Whuan: Leere Straßen und der Tod suchen die Stadt im Zentrum des Virus heim

AFP reporters witness police and medics in protective suits dealing with a dead body in Wuhan.Bild:AFP

Es gibt nur noch wenige Personen, die sich auf die normalerweise überfüllten Straßen in Wuhan, einer Industriestadt mit 11 Millionen Einwohnern, wagen. In den Medien häufen sich die Bilder und Videos von Personen, die einfach auf der Straße umfallen und liegen bleiben.

So auch ein grauhaariger Mann mit einer Gesichtsmaske und einer Plastiktüte in der Hand, der tot auf dem Bürgersteig, am sogenannten Ground Zero der chinesischen Stadt Wuhan, in der die Virusepidemie ausgebrochen war, lag.

Laut den Berichten in den Medien gab es nur wenige Passanten, die es wagten, sich ihm zu nähern.

Journalisten der AFP sahen die Leiche am Donnerstagmorgen (30. Januar), nicht lange bevor ein Einsatzfahrzeug mit Polizei und medizinischem Personal in Ganzkörperschutzanzügen eintraf.

Der Mann lag direkt auf dem Rücken vor einem geschlossenen Möbelgeschäft. Das medizinische Personal in blauen Overalls bedeckte seinen Körper mit einer blauen Decke, bevor er abtransportiert wurde.

Als sich der Krankenwagen der Unfallstelle näherte, kam die Polizei und stapelte zahlreiche Supermarktkartons vor dem Mann auf, um die Szene zu verbergen.

Die AFP konnte nicht feststellen, wie der Mann, der um die 60 Jahre alt zu sein schien, gestorben war. Die AFP kontaktierte anschließend die Polizei und die örtlichen Gesundheitsbehörden, konnte jedoch keine Einzelheiten zu seinem Fall erfahren.

Die Reaktion der Polizei und des medizinischen Personals in Schutzanzügen sowie einiger Umstehender unterstrich jedoch die Angst, die mittlerweile die ganze Stadt Wuhan in Atem hält.

Eine Frau in der Nähe des Mannes, die einen rosa Schlafanzug und eine sogenannte Mao Mütze trug, sagte, sie glaube, er sei an dem Coronavirus gestorben.

„Es ist so schrecklich“, sagte sie. „In diesen Tagen sind schon so viele Menschen gestorben“.

Wuhan ist das Epizentrum des Ausbruchs des neuen Coronavirus, von dem angenommen wird, dass er von wilden Tieren auf einem Stadtmarkt auf die Menschen übertragen wurde.

Das Ende letzten Jahres aufgetretene Virus forderte bisher mindestens 213 Todesopfer und infizierte Tausende in China, wobei allein in Wuhan mindestens 159 Menschen starben.

Da sich das Virus in andere Länder ausbreitet, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Krise zu einem globalen Gesundheitsnotstand erklärt.

Die Behörden haben eine beispiellose Sperrung von Wuhan verhängt und die Straßen außerhalb der Stadt blockiert, den öffentlichen Nahverkehr stillgelegt und alle Flüge untersagt, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Diejenigen, die jetzt dort gefangen sind, müssen quälend darauf warten, dass die Sperre aufhört, dass eine Heilung gefunden wird, oder sogar nur auf Untersuchungen in den mittlerweile hoffnungslos überforderten Krankenhäusern warten.

Die AFP Reporter vor Ort in Wuhan berichten über lange Warteschlangen in den lokalen Krankenhäusern. Einige Patienten sagten, sie hätten zwei Tage in der Warteschlange gestanden, nur um einen Arzt aufzusuchen. Viele der Wartenden brachten sich sogar ihre eigenen Stühle zum Warten mit.

Mit den meisten Verkehrsverboten müssen Menschen, die sich ins Freie wagen, überall in der riesigen Stadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad fahren.

Der Tote auf der Straße lag am Donnerstag einen Häuserblock vom Wuhan Number Six Hospital entfernt, einem der wichtigsten medizinischen Zentren für die Behandlung von Patienten mit Virussymptomen.

Ein Team forensischer Sachverständiger, das ihn untersuchte, wurde sofort von Kollegen mit Desinfektionsmittel besprüht, nachdem sie ihre Gefahrgutanzüge entfernt hatten.

Ein Mann, der in der Nähe der Szene rauchte, wurde scharf von der Polizei angewiesen, seine Zigarette zu löschen und eine Gesichtsmaske aufzusetzen. Er folgte sehr schnell ihren Befehlen.

In den zwei Stunden, in denen die AFP Reporter die Szene beobachtete, kamen mindestens 15 Krankenwagen vorbei und waren aber ganz offensichtliche auf dem Weg zu anderen Notfällen.

Schließlich kam ein weißer Lieferwagen mit verdunkelten Fenstern, um den Mann wegzunehmen.

Die Leiche wurde in einen gelben OP-Beutel gepackt und auf einer Trage in den Van getragen.

Als der Lieferwagen mit dem Mann wieder wegfuhr, begannen die Mitarbeiter sofort, den Boden zu säubern und die Straße, auf denen die Leiche gelegen hatte, zu desinfizieren.

Empty streets and death haunt city at virus ground zero

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