Nichts zu verbergen

Seit etwas mehr als einem Jahr setzen Schweizer StrafverfolgerInnen auf einen eigenen Staatstrojaner. Die intransparente Überwachung untergräbt die digitale Sicherheit aller und ist nicht mit zentralen Grundrechten vereinbar.

Familienfotos, besuchte Internetseiten, Termine, Kontaktdaten, Notizen, E-Mails: All das ist mit einem Staatstrojaner einsehbar.

Jeff Bezos wurde ein harmlos wirkendes Whatsapp-Video zum Verhängnis. Im Mai 2018 erhielt der Amazon-Gründer eine Nachricht von Saudi-Arabiens Kronprinz Muhammad bin Salman. Das war nicht ungewöhnlich, hatten sich die beiden doch einen Monat zuvor an einem Galadinner getroffen und ihre Nummern ausgetauscht (siehe WOZ Nr. 5/2020). Doch als Bezos auf das Video klickte, wurde eine damals unbekannte Sicherheitslücke in der App genutzt und ein Schadprogramm auf Bezos’ iPhone geladen.

Nun konnte der Angreifer – mutmasslich aus dem Umfeld von Muhammad bin Salman – unbemerkt mehrere Gigabyte Daten von Bezos’ Telefon absaugen. Freilich war Bezos nicht das einzige Opfer dieser staatlichen Spionageaktion. Auch saudische Dissidentinnen und Aktivisten sowie eine für Amnesty International in Saudi-Arabien tätige Person wurden im gleichen Zeitraum in ähnlicher Weise angegriffen und ausspioniert – mit einem Staatstrojaner, wie er seit über einem Jahr auch in der Schweiz zum Einsatz kommt.

Grundrechte? Egal

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat seit 2018 einen eigenen Staatstrojaner……

 

 

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