Der Iran im Zentrum des eurasischen durchbruchs

Von Pepe Escobar

Alls die Kriegshunde in voller Alarmbereitschaft waren, geschah auf dem 19. Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) Ende letzter Woche in Bischkek, Kirgisistan, etwas Außergewöhnliches.

Die SCO, die im Westen praktisch unbekannt ist, ist das wichtigste eurasische politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Bündnis. Es ist keine eurasische NATO. Sie plant keine humanitären imperialistischen Abenteuer.

Ein einziges Bild in Bischkek zeigt die Bedeutung der neuen Weltordnung, denn wir sehen Chinas Xi, Russlands Putins, Indiens Modis und Pakistans Imran Khan mit den Führern von vier zentral asiatischen “Staaten” in einer Linie.

Der russische Präsident Wladimir Putin, der chinesische Präsident Xi Jinping und der iranische Präsident Hassan Rouhani bei einem Treffen des Shanghai Cooperation Organization (SCO) Council of Heads of State am 14. Juni 2019 in Bischkek. Foto: AFP / Wjatscheslaw Oseledko

Diese Leiter vertreten die derzeit acht Mitglieder des SCO. Hinzu kommen vier Beobachterstaaten – Afghanistan, Belarus, die Mongolei und vor allem der Iran – sowie sechs Dialogpartner: Armenien, Aserbaidschan, Kambodscha, Nepal, Sri Lanka und vor allem die Türkei.

Der SCO wird bis 2020 voraussichtlich deutlich expandieren, wobei sowohl für die Türkei als auch für den Iran eine Vollmitgliedschaft möglich ist. Dann werden alle wichtigen Akteure der eurasischen Integration einbezogen. Angesichts der aktuellen glühenden Probleme auf dem geopolitischen Schachbrett ist es kaum ein Zufall, dass ein wichtiger Protagonist in Bischkek der “Beobachterstaat” Iran war.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani spielte seine Karten meisterhaft. Rouhani, der direkt mit Putin, Xi, Modi und Imran am selben Tisch saß, ist sehr ernst zu nehmen. Er beschimpfte die USA die unter Trump als “ein ernsthaftes Risiko für die Stabilität in der Region und der Welt”. Dann bot er diplomatisch allen Unternehmen und Unternehmern aus den Mitgliedsstaaten der SCO, die sich für Investitionen auf dem iranischen Markt engagieren, eine Vorzugsbehandlung an.

Die Trump-Administration hat – ohne stichhaltige Beweise – behauptet, dass das Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC), die in Washington als “terroristische Organisation” bezeichnet wird, hinter den Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman in der vergangenen Woche stand. Während sich der SCO-Gipfel weiter entwickelte, war allerdings diese Behauptung bereits zusammengebrochen,als Yutaka Katada, Präsident des japanischen Frachtunternehmens Kokuka Sangyo, Eigentümer eines der Tanker, sagte: “Die Crew sagt, dass sie von einem Flugobjekt getroffen wurde.”

Xi war unnachgiebig: Peking wird die Beziehungen zu Teheran weiter ausbauen “egal wie sich die Situation entwickel”. Der Iran ist ein wichtiger Knotenpunkt der New Silk Roads, kurz Belt and Road Initiative (BRI). Für die Führung in Teheran ist klar, dass der Weg in die Zukunft die vollständige Integration in das riesige, eurasische Wirtschaftsökosystem ist. Europäische Nationen, die den Atomvertrag mit Teheran unterzeichnet haben – Frankreich, Großbritannien und Deutschland – können den Iran nicht wirtschaftlich retten.

Der indische Premierminister Narendra Modi trifft den kirgisischen Präsidenten Sooronbay Jeenbekov, richtig, in Bischkek auf dem SCO-Gipfel am 14. Juni. Foto: Nezir Aliyev / Anadolu / AFP / AFP

Die Indische Hürde

Aber dann sagte Modi in letzter Minute ein bilaterales Gespräch mit Rouhani ab, mit der Begründung von Zeitproblemen.

Das ist nicht gerade ein kluger diplomatischer Schachzug. Indien war der…….

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