Amerikanischer Imperialismus mit langer Tradition

Zahlreiche Interventionen auf verschiedenen Kontinenten prägen das gegenwärtige Bild der amerikanischen Geopolitik. Offene und verdeckte, militärische und geheimdienstliche Operationen werden in verschiedenen Kontexten durchgeführt, wobei die öffentliche Wahrnehmung dieser Aktivitäten wegen fehlender Berichterstattung oft stark eingeschränkt ist.
Bild: Amerikanisch-Spanischer Krieg von 1898: Angriff der Rough Riders am San-Juan-Hügel auf Kuba (Gemälde von Frederic Sackrider Remington)

Noch viel weniger bekannt ist allerdings, mit welch marginaler Mehrheit sich der Interventionismus als außenpolitische Haltung in den Vereinigten Staaten bereits im 19. Jahrhundert durchsetzte.[1]Fake News schon damals

Unterlagen über die vor 120 Jahren stattgefundene außenpolitische Neuausrichtung der Vereinigten Staaten entdeckte der renommierte amerikanische Journalist und Gastprofessor der Boston University, Stephen Kinzer bei den Recherchen zu seinem Buch „True Flag – Theodore Roosevelt, Mark Twain and the Birth of the American Empire“ [2] Nach seinem Bericht war das Wissen um die seinerzeit mit dieser Neuausrichtung verbundene Diskussion komplett aus dem gegenwärtigen Diskurs verschwunden. Sie war von zwei starken Lagern geprägt – den Isolationisten, die den Vereinigten Staaten (und jedem anderen Staat auch) das Recht absprachen, andere Länder zu überfallen und nach eigenen Vorstellungen zu gestalten und den Interventionisten, die glaubten, die Vereinigten Staaten seien ein Land mit einer besonderen Mission, welches das Recht, ja sogar die Pflicht hätte, andere Länder auch gegen deren Willen „zu deren Besten“ zu…..

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