Archiv für Libyen

„Der Lynchmord an Muammar al-Gaddafi!“ (2)

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Lügen haben kurze Beine. Auch im Fall des vom Westen gestürzten einstigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi!

So forderte Sergej Baburin, der Vorsitzende des Russischen Ausschusses für Solidarität mit den Völkern Libyens und Syriens, schon vor Monaten, die Umstände des Mordes am libyschen Staatschef  neu zu untersuchen.

Gaddafi wurde am 20. Oktober 2011 getötet, als das Auto, in dem er seine von allen Seiten belagerte Heimatstadt Sirte verlassen wollte, von Nato-Kräften beschossen wurde. Anschließend.....

„Der Lynchmord an Muammar al-Gaddafi!“ (1) – VIDEO

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Im Februar 2011 kam es zu landesweiten Aufständen in Libyen. In der Folge verlor Machthaber Muammar al-Gaddafi, der seit einem unblutigen Militärputsch (1969 bis 1979) bis dahin über das Land herrschte, weite Teile des Ostens an die Rebellen.

Im März 2011 führten nach einer UN-Resolution eine Allianz aus den USA, Kanada und.....

Libysches Militär soll an europäische Überwachungssysteme angeschlossen werden

Unter dem niedlichen Namen „Seepferdchen“ errichten EU-Mitgliedstaaten ein Netzwerk zur Kommunikation von Militärs und Grenzpolizeien auf dem Mittelmeer. Auch Libyen, Ägypten, Algerien und Tunesien sollen dort mitmachen. Durch die Hintertür würden sie dann auch am Überwachungssystem EUROSUR teilnehmen.

Seenotrettung im Mittelmeer. Zukünftig soll die libysche Küstenwache dafür sorgen, dass MigrantInnen bereits in den Hoheitsgewässern aufgegriffen und ans Festland zurückgebracht werden. (Bild: EUNAVFORMED)

In einer gemeinsamen Mitteilung haben die EU-Kommission und der Auswärtige Dienst heute vorgeschlagen, die Staaten Nordafrikas zur besseren operativen Zusammenarbeit in das Kommunikationsnetzwerk „Seepferdchen Mittelmeer“ einzubinden. Die dortige Marine erhielte dann Informationen, die von Grenzbehörden und Militärs in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union.....

Vor der dritten Niederlage

Die Berliner Einflussbestrebungen in Libyen stehen vor dem Scheitern. Die "Einheitsregierung", die der deutsche Diplomat Martin Kobler im Namen der Vereinten Nationen in Tripolis installiert hat, ist akut vom Zerfall bedroht; nach einem Putschversuch islamistischer Milizen im Oktober hat sich ihr "Ministerpräsident" Fayez al Sarraj, der maßgebliche Kooperationspartner des Westens, zu Jahresbeginn nur knapp gegen Umstürzler in den eigenen Reihen behaupten können. Sein schärfster Gegner, der gemeinsam mit dem gewählten libyschen Parlament operierende General Khalifa Haftar, hat im Herbst Libyens wichtigste Ölverladehäfen erobert und scheint seine Macht weiter ausbauen zu können. Können Al Sarraj und die "Einheitsregierung" sich nicht halten, dann verlören Berlin und die EU nicht nur ihren zentralen libyschen Kooperationspartner in Sachen Flüchtlingsabwehr. Sie gerieten darüber hinaus nun auch in Libyen ins Hintertreffen gegenüber Russland, das in jüngster....

Libyen im Dezember 2016 – Monatsrückblick

01.12. In mehreren Bezirken von Tripolis sind schwere Kämpfe zwischen verschiedenen islamistischen Milizen ausgebrochen. Bei den Kämpfen sollen etliche Zivilisten ums Leben gekommen sein. JamahiriyaNewsAgency: Die libysche Menschenrechtskommission (NCHRL) fordert in einer Stellungnahme, in Tripolis keine Gewalt und keine schweren Waffen gegen die Zivilbevölkerung einzusetzen.

01.12. In der Nähe des zerstörten internationalen Flughafens von Tripolis sollen zwischen Misrata-Milizen und Wirschefana-Einheiten ebenfalls Kämpfe ausgebrochen sein.

