Jemenkrieg: Pentagon warnt Saudi-Arabien

Nachdem man lange Zeit zugesehen hat, wie die Saudis im Jemen Zivilisten abschlachten, kommt nun eine Warnung des Pentagons, man überlege, die Waffenhilfe einzustellen. Doch wie immer ist das nur eine halbherzige Sache.

Von Marco Maier

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Eigentlich gilt für Washington die Devise, dass man selbst und die Alliierten „gute Bomben“ abwerfen, während alle anderen Staaten grundsätzlich „bösen Bomben“ einsetzen. Das heißt, die wohl vorsätzliche Bombardierung eines vollbesetzten Schulbusses im Jemen mit rund 40 Todesopfern und mehreren Verwundeten sollte für die „Guten“ ja kein Problem darstellen, weil so etwas ja immer nur „unvermeidliche Kollateralschäden“ sind, wie es von Politik und Medien immer wieder propagiert wird.

Doch nun kommt gerade aus dem Pentagon, welches an und für sich noch nie zimperlich bei so etwas war, eine Warnung an Riadh. Man überlege sich, die Unterstützung für Saudi-Arabien einzustellen, nachdem auch viele Prominente in der Vereinigten Staaten gegen die von den USA, Großbritannien, Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte Schlachterei protestierten.

Ohne diesen öffentlichen Druck hätte die US-Führung jedoch weiterhin zugesehen, wie die Saudis Zivilisten abschlachten. Jetzt heißt es, Riadh möge bitte versuchen, die Todesfälle unter den Zivilisten zu limitieren.

Verteidigungsminister Mattis schickte Berichten zufolge nach dem Angriff auf den Schulbus am 9. August Lt. Cmdr Rebecca Rebarich, eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums zu einem Generaltreffen mit den Saudis. Rebarich dazu: „Generalleutnant Garrett hat eine Nachricht der Beunruhigung bezüglich des jüngsten zivilen Unfallereignisses abgegeben und im Namen der US-Regierung weiterhin auf eine gründliche und beschleunigte Untersuchung gedrängt sowie weiterhin auf die Reduzierung der zivilen Opfer in der jemenitischen Kampagne.“

Während eines Briefings am Dienstag im Pentagon sagte Mattis zu den Reportern, dass die USA immer noch Saudi-Arabien im Jemen unterstützen und mit der Koalition zusammenarbeiten, um zu untersuchen, wie zivile Opfer es gebe. Als er von einem Reporter herausgefordert wurde, sagte Mattis: „Wir haben den Krieg nicht begonnen“ und unterstrich, dass die US-Unterstützung für den Luftkrieg in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten davon abhängt, dass Riadh versucht, so wenige unschuldige Zivilisten wie möglich zu töten. Angesichts dessen, dass die saudi-arabische Luftwaffe gezielt Schulen, Busse und Beerdigungen angreift, viel politisches Blabla ohne Hand und Fuß.

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