Hass im Netz 7000 gesperrte Kommentare

Täglich kämpft die «Meldezentrale für Eidgenossen» gegen Mordfantasien und Vergewaltigungsdrohungen auf der Plattform Facebook. Und wird jetzt dafür selbst angefeindet.

Foto: Corey Hochachka, Alamy / Montage: WOZ

«Manchmal wird einem schon alles zu viel. Dann muss man den Computer für eine Zeit lang ausschalten», sagt Maya Weber von der «Meldezentrale für Eidgenossen». Ihr Mitstreiter Roger Hubacher ergänzt: «Was wir jeden Tag sehen, lässt sich teilweise nur noch mit Sarkasmus aushalten.» Die beiden begegnen sich beim Interview mit der WOZ zum ersten Mal persönlich. Bisher fand der Austausch nur via Facebook statt. Weber und Hubacher heissen eigentlich anders, aber um sich vor dem virtuellen Hass, der auch ins reale Leben übergreifen kann, zu schützen, wollen sie anonym bleiben.

Die Meldezentrale für Eidgenossen besteht aus rund zehn Leuten, die sich vor einem Jahr dazu entschieden haben, dem Hass auf dem Netz etwas entgegenzustellen. Sie melden Facebook systematisch Beiträge und Kommentare, die gegen dessen Richtlinien und häufig zugleich auch gegen Schweizer Gesetze verstossen. Gezielt suchen sie nach bestimmten Stichwörtern, die auf Hassrede….

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