01.12. Im Medizinischen Zentrum von Bengasi, in dem die in Kämpfen von Ganfouda verwundeten Soldaten behandelt werden, ist eine Kofferbombe explodiert. In dem betroffenen Bereich der Klinik hielten sich zum Zeitpunkt der Explosionen viele Menschen auf, etliche wurden verletzt.

01.12. Mohamed Dadschri, Außenminster der....

Der große von Menschenhand geschaffene Fluss Gaddafis: Was ist damit passiert?

Oberst Gaddafi, ein Mann mit vielen Visionen, träumte davon, Libyen mit reichlich frischem Wasser zu versorgen, und er wollte, dass sein Heimatland eine stolze und freie Nation wird. 1953 führte die Suche nach schwarzem Gold in den riesigen Wüsten, die im südlichen Teil Libyens liegen, zur Entdeckung von Öl und fossilem Wasser. Die vierfach abgelagerten Wasserschichten, die in den 50er Jahren entdeckt wurden, hatten einen prognostizierten Umfang zwischen 4.500 bis 20.000 Kubikkilometern. Die Mehrheit dieses Wasservorrats sammelte sich vor ca. 15.000 bis 25.000 Jahren an, während man davon ausgeht, dass einige Wasserreservoirs nur wenige tausend Jahre alt sind.

Nach einem Machtkampf zwischen Gaddafi und Muhammad Idris bin Muhammad al-Mahdi as-Senussi, dem König von Libyen, kamen Gaddafi und seine Armee 1969 durch einen Putsch gegen Muhammad Idris an die Macht. Die neue Regierung, auch Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija genannt, verstaatlichte die Ölfirmen und....

Militär ruft den Staatsnotstand aus

Libyen. Die bewaffneten libyschen Kräfte haben den Staatsnotstand ausgerufen und vorübergehend alle politischen Prozesse für ausgesetzt erklärt.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Angelika Gutsche

JamahiriyaNewsAgency[1] übernahm den Inhalt eines Artikels von Sputnik-Africa, in dem Ali Katrani, der Vorsitzende des Präsidialrats der 'Einheitsregierung', in einem Interview sagte, dass die Ausrufung des Staatsnotstands durch das Militär den Beginn einer Übergangsperiode ankündige, die es Libyen ermöglichen wird, seine territoriale Integrität wieder zu erlangen.

Während dieser Zeit werde das Militär unter Führung von Generalfeldmarschall Khalifa Hefter das Land unter seinen Schutz stellen. Nach der Wiedervereinigung des Landes werde die Regierung den Schwerpunkt auf die Erreichung eines politischen Konsenses innerhalb der Nation richten.

Weiter erklärte Katrani in dem Interview, dass die Libysche....

Schleusung übers Mittelmeer: Libyens Küstenstädte verdienen um 300 Mio. Euro jährlich

20160818_eunavfor_med_schlauchbootAm Schmuggel von Flüchtlingen und Migranten über die zentrale Mittelmeerroute verdienen allein die Einwohner von Küstenstädten Libyens geschätzt zwischen 275 und 325 Millionen Euro im Jahr. Der Menschenschmuggel auf dieser Route reiche aber weit über Libyen hinaus. Insgesamt hätten in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als 333.400 Migranten das Mittelmeer auf dem Weg nach Europa gequert, davon mehr als die Hälfte zwischen Libyen und Italien –  und inzwischen liefen sogar 90 Prozent der Versuche, nach Europa zu gelangen, auf dieser Route. Das meldete der Kommandeur der EU-Marinemission EUNAVFOR MED vor der Küste Libyens, der italienische Konteradmiral Enrico Credendino, vergangene Woche in einem....

Libyen im November 2016 – Monatsrückblick

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01.11. In London hatte ein Treffen stattgefunden, an dem der US-amerikanische und britische Außenminister und Vertreter von Frankreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi Arabien, der Weltbank und des IWF sowie Martin Kobler teilgenommen hatten. Ali Gatrani, der für den Osten Libyens im Präsidialrat säße, diesen aber boykottiert, sagte dazu: Das Treffen sei eine Verschwörung, um Libyen den Willen ausländischer Regierungen aufzuzwingen. Allein das Parlament stelle die Legislative, daher lägen politische Vereinbarungen und die Annahme des Staatshaushalts ausschließlich in dessen Hand.   01.11. Nach mehreren Tagen schwerer Kämpfe ist in Zawia ein Waffenstillstand vereinbart worden. Bei den Kämpfen soll es um Stammesrivalitäten gehen; es war zu Morden an drei Stammesmitgliedern gekommen. Tatsächlich steckt wohl das....

