Der russische Außenminister Lawrow war in München die einsame Stimme für den Frieden

Die Bedrohungen für das menschliche Überleben waren noch nie so groß wie heute, aber das Festhalten an einer bröckelnden Ordnung versperrt den Weg nach vorn. Wenn sich die Staats- und Regierungschefs nicht auf einen neuen Ansatz einigen, der Sicherheit für alle garantiert, werden sich die Krisen weiter verschärfen und die beiden Supermächte der Welt dem Krieg näher bringen.

Bild: Russland Außenministerium

Nach der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 übernahmen die Vereinigten Staaten die globalen Führung und übertrugen sich selbst außerordentliche Befugnisse, um die Welt so zu gestalteten, dass ihre eigene strategische Agenda gefördert wurde. In den letzten 29 Jahren hat die Welt einen dramatischen Anstieg der Gewalt erlebt, der ganze Regionen verschlungen hat und zu Vertreibung und Leid in einem fast unvorstellbaren Ausmaß geführt hat. Die Interventionen der USA haben einen Bogen der Instabilität geschaffen, der sich von Nordafrika über den Nahen Osten bis tief nach Zentralasien erstreckt. Alte Streitigkeiten und Rivalitäten sind zu erbitterten Konflikten oder zu ausgewachsenen Feuersbrünsten eskaliert, die zu großen Zerstörungen und zum Verlust von Menschenleben führen. Zielstaaten, deren Souveränität völkerrechtlich garantiert werden soll, wurden von ausländischen Extremisten, die von der CIA oder anderen Geheimdiensten, bewaffnet und ausgebildet wurden, dreist überfallen und auseinandergerissen. Das Ergebnis dieser Operationen ist für alle klar ersichtlich. Ganze Teile des Planeten wurden in einen mehrjährigen Bruderkrieg gestürzt, der die regionale Instabilität erhöht und die Täter gegen eine wachsende Opposition aufbringt, die versucht, die Grenzen wiederherzustellen, die Staatlichkeit zu erhalten und den Kriegen ein Ende zu setzen.

Die Münchner Sicherheitskonferenz, die am Sonntag zu Ende ging, bot Staatsoberhäuptern und anderen Eliten eine einzigartige Gelegenheit, diese Fragen offen und ohne Beschuldigungen zu diskutieren. Bedauerlicherweise konzentrierten sich nur wenige der Teilnehmer auf die “gegenseitige Sicherheit” und entschieden sich stattdessen für einen wehmütigen Kommentar über den abnehmenden Einfluss des Westens in der Weltpolitik oder für die Zusage, mehr Ressourcen für den Wiederaufbau ihrer militärischen Stärke bereitzustellen. Nur Russlands Außenminister Sergej Lawrow schien den wahren Zweck des Gesprächs zu begreifen und widmete seine gesamte Rede der Aufzählung der Übertretungen Washingtons. Seine Absicht war es nicht, die USA zu kritisieren, sondern die Anwesenden aus ihrer Erstarrung zu schütteln, damit sie die Dringlichkeit der Krise erkennen und sich auf einen Weg nach vorn begeben konnten.

Hier ist ein Auszug aus der Rede von Lawrow:

“Das System der strategischen Stabilität und der Nichtverbreitungsverträge wird vor unseren Augen zerstört, die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen sinkt, regionale Krisen häufen sich. Durch militärische Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten, illegale Sanktionen und harte protektionistische Maßnahmen, die die globalen Märkte und das Handelssystem untergraben wird das Völkerrecht mit Füßen getreten. Wir sind Zeugen einer Barbarisierung der internationalen Beziehungen, die den menschlichen Lebensraum entwürdigt….

Wenn es um europäische Angelegenheiten geht, ist die Glaubwürdigkeitskrise besonders akut. Die Eskalation der Spannungen, das Vorrücken der militärischen Infrastruktur der NATO nach Osten, die beispiellos massiven Militärübungen in der Nähe der russischen Grenze und das Pumpen von übermäßigen Geldmengen in den Verteidigungshaushalt schaffen Unvorhersehbarkeit. Die Muster des Kalten…….

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