Archiv für Libyen

Libyscher Ölsektor in arger Bedrängnis

Libyen. Spritschmuggel: Reimporte nach Italien und schwere Vorwürfe des Rechnungsprüfungshofes.

Foto: Wintershall/dpa

Laut Berichten des britischen Petroleum Economist[1] sollen neun Prozent des in Italien verkauften Sprits aus libyscher Schmuggelware stammen: „Das Ausmaß des Treibstoffschmuggels in Libyen wurde im September durch einen Bericht der UN-Expertengruppe aufgedeckt. Aufgrund mangelnder Raffineriekapazitäten bezahlt Libyen jährlich 3,3 Milliarden US-Dollar für den Import von Benzin und raffinierter Produkte v.a. aus Italien.“ Der aus Italien kommende Sprit wird in Zawija, dem größten westlichen Ölhafen gelöscht. Aus Milizen bestehende Schmuggelbanden zweigen hier einen Großteil des Sprits, der für die libysche Bevölkerung……

Libyen im September 2018 – Monatsrückblick

An meine Leser: Dies ist der letzte von mir verfasste Monatsrückblicks. Ab Oktober werde ich nur noch in Einzelbeiträgen über Libyen berichten.

Bildergebnis für libyenKarte von Libyen (© Kämmer-Kartographie, Berlin 2011)

September 2018

01.09. Aufgrund der seit mehr als zwei Tagen anhaltenden Kämpfe in Tripolis zwischen der 7. Brigade aus Tarhuna (Kani-Miliz) und den Tripolis-Milizen (Tripolis-Revolutions-Miliz, Special Deterrence Force /SDF und Nawasi-Miliz), die die sog. ‘Einheitsregierung’ verteidigen, musste der Mitiga-Flughafen geschlossen werden. Eine Vielzahl von Milizen aus verschiedenen Städten und Gemeinden strömt in die Stadt, um sich an den Kämpfen gegen die Tripolis-Milizen zu beteiligen. Die 7. Brigade gab bekannt, sie werde im Stadtinneren keine schweren Waffen und Geschosse einsetzen, um die Zivilbevölkerung und die Stadtstruktur zu schonen. Ihr Ziel sei es, Tripolis von den kriminellen Milizen zu befreien. Mehr……

Kampf um Tripolis beendet

Die Gefechte ereigneten sich in der Stadt Tadschura etwa 30 Kilometer östlich von Tripolis (Bild).
Eine Tripolis-Miliz unter Führung von Abdelghani al-Kikli (alias Ghnewa), die dem Präsidialrat und Sarradsch zuzurechnen ist, hat im Süden von Tripolis die Naqliya-Kasernen wieder übernommen, die von einer Misrata-Miliz gehalten worden war. Ihr soll die Munition ausgegangen sein, worauf sie abzog. Auch die 7. Brigade von Tarhouna hat sich aus den Kampfgebieten in die Innenstadt zurückgezogen.

Im ganzen Gebiet um und in Tripolis werden zwischen den Milizen zur Beruhigung der Lage…..

….passend dazu……
Die 7. Tarhouna-Brigade meldet sich zu Wort
In einem Interview berichtet der Sprecher der 7. Brigade über die erzielten Erfolge, die Beziehungen zu Misrata, zu General Hafter und zum alten Gaddafi-Regime.

Der Sprecher der 7. Brigade von Tarhouna Saad al-Hamaly sagt in einem Interview mit SpecialeLibia1 „Wir verpflichten uns, das Waffenstillstandsabkommen zu respektieren, aber vielleicht werden andere Gruppen den Waffenstillstand verletzen.Um dies zu vermeiden, muss das Abkommen vollständig umgesetzt werden, insbesondere der Punkt, der den Abzug der…..

“Krieg der Milizen” – Lage in libyscher Hauptstadt Tripolis eskaliert erneut

"Krieg der Milizen" - Lage in libyscher Hauptstadt Tripolis eskaliert erneutQuelle: Reuters

Mindestens 115 Menschen wurden binnen eines Monats im Kampf zwischen rivalisierenden militanten Gruppen in Tripolis getötet und 383 weitere verletzt. Die von UN unterstützte Regierung des gespaltenen Landes hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, einzugreifen.