Sarkozys libysche Altlasten

Nicolas Sarkozy, früherer Präsident und Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur 2017, gesteht am 20. November in Paris seine Niederlage in den Vorwahlen der Partei „Les Républicains“ ein. (Foto: Keystone/AP EPA Pool, Ian Langsdon)
Nicolas Sarkozy, früherer Präsident und Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur 2017, gesteht am 20. November in Paris seine Niederlage in den Vorwahlen der Partei „Les Républicains“ ein. (Foto: Keystone/AP EPA Pool, Ian Langsdon)
Frankreichs Ex-Präsident hat ein halbes Dutzend Justizaffären am Hals. Er wollte das Amt noch einmal erobern, weil er dann Immunität genossen hätte. Damit ist es nun vorbei.

Er hebt die Augen, der Körper zuckt – noch mehr als üblich – an allen Ecken und Enden, und die Kiefer scheinen zu bersten, als er zwischen zusammengebissenen Zähnen die Sätze ausspeit : „Was für eine Unwürdigkeit. Ich dachte, wir sind im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Schämen sie sich nicht?“

So antwortet ein Nicolas Sarkozy auf die Frage eines Fernsehmoderators, was er denn dazu zu sagen habe, dass in der so genannten Libyenaffäre um die mutmassliche Finanzierung seines Präsidentschaftswahlkampfs 2007 durch Ghadafi der langjährige....

Libyen im Oktober

Libyen. Was geschah… eine unvollständige Auflistung

02.10. In Tripolis hat ein Treffen der Ratsmitglieder von Städten und Gemeinden stattgefunden. Die Einladung ging an alle Kommunen, allerdings scheinen nur etwa 60 Teilnehmer, alle aus dem westlichen Landesteil, teilgenommen zu haben.

02.10. Beim Kampf gegen den IS in Sirte sollen 55 IS-Kämpfer getötet worden sein, auf Seiten der Bundschan-Marsous-Brigaden (Misrata-Miliz) kamen acht Kämpfer ums Leben, etliche wurden verletzt. Ebenso wurde ein dänischer Fotograf durch Schüsse tödlich getroffen. Der Fotograf war vor vier Jahren schon einmal kurzfristig vom IS in Syrien gekidnappt worden.

04.10. Treffen der Libyen-NATO-Krieger in Paris. Auf Einladung des französischen Präsidenten Hollande haben sich gestern die Außenminister der USA, Großbritanniens, Italiens, Deutschlands, Spaniens, Ägyptens, Katars, Saudi Arabiens, der Türkei und der Vereinigten Arabischen Emirate sowie Martin Kobler und die EU-Beauftragte Federica Mogherini in Paris....

Der große von Menschenhand geschaffene Fluss Gaddafis: Was ist damit passiert?

titleOberst Gaddafi, ein Mann mit vielen Visionen, träumte davon, Libyen mit reichlich frischem Wasser zu versorgen, und er wollte, dass sein Heimatland eine stolze und freie Nation wird. 1953 führte die Suche nach schwarzem Gold in den riesigen Wüsten, die im südlichen Teil Libyens liegen, zur Entdeckung von Öl und fossilem Wasser. Die vierfach abgelagerten Wasserschichten, die in den 50er Jahren entdeckt wurden, hatten einen prognostizierten Umfang zwischen 4.500 bis 20.000 Kubikkilometern. Die Mehrheit dieses Wasservorrats sammelte sich vor ca. 15.000 bis 25.000 Jahren an, während man....

 

Gedenken an Oberst Gaddafi: Fünfter Todestag

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Kindheit und Jugend. Die folgenden Beschreibungen beruhen zum Großteil auf dem Buch „Gheddafi. Una sfida dal deserto“ von Angelo del Boca. Editori Laterza 1998.

Heute jährt sich zum fünften Mal der Todestag von Oberst Muammar al-Gaddafi, der am 20. Oktober 2016 bestialisch ermordet wurde. Seinen geschundenen Leichnam stellte man tagelang in Misrata in einem Kühlhaus zur Schau.

