1960: Wüstenspringmaus

Zeitgeschichte Tests von Kernwaffen in der algerischen Wüste besiegeln den Aufstieg Frankreichs zur Nuklearmacht. Das strategische Kalkül ist auf mehr Unabhängigkeit gerichtet

Alles beginnt am 13. Februar 1960, Punkt 7.04 Uhr, im algerischen Wüstengebiet Tanezrouft. Es kommt zum ersten von insgesamt 17 Kernwaffentests in der französischen Kolonie Algerien. Bereits 45 Minuten nach der Explosion telegrafiert Präsident Charles de Gaulle an Pierre Guillaumat, den Minister für Kernenergie, sowie an Generalstabschef Gaston Lavaud: „Hurra, Frankreich! Seit heute Morgen ist das Land stärker und stolzer.“ Die Operation mit dem Codenamen „Gerboise Bleue“ (Blaue Wüstenspringmaus) hatte Erfolg. Die Vorgeschichte dieses Tests und die politische Konstellation, in die er fiel, sind mindestens so wichtig wie das Ereignis selbst. Immerhin stand Frankreich damals mitten im Krieg mit der algerischen Befreiungsbewegung FLN. Obendrein gab es ein Moratorium für…..

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