“Die Zahl der Todesopfer könnte wegen des kritischen Zustands der Verletzten und der anhaltenden Kämpfe steigen”, sagte der Sprecher des libyschen Gesundheitsministeriums, Wedad Abo al-Niran, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die in Tripolis ansässigen bewaffneten Milizen, die jene von der UNO anerkannte Regierung der Nationalen Einigung (GNA) unterstützen, widersprechen..

Versammlung der Städte und Stämme in Tarhouna

Unter dem Motto „Gemeinsam für Libyen” hat die Versammlung der Städte und Stämme seine Unterstützung für die 7. Brigade und alle mit ihr verbündeten Verbände erklärt.
Bildergebnis für Tarhouna

Die Allgemeine Versammlung der libyschen Städte und Stämme hat am 15. September in Tarhouna getagt. Es nahmen viele Älteste, Würdenträger und Stammesangehörige aus West-, Süd- und Ost-Libyen unter dem Motto „Gemeinsam für Libyen” teil. Der Versammlung erklärte ihre Unterstützung für die 7. Brigade (Tarhouna-Miliz) und alle mit ihr verbündeten bewaffneten Verbände, die gegen die “Milizen, die Tripolis und seine staatlichen Institutionen kontrollieren”, vorgehen.

„Der Präsidialrat hat von heute an drei Tage Zeit, um diese Milizen aufzulösen“….

Saif al-Islam Gaddafi belastet Sarkozy

Saif al-Islam Gaddafi hat in einem Schreiben an die französische Justiz vom 11. September 2018 Nicolas Sarkozy schwer belastet.
Saif al-Islam Gaddafi's decision to run for the presidency has divided Libyans [EPA][EPA]

Le Monde lag das achtseitige, in arabischer Sprache verfasste und über eine britische Anwaltskanzlei zugestellte Schreiben von Saif al-Islam Gaddafi vor. Es geht darin um den Geldtransfer, der von Claude Guéant durchgeführt wurde. Libyen hatte mit Millionen den Wahlkampf von Nicolas Sarkozy unterstützt.

In dem Brief heißt es, Nicolas Sarkozy „war der Gegenkandidat von Dominique de Villepin, dessen Erfolgsaussichten laut in Auftrag gegebener Berichte als eher dürftig eingeschätzt wurden. Dies führte dazu, dass der libysche Staat ein Interesse daran hatte, Sarkozy……

Tripolis: Kämpfe und/oder Waffenstillstand

Um die Kämpfe in der libysche Hauptstadt ist auch ein Propagandakrieg entbrannt.
AFP

In Tripolis wurde am 5.9. ein Waffenstillstand unter Vermittlung des UN-Sondervermittlers für Libyen Ghassan Salamé zwischen der „Einheitsregierung, Militärkommandanten, dem Sicherheitsapparat und bewaffneten Gruppen“ unterzeichnet. Etliche Milizen waren aber nicht anwesend. Tatsächlich scheinen die Kämpfe in der Stadt anzuhalten. Der Flughafen von Mitiga ist bleibt geschlossen. Die ‘Einheitsregierung’ unter Sarradsch hat ein Krisenkomitee gegründet. Erst gestern hatte MiddleEastEye geschrieben: „Vor diesem Hintergrund ist die Unfähigkeit der ‘Einheitsregierung’, keine Einigung zwischen den bewaffneten Gruppen herbeiführen zu können, die ihr zumindest nominell unterstehen, keine Überraschung. Daraus folgt die Frage, was von……

400 Häftlinge entkommen aus dem Gefängnis in Libyen

Etwa 400 Gefangene sind am Sonntag aus einem Gefängnis in der libyschen Hauptstadt Tripolis geflohen, nachdem die Kämpfe zwischen rivalisierenden bewaffneten Gruppen eskaliert waren, zitierte Reuters eine libysche Justizquelle.

Unterdessen forderten die Vereinten Nationen die kämpfenden Parteien auf, sich am Dienstag zu treffen, fügte die Nachrichtenagentur hinzu.

