Plötzlich alles schwarz von Menschen

Massenbewegungen waren ein beherrschendes Thema der Politik Europas im 20. Jahrhundert. Von der Wissenschaftstheorie seither eher vernachlässigt, zeigt sich: Auch im Zeitalter des Individualismus spielen sie eine große Rolle. Und sind gefährlich wie eh und je.

Einige Zeit ist vergangen seit das Hauptwerk des Psychologen Gustave Le Bon, Psychologie der Massen, 1895 erstmals erschien. Erschreckend aktuell ist die Lektüre nichtsdestotrotz: „Heute werden die Forderungen der Massen nach und nach immer deutlicher und laufen auf nichts Geringeres hinaus als auf den gänzlichen Umsturz der gegenwärtigen Gesellschaft, um sie jenem primitiven Kommunismus zuzuführen, der vor dem Beginn der Kultur der normale Zustand aller menschlichen Gemeinschaft war. Begrenzung der Arbeitszeit, Enteignung von Bergwerken, Eisenbahnen, Fabriken und Boden, gleiche Verteilung aller Produkte, Abschaffung aller oberen Klassen zugunsten der Volksklassen usw. – das sind ihre Forderungen.“ Im Grunde prägen diese Beispiele den politischen Diskurs nach wie vor. Auch den gegenwärtigen. Nun mag es sein, dass die streitbarsten Themen immer die streitbarsten Themen bleiben, doch wovor Le Bon warnte, war das Zeitalter der Massen. Zu Recht, denn: Es endete nie.

Das Ende der Kultur

Le Bons Einsicht war folgende: Durch die Bildung einer Masse entstünde …..

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