GROßBRITANNIEN: Juristische Gruppe drängt auf Haftbefehl gegen den ägyptischen Präsidenten Al-Sisi

Image of a poster condemning the Egyptian President Abdel Fattah al-Sisi [Alisdare Hickson/Flickr] [Alisdare Hickson/Flickr]

Eine Rechtsanwaltskammer in Großbritannien hat die Justizbehörden aufgefordert, einen Haftbefehl gegen den amtierenden ägyptischen Präsidenten wegen seiner Rolle beim Tod von Mohamed Morsi, dem ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes, zu erlassen, so berichtet Anadolu.

Am späten Sonntagabend forderte die Internationale Justizkammer (Guernica 37) die Londoner Anti-Terror-Einheiten in einer Erklärung auf, die “glaubwürdige Foltervorwürfe gegen die ägyptische Regierung und die Staatsorgane” zu untersuchen.

Der Aufruf erfolgte im Vorfeld des erwarteten Besuchs von Präsident Abdel Fattah al-Sisi in Großbritannien, wo er an einem Investitionsgipfel teilnehmen wird, der die Beziehungen zwischen London und den afrikanischen Staaten stärken soll.

Morsi wurde 2013 durch einen Militärputsch von Sisi gestürzt und verstarb während des Prozesses im vergangenen Juni.

Zum Zeitpunkt seines Todes sah sich Morsi einer Vielzahl von Anklagen gegenüber, die er zusammen mit zahlreichen Menschenrechtsgruppen und unabhängigen Beobachtern als politisch motiviert bezeichnete.

Die Erklärung fuhr fort, dass es konkrete Beweise dafür gibt, dass die Behandlungsmethoden der Militärjunta Morsi getötet hat und dass sein Tod absichtlich war.

Es wurde hinzugefügt, dass es unwahrscheinlich sei, dass Sisi von der Folterungen, die Morsi im Gefängnis erlitt, nichts gewusst hatte.

Die Rechtskammern sagten, dass das Vereinigte Königreich dafür verantwortlich sei, gegen Folterverbrechen vorzugehen, egal wo diese begangen wurden, und dass entsprechende Schritte bezüglich des Besuchs von Sisis im Königreich etwas unternommen werden müssten.

Zuvor hatten sie die UNO aufgefordert, eine unabhängige Untersuchung von Morsis Tod einzuleiten.

UK: Legal group urges arrest warrant for Egypt’s Sisi

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