Der Justizbeamte fügte hinzu, dass die Gefangenen die Tore des Gefängnisses von Ain Zara gewaltsam öffneten und dass die Gefängniswärter sie nicht aufhalten konnten.

Lokale libysche Medien hatten am Sonntagmorgen berichtet, dass eine bewaffnete Gruppe in das Gefängnis einbrach und seine Insassen, darunter Mitglieder des vertriebenen Regimes von Moammar Qaddafi, freigelassen hatte.

400 prisoners escape prison in Libya

Libyen: Milizenkrieg in Süd-Tripolis

Bildergebnis für Süd-Tripolis
In der libyschen Hauptstadt Tripolis sind Kämpfe unter Milizen ausgebrochen, die bisher mit der von der Uno unterstützten Einheitsregierung zusammengearbeitet hatten und von ihr entlöhnt wurden.

Der Beginn dieser Kämpfe war ein Zusammenstoss an einer der Barrikaden, „check points“ genannt, durch welche die Milizen ihre Herrschaftsgebiete gegeneinander abgrenzen. Die Miliz, die sich 7. Brigade nennt, und oft einfach als die „Tarhuna Miliz“ bezeichnet wird, behauptete, einige ihrer Leute seien entführt worden.

Tarhuna ist eine kleine Stadt, die im Südosten von Tripolis liegt. Die Miliz stammt von dort. Ihr anfänglicher Gegner war die sogenannte Abschreckungsmiliz, die den Flughafen von Mitiga bewacht. Sie betreibt dort auch ein grosses illegales Privat-Gefängnis. Beide Milizen gelten als „islamistisch“. Beide stehen sie theoretisch….

Dank NATO: In Libyen bricht erneut der Bürgerkrieg aus

Mitten auf den Straßen von Tripolis bekämpfen sich unterschiedliche Fraktionen und selbst die international anerkannte Regierung bekämpft sich selbst.

Bildergebnis für Libya Erupting Into New Civil War As Rival Factions Battle On Streets Of Tripoli

Längst in den westlichen Massenmedien vergessen, ist Libyen plötzlich wieder in die Schlagzeilen geraten, als ein kleiner Bürgerkrieg in Gebieten aufbrach, die unter der Kontrolle der von der UNO anerkannten Regierung der Nationalen Einheit (GNA) in Tripolis standen. Bei den sich verschärfenden Zusammenstößen in der libyschen Hauptstadt wurden zahlreiche Menschen getötet und verwundet, als rivalisierende Fraktionen um die Kontrolle der Stadt wetteiferten.

Die Auseinandersetzungen betrafen insbesondere den Beschuss von Wohngebieten im Süden von Tripolis, Straßenkämpfe und Panzer in den Straßen, die an den Krieg von 2011 erinnern, der schließlich zu einer Luftkampagne der NATO und zur gewaltsamen Beseitigung und Ermordung des langjährigen Anführers Libyens, Muammar Gaddafi, führte.

Al-Jazeera berichtet von der Eskalation der Gewalt, die am Wochenende einsetzte, und die dazu geführt hat, dass in der gesamten Hauptstadt ein Notstand ausgerufen wurde:

Bildergebnis für Libya Erupting Into New Civil War As Rival Factions Battle On Streets Of Tripoli

Bei Zusammenstößen zwischen rivalisierenden bewaffneten Gruppen in der libyschen Hauptstadt Tripolis wurden mindestens vier Menschen getötet und sieben weitere verletzt, als sie versuchten, die Kontrolle über die Stadt zu übernehmen.

Das Gesundheitsministerium hat am Montag den Ausnahmezustand ausgerufen, nachdem die Zusammenstöße am Sonntagabend eskaliert waren.

Die Kämpfe ereigneten sich zwischen lokalen Milizen und al-Kani Stammeskämpfern aus Tarhouna, südöstlich von Tripolis, die Verstärkungen in den Norden des Landes entsenden.

Lokale und internationale Berichte bestätigen, dass beide Seiten der Kämpfe loyal gegenüber der UNO und der international unterstützten GNA sind.

