Was will die Protestbewegung in Hongkong erreichen?

Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Ich weiß es nicht, aber, noch schlimmer: die Protestler, die täglich auf die Straße gehen, wissen es selber nicht. Im dem Übergabevertrag von 1997 wurde zwischen der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien und der Volksrepublik China unter der Formel „Ein Land, zwei Systeme“, vereinbart, dass China die Hoheit über Hongkong zwar zurückerhalten sollte, das kapitalistische System aber wie gehabt noch weitere 50 Jahre, bis 2047, bestehen bleibt. Beide Seiten hatten wohl ihre eigenen Vorstellungen davon, wie die Zeit bis 2047 genutzt werden sollte. Wir sind jetzt in der Halbzeit angelangt, die Seiten werden gewechselt, die Spieler neu aufgestellt. Wird es eine Verlängerung geben oder wird das Spiel 2047 entschieden sein? Von Marco Wenzel.

China glaubte wohl, bis dahin die Bevölkerung von Hongkong von den Vorteilen des wirtschaftlichen Sozialismus, wie er seit Deng Xiao Pings Zeiten in China Einzug gehalten hatte, soweit überzeugen zu können, dass die endgültige Übergabe 2047 reibungslos ablaufen würde. Und Großbritannien hatte mit Sicherheit die Hoffnung, dass sie ihrerseits die Hongkonger bis dahin soweit von ihrem neoliberalen System überzeugen könnten, dass sie sich der Übergabe an China entgegenstellen würden und sich so Möglichkeiten für Verhandlungen über neue Bedingungen eröffnen würden.
50 Jahre sind zwei Generationen. Viel Zeit, um die Menschen zu beeinflussen.

Der Beginn der Proteste

Die Gemüter erhitzten sich bekanntlich im Juni, fünf Jahre nach der…..

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