NATO kommt Taiwan zu Hilfe

Im Zusammenhang mit der Erweiterung der NATO auf die indopazifische Region [1] sieht die Organisation die politische Opposition in Hongkong als Chance und die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen als eine gute Verbündete.

1989 hatten die Vereinigten Staaten, Frankreich und das Vereinigte Königreich einen Putschversuch von Zhao Ziyang unterstützt [2]. Auf dem Tienanmen-Platz leitete der berühmte NATO-Agent, Gene Sharp, die Operationen, die sich in eine Konfrontation und ein Massaker verwandelten [3]. Als Reaktion auf dieses Versagen brachten diese drei Mächte heimlich etwa 400 Anhänger von Zhao Ziyang nach Hongkong, damals eine britische Kolonie; es war die Operation „Yellow Bird“ [4]. In ähnlicher Weise wurden die Proteste und dann die Aufstände, die Hongkong, jetzt zu China gehörend, gerade erschüttern, auch vom ehemaligen „Yellow Bird“ Netzwerk organisiert. Auch hier, angesichts des Misserfolges, haben die drei Mächte nun begonnen, ihre Rädelsführer nach Taiwan in Sicherheit zu bringen.

Die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen, die am 11. Januar 2020 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt wurde, will sich vom Kompromiss von 1992 (“ein Land, aber zwei Systeme”) lösen und die Unabhängigkeit ihres Landes vom chinesischen Festland verkünden. Sie erklärte einen “Informationskrieg” und hat im vergangenen Jahr ein Gesetz verabschieden lassen, das Leute bestraft, die Fake News chinesischer Herkunft weiterleiten. Sie sieht die Unruhen in Hongkong als Rechtfertigung ihrer Position und gewährt deshalb fliehenden Rädelsführern Asyl.

Der ehemalige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen [5] ist der Ansicht, dass Taiwan, nach den Vereinigten Staaten im Jahr 2016 und Frankreich 2017 angesichts russischer Fake News, das nächste Land sein wird, das dann von chinesischen Fake News betroffen sein wird. Deshalb muss die Demokratie an dieser fernöstlichen Front gegen den Autoritarismus verteidigt werden.

Deutschland und Frankreich sind bereits bereit, Taiwan militärisch gegen China zu unterstützen.

Übersetzung
Horst Frohlich

Kommentare sind geschlossen.