Seit dem von der NATO unterstützten Sturz Gaddafis im Jahr 2011 ist Libyen weiterhin zwischen konkurrierenden Parlamenten und Regierungen im Osten und Westen gespalten, wobei sich Milizen und Stämme hinter ihnen aufreihen, was immer wieder heftige Zusammenstöße zwischen den einzelnen Fraktionen zur Folge hat.

 

Die vielleicht wichtigste dieser kämpfenden Milizen ist die Libysche Nationalarmee von Khalifa Haftar, die einen großen Teil des östlichen Libyens kontrolliert. Haftar ist Berichten zufolge bereit, Libyens lebenswichtige „Ölhalbmondregion“ in Angriff zu nehmen, während er seine Kräfte mit tschadischen Söldnern verstärkt, so lokale Berichte.

Der IS ist auch verstreut in verschiedenen Teilen des Landes präsent und bekennt sich an diesem Wochenende im Westen des Landes zu einem tödlichen Anschlag auf einen Sicherheitskontrollpunkt. Sechs Soldaten, die der GNA gegenüber loyal waren, sollen bei diesem Angriff getötet worden sein.

In der Zwischenzeit versucht die GNA, ihre eigenen Fraktionen unter Druck zu setzen, nachdem Tage der Gewalt sich zunehmend auf dicht besiedelte Wohngebiete ausgewirkt haben, scheint aber hilflos zu sein. „Wir warnen diese Banden und geächteten Gruppen, die Zivilisten und Anwohner terrorisiert haben; für solche Gesetzlosigkeit und Chaos gibt es keinen Platz“, sagte der Präsidialrat der GNA in einer Erklärung. „Wir haben dem Innenministerium befohlen, diesen Angriffen entgegenzuwirken“, heißt es in der Erklärung.

Obwohl das vor einigen Jahren „befreite“ Libyen konfliktträchtig blieb, nachdem die NATO und die US-Streitkräfte eine „Blütezeit der Demokratie“ im Stil des „Arabischen Frühlings“ versprachen, sind die Dinge offensichtlich nur noch schlimmer geworden, da die Hauptstadt nun in einen ausgewachsenen Bürgerkrieg abrutscht. Willkommen im „neuen“ Libyen … wo sich die von den USA und den Vereinten Nationen anerkannte Regierung mit sich selbst im Krieg befindet.

Libya Erupting Into New Civil War As Rival Factions Battle On Streets Of Tripoli

Libyen im Juli 2018 – Monatsrückblick

Karte von Libyen

01.07. Das Gipfeltreffen der libyschen Nachbarstaaten, das am 02.07. am Rande des Gipfels der Afrikanischen Union in Mauretanien stattfinden sollte, wurde abgesagt. Nachdem sich einige der afrikanischen Staatsoberhäupter geweigert hatten, die Abschlusserklärung zu unterschreiben, hat Sarradsch unter Protest die mauretanische Hauptstadt Nouakchott verlassen. In der Abschlusserklärung sollte das gegenwärtige „Chaos“ innerhalb des libyschen Ölhalbmondes verurteilt werden.

01.07. Bereits im Juni schrieb die italienische Zeitung Il Foglio[1], dass der Plan von Matteo Salvini, stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Italiens, vorsieht, in Absprache mit Sarradsch ein italienisches Militärkontingent in dem Gebiet um Ghat im Süden Libyens zu stationieren.
Dagegen steht die Stellungnahme von Luigi Di Maio vom Movimento5Stelle im Mai 2017: “Wir müssen aufhören, auf Sarradsch zu setzen, so als ob er das Problem…..

Wahlkampf in Libyen – und wie der Westen versucht, die Kandidatur Saif al-Islam Gaddafis zu verhindern.

uncuttippLibyen. Saif al-Islam Gaddafi veröffentlicht seine Wahlbroschüre. Und wie der Westen versucht, die Kandidatur Saif al-Islam Gaddafis zu verhindern.

Bei dem Pariser Treffen Ende Mai 2018 wurde unter der Schirmherrschaft des französischen Präsidenten Macron geplant, am 10. Dezember 2018 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Libyen abzuhalten.

