«Die Menschen werden wie Tiere gehalten»

Jean Ziegler hat ein bewegendes Buch über die auf Lesbos gestrandeten Flüchtlinge geschrieben. Ein Gespräch über die Aussetzung des Asylrechts, das Scheitern der Uno und die Mitverantwortung der Schweiz.

Greift die EU-Kommissionspräsidentin frontal an: Jean Ziegler möchte Ursula von der Leyen vor Gericht sehen – wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

WOZ: Herr Ziegler, Sie waren im Mai auf Lesbos und haben die Erlebnisse in Ihrem Buch «Die Schande Europas» festgehalten. Gibt es eine Szene, die Ihnen nicht mehr aus dem Kopf geht?
Jean Ziegler: Was mich in dieser fürchterlichen Situation am meisten bewegt hat, das waren die Kinder. Etwa ein Drittel aller Geflüchteten, die man hinter Stacheldraht eingesperrt hat, sind unter fünfzehn Jahre, darunter viele unbegleitete Minderjährige, die letzten Überlebenden eines bombardierten Hauses oder eines Schiffbruchs auf der Flucht. Am schlimmsten war für mich, von den Selbstmordversuchen der Kinder zu erfahren, sie verstümmeln sich selbst, ich habe die Messernarben auf den Armen und Schenkeln gesehen: ein Hilferuf totaler Verzweiflung. Kinder wie meine Grosskinder, die mit einer Stoffattrappe im…..

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