Ein Kernkraftwerk in Bolivien mit Lithium statt Uran?

Im März dieses Jahres informierte die «Neue Zürcher Zeitung» ihre Leser darüber, dass die bolivianische Regierung Abkommen mit dem russischen Staatsunternehmen Rosatom geschlossen hat, wonach Rosatom ein nukleares Forschungszentrum in El Alto aufbauen wird. Die Rede war unter anderem von einem atomaren Forschungsreaktor, der Bolivien zur Nutzung von Atomenergie führen solle. Bolivien wäre nach Brasilien und Argentinien das dritte Land Südamerikas mit Nuklearenergie. War die «Neue Zürcher Zeitung» wirklich in Unkenntnis darüber, welcher Art dieser Forschungsreaktor sei? Genauer spezifiziert wurde nichts, der Leser konnte sich in Mutmassungen ergehen, wenn er wollte.
Mittlerweile berichten etliche Nachrichtenagenturen von der Grundsteinlegung und der Unterzeichnung der Verträge, die das nukleare Forschungszentrum und dessen Finanzierung im Detail regeln und niet- und nagelfest absichern. Xinhuanet berichtet: Der bolivianische Vizepräsident Alvaro Garcia Linera habe sich am 8. Juli 2016 bei der Unterzeichnung dahingehend geäussert, «that as an exporter of lithium used in nuclear fusion, Bolivia should learn how to make the most of the natural resource. We can’t have the world using lithium over the next 20, 30 or 50 years, while we Bolivians remain incapable of using lithium for our own benefit. We have lived like this for 500 years. For 500 years we have used Bolivia’s raw materials so that other countries around the world would develop science, technology and industry, and we don’t want to repeat that history. That’s why we have made a decision: to plant today so we can harvest in 2025, 2030, 2040». («… dass Bolivien als ein Exporteur von Lithium, das in der Kernfusion verwendet wird, lernen sollte, aus dieser Naturresource das Möglichste zu machen. Es geht nicht an, dass die Welt Lithium über die kommenden 20, 30 oder 50 Jahre….

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