Reisereportage: Spurensuche in Syrien – Teil 1

Die Nahost-Korrespondentin Karin Leukefeld hat sich auf Reise durch Syrien begeben: Von Hama über das kürzlich noch umkämpfte Chan Schaichun, über Qal’at al-Mudiq und Apameia nach Westen. Eindrücke aus einem Land zwischen Krieg und Frieden.

von Karin Leukefeld

Tag und Nacht knarren die Noria, die Wasserräder am Orontes in Hama. Der vergangene Winter hat viel Regen gebracht, die Flüsse und Stauseen sind voll. Der Orontes wird in Syrien Nahr al-Asi genannt, der gesetzlose Fluss oder auch der Widerspenstige. Der Name rührt daher, dass der Asi, anders als in Syrien und in der Levante üblich, nicht von Nord nach Süd oder von Ost nach West ins Meer fließt, sondern aus dem Libanongebirge kommt und nach Norden fließt. Östlich von Antakya, dem historischen Antiochien, ändert der Asi seine Richtung und fließt nach Westen. Bei Samandağ, dem früheren Dschebel Sam’an, mündet der Fluss ins Mittelmeer.

Die Leute von Hama lieben die Wasserräder. Familien mit Kindern, Alt und Jung stehen am Ufer des Orontes und sehen zu, wie die mächtigen Räder im endlosen Reigen mit ihren hölzernen Schaufeln knarrend das Wasser……

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