Der Vater Gaddafis, Mohamed Abdel Salam, genannt Abu Miniar, gehörte dem relativ kleinen Stammesverband der Gaddadfa an. Die Familie lebte mit ihren Viehherden in der Großen-Sirt-Wüste, wo nahe der Stadt Sirte der kleine Muammar von Mutter Aischa in einem einfachen Beduinenzelt aus Ziegenleder zur Welt gebracht wurde. Sechs Kinder, die sich in den Sümpfen entlang der Mittelmeerküste Malaria zugezogen hatten, waren bereits gestorben[1]; drei Töchter, Salema, Ateka und Alzadina, hatten überlebt. Der Vater war bei der Geburt seines Sohnes fast 60 Jahre alt. Gaddafis Geburtsdatum ist nicht mit letzter Sicherheit anzugeben, da es in jener Zeit in Libyen nicht üblich....

US-Bomben gegen Kämpfer des Islamischen Staates in Libyen

STUTTGART, Deutschland – US-Kampfjets haben innerhalb von vier Tagen 51 Luftangriffe auf Kämpfer des Islamischen Staates / IS in Libyen geflogen; das seien die schwersten seit Beginn der Operation "Odyssey Lightning" (s.https://www.youtube.com/watch?v=dXqginw5ByQ) gewesen, hat das U.S. AFRICOM in Stuttgart mitgeteilt. (Weitere Infos dazu s.unter
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP20714_291214.pdf.)
Bei den Angriffen zwischen Freitag und Montag wurden nach Angaben des AFRICOM
etwa 155 Ziele getroffen – fast nur IS-Stellungen. Mehr....

Machtübernahme in Tripolis

Tripolis (Libyen). Moslembrüder gegen Moslembrüder

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Angelika Gutsche

Die sogenannte ‚Regierung der nationalen Aussöhnung‘ (National Salvation Government NSG) hat unter der Führung von Khalifa Ghweil am 14. Oktober die Kontrolle über das Hauptquartier des Staatsrats in Tripolis übernommen. Die vom Westen eingesetzte ‚Einheitsregierung‘ floh schon vorher mit ihrem Ministerpräsidenten Sarradsch und dem Präsidialrat nach Tunesien.

Währenddessen spricht JamahirijaNews von einer Farce: In Tripolis kämpfe die von den USA, Katar und der Türkei unterstützte Moslembruderschaft gegen die von den USA, Katar und der Türkei unterstützte Moslembruderschaft. Beide seien illegitime Regierungen und mit der Miliz ‚Libya Fadschr‘ (Morgendämmerung) verbunden, die sich aus al-Kaida- und LIFG-Extremisten (Libya Islamic Fighting Group) zusammensetzt.

Zum Verständnis der gegenwärtigen politischen Situation in Libyen ist ein Rückblick unumgänglich. Zur Erinnerung: Bei den...

Die Europäische Union und die NATO zündeln in Libyen an einem Pulverfass

natoSeit Freitag Abend haben sich Milizen in Tripolis gegen die "Regierung der nationalen Einheit" (GNA) und den Präsidenten Fayiz as-Sarradsch erhoben. Truppen des ehemaligen Ministerpräsidenten Khalifa al-Ghweil besetzten Regierungsgebäude, ein Hotel und eine Fernsehstation. Die Einheitsregierung bezeichnet die Kämpfe als Putsch, al-Ghweil hingegen fordert eine Zusammenarbeit. Konflikte gibt es auch mit dem konkurrierenden Parlament in Tobruk und dem dort amtierenden Luftwaffengeneral Khalifa Haftar. Milizen seiner sogenannten Ölgarde hatten kürzlich sämtliche Ölhäfen im Osten des Landes besetzt. Zur Situation in Libyen und einer Antwort des Auswärtigen Amtes kommentiert der europapolitische Sprecher der.....

