtung sollen hiermit aber wohl vor allem die beiden großen 5G-EU-Akteure Ericson und Nokia gestärkt werden.

Aufgrund seiner militärisch-machtpolitischen Bedeutung ist 5G somit zu einer Frage der „Digitalen Geopolitik“ geworden, für die sich Bundeswehr und Bundesregierung aktuell in Stellung bringen.

1. Munster, Großverbände und (5G-)Digitalisierung

Besonders die Landstreitkräfte (LaSK) der Bundeswehr sehen sich als eine Ar…..

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