Laut VoltaireNet rufen auch die Stämme, die die Basis des libyschen Staates bilden, zu Wahlen auf. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass auch die Gaddafisten daran teilnehmen können.

Während die anderen Kandidaten Unterstützung aus den Ländern bekommen, die an den kriegerischen Handlungen gegen den libyschen Staat und seiner Zerstörung mitgewirkt haben, wollen die Westmächte eine Teilnahme Saif al-Islam Gaddafis unbedingt verhindern. Dies ist der Grund, warum gegen Saif al-Gaddafi immer noch ein Haftbefehl vom Internationalen…..

Saif al-Islam Gaddafi veröffentlicht sein Programm

Obwohl es in Libyen keine legitime politische Autorität mehr gibt, planen vier Persönlichkeiten, die durch die Länder, die den libyschen Staat zerstört haben, unterstützt werden, Parlaments-und Präsidentschaftswahlen am 10. Dezember 2018 abzuhalten [1].

Die Stämme, die die Grundlage der libyschen Gesellschaft bilden, haben sich massiv für die Abhaltung dieser Wahlen ausgedrückt, vorausgesetzt, dass die Gaddafi-Anhänger auch daran teilnehmen können; Das ist aber was der Westen um jeden Preis vermeiden will. Deshalb hält das Internationale StrafGericht, auf Grundlage der westlichen Presse, die Beschuldigung von Saif el-Islam Gaddafi für verschiedene Verbrechen aufrecht und hält weiterhin auch einen Haftbefehl gegen ihn aufrecht.

Mehrere Studien zeigen, dass dieser zweite Sohn von Muammar Gaddafi weitaus der beliebteste Führer des Landes ist. Während der Libysch-Arabischen Dschamahirija vertrat er seinen Vater und zeigte wahre Fähigkeit zu verhandeln und zu regieren.

Saif al-Islam Gaddafi hat soeben eine Broschüre mit seinem Ansatz zu den Präsidentschaftswahlen herausgegeben.

Übersetzung
Horst Frohlich

Libyen im Juni 2018 – Monatsrückblick

Juni 2018

01.06. Die ostlibysche Stadt Derna ist stark umkämpft. Laut MiddleEastEye[1] haben die extremistisch-islamistischen Derna Protection Forces (DPF) sich bei Infrastruktureinrichtungen und in Wohnvierteln verschanzt und missbrauchen die Bewohner als Schutzschilde. Die Versorgungslage der Bevölkerung sei katastrophal. Inzwischen hat die LNA alle Zugangsstraßen im Westen der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht, ebenso wie das Industriegebiet und strategische Anhöhen. Die LNA beklage 20 Tote und 35 Verwundete. Auf der Gegenseite wurden geschätzt hundert Kämpfer getötet, die gleiche Anzahl habe sich ergeben. Unter den Kämpfern der DPF befänden sich auch al-Kaida-Mitglieder.
Laut UN-Beobachtern habe die LNA bisher versucht, ihre Bombenangriffe stark zu beschränken. Allerdings seien seit dem 22. Mai fünf Zivilisten durch Raketen getötet worden.

01.06. Die sog. ‘Einheitsregierung’ hat ein Abkommen mit den im Süden angrenzenden Nachbarländern Niger, Tschad und Sudan zur Sicherung der Grenzen getroffen.
Nachtrag 07.06.: Das Parlament in Tobruk hat dieses Abkommen…..

Libyen: Erdölkrieg

Der Kampf um das libysche Erdöl eskaliert dramatisch. Der Nationalen Erdölgesellschaft droht die Spaltung.

Libyen ist ein Land mit drei rivalisierenden Regierungen. Jede von ihnen wird von unstabilen, bewaffneten Milizen gestützt – und ausgebeutet. Es gab bisher nur noch zwei Institutionen, die in den Machtbereichen aller drei Regierungen tätig waren: Die NOC, die Nationale Erdölgesellschaft, und die Libysche Nationalbank. Beide Institutionen sind eng miteinander verbunden, weil die aus dem Ausland kommenden Einnahmen für das exportierte Erdöl an die Nationalbank bezahlt werden.

