UN beschuldigt USA, Großbritannien und Frankreich, Kriegsverbrechen im Jemen zu begehen

Was allseits bekannt ist, wurde nun selbst von der UN bestätigt: Die USA, Großbritannien und Frankreich haben sich an Kriegsverbrechen im Jemen beteiligt, indem sie der saudischen Koalition – die den Hungertod als Kriegswaffe einsetzt – militärische, geheimdienstliche und logistische Unterstützung anbieten.

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Ein Ausschuss der UN verkündete Anfang September, dass Ermittler der UN eine geheime Liste möglicher internationaler Kriegsverbrecher in dem anhaltenden Konflikt zusammengetragen hätten. Hierbei betonen sie insbesondere die Rolle der Westmächte als Unterstützer der Golfstaaten in dem Konflikt:

„Das Waffenhandelsabkommen, welches von Frankreich und Großbritannien unterzeichnet wurde, verbietet die Autorisierung von Waffenlieferungen, wenn diese für mögliche Kriegsverbrechen eingesetzt werden. Die Rechtmäßigkeit der Waffenlieferungen durch Frankreich, Großbritannien, den USA und anderen Staaten ist äußerst fragwürdig und wird Gegenstand zahlreicher Gerichtsprozesse sein“

, heißt es in dem Bericht. Melissa Parke, ein australisches Mitglied der Expertengruppe, erzählte Reportern in Genf:

„Es ist offensichtlich, dass die fortlaufende Versorgung durch Waffen den Konflikt aufrechterhält und das Leid der jemenitischen Menschen verlängert.“

Auf die Anschuldigungen der UN angesprochen, verweigerte die Koalition jegliche Stellungnahme. In der Vergangenheit haben britische Minister stets betont, dass sie nicht nachverfolgen könnten, ob Zivilisten durch britische Bomben oder Kampfflugzeuge ums Leben kämen, da die Koalition ihre Luftschläge nicht verfolge. Eine wirklich schwache Ausrede im Zeitalter der Digitalisierung.

Auch die USA schwiegen zu den Vorwürfen. Sie ließen jedoch ganz unverhohlen verlauten, dass ein Abbruch der Waffenlieferungen womöglich zu einem Anstieg der zivilen Opfer führen würde. Als sollte dies unseren Geschwistern im Jemen Trost schenken…

Der seit vier Jahren tobende Konflikt hat bereits zum Tod von über 90.000 Menschen geführt und 80% der Bevölkerung (also 24 Millionen Menschen!) von humanitärer Hilfe abhängig gemacht. Hiervon sind 10 Millionen Menschen von Essenslieferungen abhängig, um ihr eigenes Überleben sichern zu können.

Die UN hat für ihren Bericht 600 Interviews mit Opfern und Augenzeugen durchgeführt. Darüber hinaus haben sie Berichte und offen zugängliches Material ausgewertet. Des Kriegsverbrechens ebenfalls bezichtigt werden SaudiArabien und die Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). So werden Luftschläge auf zivile Einrichtungen, unverhältnismäßige Bombardierungen, das Streuen von Landminen, willkürliche Hinrichtungen und Verhaftungen, Folter, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, sowie die Hinderung des Zugangs zu humanitären Hilfen dokumentiert.
So heißt es in dem Bericht:

„Individuen in der jemenitischen Regierung und die Koalition – einschließlich Saudi-Arabien und die VAE – haben Luftschläge ausgeführt, die gegen die Prinzipien der Abgrenzung, Proportionalität und Vorkehr verstoßen haben und sie haben das Aushungern als Kriegswaffe eingesetzt…“

Die Experten untersuchten eine Vielzahl von Luftschlägen der Koalition auf von Rebellen besetzten Gebiete, bei denen Zivilisten umkamen. Die Luftschläge haben zu großen Bedenken geführt, was überhaupt beschossen wurde.
Ein Beispiel hierfür ist ein Luftschlag auf ein Gefängnis Ende August. Allein bei diesem einen Luftschlag sind mehr als 110 Menschen ums Leben gekommen. Der Einschlag war dermaßen enorm, dass das gesamte Gebäude in sich gefallen ist. Überall lagen tote Menschen in den Trümmern. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition kommentierte den Luftschlag höhnisch damit, dass das Gefängnis nicht auf der „Kein-Einschlag-Liste“ der UN aufgeführt sei und demnach ein legitimes militärisches Ziel darstellen würde.

Der Bericht erachtet ebenfalls ein von Saudi Arabien aufgestelltes „Gemeinsames Zwischenfall Begutachtungsteam“ als sinnlos, da dieses Team es bis jetzt nicht geschafft habe, einen einzigen Kriegsverbrecher zur Rechenschaft zu ziehen.
Wen sollte dieses „Begutachtungsteam“ auch zur Rechenschaft ziehen, wenn es von jenen aufgestellt wird, die selber die Kriegsverbrecher sind.

Das Leid unserer jemenitischen Geschwister wird als größte humanitäre Katastrophe der modernen Zeit eingestuft. Genau wie in Syrien sind unsere Geschwister auch im Jemen den Bombardierungen schutzlos ausgeliefert. Es gibt Niemanden, der sie davor beschützt. Wie lange kann und soll dieser Zustand noch bestehen bleiben? Schau dir folgende Videos zu Jemen an:

Jemen – Der größte Cholera Ausbruch der Welt

Cholera und Massenmord durch westliche Marionetten im Jemen

Generation Islam

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