Der Brückeneinsturz in Genua macht die Grenzen des Wachstums offenkundig

Von Peter Haisenko

uncuttippAls man John Young, den ersten Kommandant eines Space-Shuttle, fragte, wie er sich so fühle, antwortete dieser: Wie würden Sie sich fühlen, wenn man sie mit etwas in den Weltraum schießt, das nur aus den billigsten Teilen zusammengebaut ist, die man kriegen konnte? Mit dieser Antwort hat John Young eines der Grundprobleme des Kapitalismus genial beschrieben und der hohe Anteil an verunglückten Spaceshuttles gibt seinen Worten eindringliche Relevanz. Inwieweit lässt sich das auf die Katastrophe von Genua übertragen?

Das Autobahnsystem Italiens ist nahezu vollständig in privater Hand, wird durch Mautzahlungen finanziert und soll natürlich den Eigentümern möglichst hohe Renditen abwerfen. Letzteres bringt die Probleme mit sich, die jetzt durch den Brückeneinsturz in Genua zu vielen Toten geführt haben. Die Wartung für die Straßen und Brücken ist kostspielig und mindert den Gewinn. Nicht nur das. Schon beim Bau derselben wird vor allem darauf geachtet, alles möglichst billig….

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