Energie-Krieg: Putschversuch und Chaos in Libyen

In Libyen ist es zu einem Putschversuch gekommen. Die Lage ist unklar. In dem Land tobt seit Monaten ein erbitterter Energie-Krieg.
Internationale Energiekonzerne in Libyen. (Grafik: Stratfor)

Internationale Energiekonzerne in Libyen. (Grafik: Stratfor)

In einer Nacht- und Nebelaktion haben Islamisten in Libyen versucht, wieder an die Macht zu gelangen. Nach Berichten vom Samstag drangen Milizen des früheren Ministerpräsidenten Chalifa al-Ghweil in den alten Sitz des Parlaments in der Hauptstadt Tripolis vor. Al-Ghweil rief die von den Vereinten Nationen (UN) unterstützte Einheitsregierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch auf, die Arbeit einzustellen. Seine Regierung sei zurück, verkündete Al-Ghweil in dem...

Libyer, die zuvor gegen Gaddafi waren, bedauern nun den US-geführten Regimewechsel

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Wer profitiert eigentlich von den überall auf der Welt von den Amerikanern geführten Kriegen? Die Nachwirkungen des US-geführten Konflikts zeigen, dass es nicht die Zivilbevölkerung ist, obwohl das Militär und die Politiker ja immer und immer wieder beteuern, dass die USA die Kriege nur führt, um die Zivilbevölkerungen im jeweiligen Lande zu befreien, beschützen und demokratisieren.

Die Sunday Mail veröffentlichte Berichte über eine Reihe von Libyern, die ihr Bedauern über Muammar Gaddafis Sturz im Jahre 2011 äußerten, trotz der Tatsache, dass einige von ihnen selbst gegen ihn zur Waffe gegriffen hatten. Wie einer von ihnen sagte:

„Ich schloss mich der Revolution in den ersten Tagen an und kämpfte gegen Gaddi“, sagte der frühere Revolutionskämpfer Mohammed (31) aus der südlichen Stadt Murzuq. „Vor 2011 hasste ich Gaddafi mehr als irgendjemand sonst. Aber nun ist das Leben noch viel viel härter und ich wurde sein größter Fan.“

2011 wurde uns gesagt, dass Gaddafi ein schlimmes Blutbad an seinem eigenen Volk anrichten würde, und dass als Ergebnis davon die internationale Staatengemeinschaft intervenieren müsse, um die libyschen Zivilisten zu beschützen. Dies stellte sich laut einer Analyse von Statistiken, die Human Rights Watch vorliegen, als falsch heraus. Weiterhin ergab eine durch Amnesty International durchgeführte Untersuchung, dass eine Reihe von Vorwürfen gegen Gaddafi erfunden waren, wie Independent feststellt:

NATO-Führer, Oppositionsgruppen und die Medien haben seit dem Beginn des Aufstandes am 15. Februar eine Menge Geschichten in die Welt gesetzt, wobei sie behaupteten, dass das Gaddafi-Regime Massenvergewaltigungen angeordnet, ausländische Söldner benutzt und Hubschrauber gegen zivile Demonstranten eingesetzt habe.

Eine Untersuchung durch Amnesty International war nicht in der Lage, Beweise für diese Menschenrechtsverletzungen zu finden, und sie [die Berichte darüber] wurden in vielen Fällen diskreditiert oder in Zweifel gezogen. Sie fanden auch Anzeichen dafür, dass bei einigen Gelegenheiten die Rebellen in Benghazi offenbar bewusst falsche Behauptungen oder manipulierte Beweise vorgebracht haben.

Die so genannte „Flugverbotszone“, die durch eine Resolution des Weltsicherheitsrates autorisiert wurde, erlaubte keinen Regimewechsel, was etwas war, das laut Beteuerungen von NATO-Repräsentanten gegenüber ihren östlichen Amtskollegen nicht passieren würde. Der Beschluss erlaubte lediglich den Streitkräften der Koalition, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Zivilisten zu beschützen, die innerhalb des Landes attackiert werden, einschließlich Benghazi, während die Besetzung durch eine ausländische Streitkraft in irgendeiner Form und auf jeglichem libyschen Territorium ausgeschlossen wurde. Die Resolution verlangte zudem, dass die Koalition in einem solchen Fall sofort den Generalsekretär darüber informiert.

Was eine „Flugverbotszone“ tatsächlich nach sich zog, war ein Angriff im großen Stil auf Gaddafis Truppen, um sicherzustellen, dass keines seiner Flugzeuge innerhalb des Luftraums seines eigenen Landes fliegen konnte. Es bedeutete auch, dass alles, was dazu in der Lage war, ein Kriegsflugzeug der Koalition außer Gefecht zu setzen, ebenfalls zerstört werden sollte.