Beide Institutionen haben – oder hatten bisher – ihren Sitz in Tripolis. Die Nationalbank sorgte dafür, dass das ganze Land von den Erdöleinnahmen profitierte, also nicht nur die beiden in Tripolis sesshaften sich rivalisierenden Regierungen. Verwendet wird dieses Geld unter anderem für staatlich budgetierte Ausgaben sowie für die Entlöhnung der Staatsangestellten.

„Petroleumwächter“

Seit dem Sturz Ghadhafis im August 2011 ist die Erdölförderung stark schwankend. Sie erreichte nie mehr – wie unter Ghadhafi – die 1,6 Millionen Barrel pro Tag. Die Förderung schwankte zwischen fast null bis über eine Millionen Barrel pro Tag. Diesen Wert erreichte sie in den ersten Monaten dieses Jahres.

Karte: Journal21.ch/stepmap.de

Karte: Journal21.ch/stepmap.de

Nach dem Sturz Ghadhafis bis 2016 waren die wichtigen Erdölhäfen in…..

7 Jahre Krieg & Chaos in Libyen: Vom Westen bewaffnete Islamistische Terrorbanden plündern und morden!

Muammar al-Gaddafi hatte es dem Westen prophezeit. Würde man ihn in Libyen entfernen, sei das Chaos sicher und es würden sich Heerscharen von Migranten ihren Weg von den Gestaden Libyens nach Europa hinüberbahnen.

Beides ist genau so eingetroffen. Man kann lange darüber diskutieren, ob diese Entwicklung ein Resultat blinder Macht und Geldgier der führenden westlichen Staaten ist, die sich dieses Desaster nicht haben vorstellen können, oder ob die „7-Länder-in-5-Jahren“-Strategie der USA dieses Ergebnis auch beabsichtigte. Mehr…..

Libyen: Kampf ums Öl

Bildergebnis für Libyen: Kampf ums ÖlBrennender Ölspeicher in Ras Lanuf. Bild: National Oil Corporation, Libyen, Twitter

Der Angriff auf wichtige Ölhäfen bringt erneut Feldmarschall Khalifa Haftar als Landesretter ins Spiel

Stabile Verhältnisse in Libyen wären ein Ansatzpunkt für eine bessere Migrationspolitik. Erneut sind seit vergangener Woche Kämpfe um die Ölhäfen Ras Lanuf und as-Sider ausgebrochen. Katastrophale Schäden meldet die staatliche National Oil Corporation (NOC); Unterstützer des IS in Libyen freuen sich über den “Sieg, der ihren Brüdern zugutekommt”, aber auch Feldmarschall Haftar, der Gegner der Dschihadisten, sieht laut Beobachtern durch die Ereignisse eine Chance, seinen Machtbereich zu vergrößern.

Der Golf von Sidra ist bedeutend für die Haupteinnahmequelle Libyens, man bezeichnet die Gegend als libyschen “Öl-Halbmond” (oil crescent). Dorthin kommt Öl über Pipelines aus den großen Feldern im Osten des Landes, dort wird es raffiniert und exportiert (siehe Bild). In Ras Lanuf konnte…..

 

Schau was die NATO aus Libyen gemacht hat

Ein junger Libyer hatte im Jahr 2000 Fotos in der Stadt Bengazi gemacht.
2018 fotografierte er sich an den gleichen Orten noch einmal….erstaunlich was die US-NATO aus dem einst so schönen Land gemacht hat. Das ist nur die Spitze des Eisberges.

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen, Personen, die stehen, Himmel und im Freien

Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen, Personen, die stehen und im Freien

Bild könnte enthalten: 2 Personen, Personen, die stehen und im FreienQuelle:

Muammar al-Ghaddafis „achtes Weltwunder“ – vom Westen verlacht und ruiniert

Am Ort eines Terroranschlags in der libyschen Stadt Bengasi (Archivbild)© AFP 2018 / Abdullah Doma

Im Westen gilt dieser Mann als Diktator, der sein eigenes Volk grausam unterdrückte. Aber es gibt auch viele Fakten, die quasi vom Gegenteil zeugen. In Wahrheit hat Muammar al-Gaddafi auch viele gute Dinge für Libyen getan. Aber die Umsetzung seiner Projekte wurde vom Westen behindert.

