Fortschritte ins Nichts und Nirgends

Zurück im Krieg: Weil sie in ihrem Heimatort niemand aufnehmen kann oder weil sie gerade dort um Leib und Leben fürchten müssen, bleiben die meisten Rückkehrer in Kabul. (Foto: Rodrigo Díaz)

medico-Partner dokumentieren das bittere Schicksal Abgeschobener in Afghanistan.

Von Thomas Seibert

Der Vertrag, in dem sich die Europäische Union und die afghanische Regierung auf eine „Lösung“ des Problems der Migration aus Afghanistan einigten, trägt den wohlklingenden Namen Joint Way Forward: „gemeinsamer Weg voran“. Zustande gekommen ist er 2016 aufgrund massiven Drucks aus Brüssel und Berlin: Hätte die Regierung in Kabul nicht unterschrieben, wären aus Europa und Deutschland deutlich weniger Finanzhilfen und die Order zum beschleunigten Truppenrückzug gekommen. Doch auch unabhängig vom Druck aus Europa will Präsident Aschraf Ghani verhindern, dass Menschen aus Afghanistan fliehen, weil sie damit die Schwäche des Staates offenbaren. In seinen Augen sind diese Menschen  „unpatriotisch“ und begehen „Landesverrat“.

Der euro-afghanische „Weg voran“ basiert auf drei Säulen: Kabul verpflichtet sich, zwangsweise zurückgeschaffte Geflüchtete und „freiwillige“ Rückkehrer*innen….

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