All diese NATO-Bomben waren angeblich dazu gedacht, um die Zivilisten zu beschützen.

Weiterhin gab ein libyscher Rebellenkommandant zu, dass zu seinen Kämpfern Dschihadisten mit Al Qaida-Verbindungen gehörten, die im Irak gegen US-Soldaten gekämpft hatten. Diese Kämpfer, die zu dieser Zeit als Al Qaida im Irak bekannt waren, werden nun als ISIS bezeichnet. Es versteht sich von selbst, dass Libyen nun infolge von Gaddafis Sturz eine ISIS-Hochburg ist.

Vor dem NATO-Angriff hatte Libyen den höchsten Lebensstandard aller afrikanischer Länder. Dies bedeutete, dass die Leute staatlich geförderte Gesundheitsfürsorge erhielten, eine hohe Alphabetisierungsquote hatten und andere Vorteile, die mit dem Leben in einer blühenden Gesellschaft einhergehen. Allein 2015 fiel das Land auf dem UN-Index der menschlichen Entwicklung um 27 Plätze zurück. Laut UNICEF können nun zwei Millionen libysche Kinder keine Schule besuchen.

Die Konsumenten von Konzernmedien könnten auch überrascht sein zu erfahren, dass Libyen eine integrative und progressive Demokratie besaß, in der Entscheidungen auf einer lokalen Ebene getroffen wurden. Es war nicht die Diktatur, die Sacha Baron Cohen in seinem Film Der Diktator unzutreffenderweise porträtierte.

Ungeachtet unserer Ansichten über Gaddafi, war der frühere lybische Staatschef dazu in der Lage, für Stabilität und gute Staatsführung für das libysche Volk zu sorgen. Es mag zutreffen, dass er dafür verantwortlich war, Dissidenten misshandelt zu haben, aber wir sollten nicht vergessen, dass Großbritannien in vollem Bewusstsein diese Dissidenten zu Gaddafi schickte, dass sie gefoltert werden würden.

Um dieser Verderbtheit sogar noch eins drauf zu setzen, sei gesagt, dass gegen den früheren französischen Staatschef Nicolas Sarkozy – den Mann, der für die Ermordung Gaddafis maßgeblich ist – wegen der Annahme von 50 Millionen Euro ermittelt wird, die er von ihm für seinen Wahlkampf erhalten hatte.

Sollen wir etwa diesen korrupten Politikern zutrauen, die Interessen ihrer Bevölkerung zu schützen?

Für die Kriegstreiber innerhalb des politischen Establishments Amerikas war die Zerstörung der libyschen Lebensweise nichts weiter als ein (lustiges) Spiel.

Oder wie es der libysche Medizinstudent Salem ausdrückte:

Wir dachten, nach der Revolution würde sich alles zum Besseren wenden, aber es wurde einfach nur schlimmer und schlimmer.

Seit 2001 wurden weit mehr Leute umgebracht als während der Revolution oder unter 42 Jahren von Gaddafis Herrschaft zusammen.

Wir hatten nie diese Probleme unter Gaddafi.

Es gab immer Geld und Elektrizität, und obowhl die Leute nicht viel Geld verdienten, war alles billig, so dass das Leben einfach war.

Einige meiner Freunde sind sogar zusammen mit den Migranten auf dem Boot nach Europa gefahren, weil sie das Gefühl haben, dass sie hier keine Zukunft haben.

Ich würde gerne diesem Durcheinander entkommen und im Ausland studieren, aber ich warte seit einem Jahr auf einen neuen Pass, und selbst wenn ich einen bekomme, wird es schwierig, ein Visum zu bekommen, weil 2014 alle Botschaften das Land verlassen haben.