Das größte Bauprojekt der letzten Jahrzehnte wurde in keinem der Industrieländer entwickelt, sondern in Libyen – dem Land der so genannten „Dritten Welt“. Es geht dabei um einen „künstlichen Fluss“, der auch als „achtes Weltwunder “ bezeichnet wird. Mehr…….

Das Libyen der UNO und die harte Realität

Trotz des guten Willens einiger Teilnehmer hat die Pariser Konferenz für Libyen vor Ort nicht die erwünschten Erfolge gehabt. Für Thierry Meyssan lässt sich das durch die Doppelzüngigkeit der NATO und der Vereinten Nationen erklären, die behaupten, das Land stabilisieren zu wollen, obwohl ihre Aktionen dem Cebrowski-Plan der Zerstörung der staatlichen Strukturen entsprechen. Die Pariser Inszenierung war von einer tiefgreifenden Unkenntnis der Besonderheiten der libyschen Gesellschaft durchdrungen.
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Die letzte Pressekonferenz des Paris-Gipfels am 29. Mai. Von links nach rechts: Fayez Al-Sarradsch (Präsident der libyschen nationalen Unions-Regierung, von den Vereinten Nationen auserkoren), Emmanuel Macron (Präsident der französischen Republik), Ghassan Salamé (UN-Beamter). Diese drei Männer, die keine durch Wahlen bestätigte Legitimität in Libyen besitzen, hoffen die Zukunft des libyschen Volkes zu bestimmen.

Seit der Vernichtung der libyschen arabischen Dschamahirija im Jahr 2011 durch die NATO hat sich die Lage in Libyen sehr verschlechtert: Das BIP fiel auf die Hälfte und große Teile der Bevölkerung leben in Armut; es ist unmöglich, innerhalb des Landes zu reisen; überall herrscht Unsicherheit. In den vergangenen Jahren sind zwei Drittel der Bevölkerung ins Ausland geflohen, zumindest vorübergehend.

Nachdem die Rechtswidrigkeit der Intervention der NATO als Verlust abgeschrieben war, versucht die UNO nun das Land wieder zu stabilisieren.

Die Versuche der Befriedung

Die Vereinten Nationen sind präsent durch die MANUL (Mission der Unterstützung der Vereinten Nationen in Libyen), die ein rein politisches Organ ist. Der wahre Charakter dieser Behörde ist sofort nach ihrer Gründung in Erscheinung getreten. Ihr erster Direktor, Ian Martin (ehemaliger Direktor von Amnesty International), organisierte die Umsiedlung von 1500 Dschihadisten von Al-Kaida als “Flüchtlinge” (sic!) von Libyen in die Türkei, um die so genannte [FSA] “Freie syrische Armee“ zu bilden. Natürlich wird heute die MANUL von Ghassan…..

Libyen im Mai 2018 – Monatsrückblick

Bildergebnis für LibyenBild: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:TUBS

Die UN-Sondermission für Libyen berichtet für den Zeitraum vom 1. bis 30. April 2018 von vier Todesopfern und 27 Verletzten durch Kämpfe. Daneben zählt sie zehn Tote und elf Verwundete, verursucht durch Handlungen, bei denen die internationalen Menschenrechte verletzt wurden.
Die Dunkelziffer dürfte bedeutend höher liegen.

02.05. Der nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, sagte bei Fox News, er habe für die Verhandlungen mit Nordkorea über nukleare Abrüstung das „Libyen Model“ im Kopf.
Das ist kein Witz!

02.05. Auf das Hauptquartier der libyschen Wahlkommission in Tripolis wurde ein Angriff verübt. Dabei kamen 14 Menschen ums Leben. Drei Angreifer legten Feuer und lieferten sich mit den Sicherheitskräften einen Schusswechsel. Anschließend sprengten sich zwei der Dschihadisten in die Luft.
Die Großen Stämme weisen noch einmal darauf hin, dass sie weder radikale Islamisten unterstützen, noch die ‚Einheitsregierung‘ in Tripolis oder den CIA……