Und so fühle ich mich wie ein Gefangener in meinem eigenen Land. Und ich habe angefangen, mein eigenes Land zu hassen.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com

Libyenkrieg war vom Westen gewollt

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Es ist mehr als nur unglaublich. Es handelt sich um einen Skandal, der seinesgleichen sucht. In Libyen versammelten sich während der NATO-Bombardierungen Hunderttausende Menschen am Green Square in Tripolis und anderen Orten, grüne Fahnen schwenkend, um ihrer Unterstützung für die Regierung von Muammar Gaddafi Ausdruck zu verleihen. Und diese unmissverständliche Kundgebungen des Volkes wurde von den westlichen Medien völlig ignoriert. Wir sprechen von demokratischen Ländern mit uneingeschränkter Pressefreiheit. Tag für Tag wurden von NATO-Einheiten Bomben auf Libyen abgeworfen. Tausende Zivilisten wurden getötet. Das Volk bezeugte unmissverständliche Unterstützung für Gaddafi und die westlichen Medien versorgten uns dennoch weiterhin mit den gleichen Lügen.

Afrika ist der reichste Kontinent der Erde mit gewaltigen natürlichen Ressourcen. Gleichzeitig ist Afrika auch der ärmste Kontinent. 57 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, das heißt, von weniger als 1,25 Dollar pro Tag.
Wie erklärt sich dieser Widerspruch? Der Grund ist, die Multis bezahlen diese Rohstoffe nicht. Sie stehlen sie. Sie plündern die Ressourcen Afrikas, erzwingen niedrige Löhne, Handelsabkommen, die für Afrika mit Nachteilen verbunden sind, Privatisierungen, die Afrika schädigen. Sie üben jede Form von Druck und Erpressung auf die schwachen Staaten aus, erwürgen sie mit einer Schuldenlast, für die es keine Rechtfertigung gibt, installieren willfährige Diktatoren, provozieren Bürgerkriege in den Regionen, die sie am meisten begehren.

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Afrika hat für die Multis eine strategische Bedeutung. Ihr Reichtum basiert auf der Plünderung dieser Ressourcen. Würden angemessene Preise für Gold, Kupfer, Platin, Coltan, Phosphat, Diamanten und die landwirtschaftlichen Produkte bezahlt, wären die Multis viel weniger reich und die lokale Bevölkerung könnte ihre Armut überwinden. Für die Multis in den USA und Europa ist es deshalb entscheidend, zu verhindern, dass sich Afrika vereint und emanzipiert. Afrika soll abhängig bleiben.

Ein Beispiel hat der afrikanische Autor Jean Paul Pougala schön dargelegt:

Es begann 1992, als 45 afrikanische Staaten die RASCOM (Regional African Satellite Communication Organization) gründeten. Afrika sollte seinen eigenen Satelliten bekommen und dadurch die Kommunikationskosten auf dem Kontinent deutlich gesenkt werden. Damals waren Telefonate nach oder aus Afrika die teuersten auf der Welt. Das lag an den jährlichen Gebühren von 500 Millionen Dollar, die Europa für die Nutzung seiner Satelliten wie Intelsat selbst für Inlandsgespräche verlangte. Ein eigener afrikanischer Satellit hätte nur 400 Millionen Dollar gekostet und dem Kontinent die jährlichen Gebühren von 500 Millionen erspart. Welcher Banker würde ein solches Projekt nicht finanzieren? Aber das größte Problem war: Wie soll sich ein Sklave von der Ausbeutung durch seinen Herrn befreien können, wenn er dazu eben diesen Herrn um Unterstützung bitten muss?

In der Tat hielten Weltbank, Internationale Währungsfonds, die USA und Europa die Afrikaner über 14 Jahre hinweg mit vagen Versprechungen hin. Gaddafi hat 2006 dieses sinnlose Betteln bei den westlichen »Wohltätern« mit ihren exorbitanten Zinssätzen beendet. Der libysche Staatsführer legte 300 Millionen Dollar auf den Tisch. Die Afrikanische Entwicklungsbank steuerte weitere 50 Millionen bei. Die Westafrikanische Entwicklungsbank beteiligte sich mit 27 Millionen. So bekam Afrika am 26. Dezember 2007 seinen ersten Kommunikationssatelliten. Anschließend stellten China und Russland ihre Technologie zur Verfügung und halfen beim Start von Satelliten für Südafrika, Nigeria, Angola, Algerien. Ein zweiter Satellit für ganz Afrika wurde im Juli 2010 ins All geschossen. Der erste Satellit, dessen Technologie zu 100 Prozent aus Afrika kommt und in Afrika, vor allem in Algerien, hergestellt wird, ist für 2020 geplant. Man erwartet, dass dieser Satelliten mit den Besten in der Welt konkurrieren kann und nur ein Zehntel kostet.
Eine echte Herausforderung!
Eine symbolische Geste von lediglich 300 Millionen Dollar hat so das Leben für einen ganzen Kontinent verändert. Durch Gaddafis Libyen hat der Westen nicht nur die 500 Millionen Dollar pro Jahr verloren, sondern auch die Milliarden an Schulden und Zinszahlungen, die für den ursprünglichen Kredit in alle Ewigkeit in exponentieller Weise zu zahlen gewesen wären. Sie hätten dazu beigetragen, das verdeckte System der Ausbeutung des Kontinents aufrecht zu erhalten.

Es war das Libyen Gaddafis, das ganz Afrika seine erste wirkliche Revolution in der modernen Zeit ermöglichte: die Erschließung des ganzen Kontinents für Telefon, Fernsehen, Radio und viele andere Anwendungsbereiche, wie Telemedizin und Fernstudium. Zum ersten Mal gibt es dank des WiMax-Systems kostengünstige Internetverbindungen über den ganzen Kontinent bis in die ländlichen Zonen.“
Das ist eine Information, die man uns über den bösen Gaddafi nicht erzählt hat! Dass er den Afrikaner half, sich von der erstickenden Bevormundung durch den Westen zu befreien. Gibt es noch andere Informationen dieser Art, die man verschwiegen hat?
 
Bild: botrostours.at
Bild: botrostours.at
Gaddafi hat den IWF herausgefordert
 
Gaddafi hat die Entwicklung des „Afrikanischen Währungsfonds“ (AWF) unterstützt. Er hat somit das Verbrechen begangen, den „Internationalen Währungsfonds“ (IWF) herauszufordern. Es ist bekannt, dass der IWF die Entwicklungsländer voll erpresst. USA und Europa kontrollieren ihn. Der IWF verleiht nur Geld an Entwicklungsländer, wenn sie bereit sind, ihre Unternehmen zum Profit der Multis zu verkaufen, Aufträge vergeben, die ihnen selbst keinen Nutzen bringen und ihre Gesundheits- und Bildungsausgaben senken. Kurz, den IWF als Bankier zu haben, bringt erheblichen Schaden.

Genauso wie die Südamerikaner ihre eigene Bank, die Banco del Sur, gegründet haben, um den anmaßenden Erpressungen des IWF die Stirn bieten zu können und selbst zu entscheiden, welche Projekte für sie nützlich sind und sie finanzieren wollen, so würde der Afrikanische Währungsfonds (AWF) den Afrikanern mehr Unabhängigkeit bringen. Wer aber finanziert den AWF? Algerien hat 16 Milliarden beigesteuert, Libyen 10 Milliarden, zusammen sind das 62 Prozent seines Kapitals.
Wer mehr über Libyen erfahren möchte, kann folgende Seite besuchen: Hier... Quelle:

Deutschlands Kriegsbilanz (III)

Fünf Jahre nach den NATO-Angriffen auf Libyen rechnet ein Ausschuss des britischen Parlaments schonungslos mit dem Krieg und den angeblichen Kriegsursachen ab. Die Kernbegründung der im März 2011 gestarteten westlichen Intervention, Muammar al Gaddafi habe ein Massaker an der Bevölkerung von Benghazi geplant, das verhindert werden müsse, sei nicht mit belastbaren Argumenten zu belegen und vermutlich falsch, urteilt der Parlamentsausschuss unter Berufung auf international renommierte Experten. Tatsächlich hätten äußere Interessen die entscheidende Rolle gespielt. Über Frankreich etwa heißt es unter Berufung auf französische Geheimdienstoffiziere, es sei Präsident Nicolas Sarkozy um stärkeren Zugriff auf libysches Erdöl, größeren politischen Einfluss in Nordafrika und die Demonstration militärischer Macht gegangen. Der Zerfall des libyschen Staates und das Erstarken militanter Islamisten seien von Anfang an zu erwarten gewesen. Die Vorwürfe treffen auch Berlin: Während die Bundesregierung dem Krieg offiziell ihre Zustimmung verweigert hat - nicht zuletzt aus Gründen deutsch-französischer Rivalität -, hat sie sich an ihm mit der Entsendung von mehr als hundert...