Archiv für Irak

In Moskau spricht der irakische Außenminister über eine „strategische Zusammenarbeit“ mit Russland.

….das wird der USA aber nicht gefallen…..

Der russische Außenminister Sergey Lavrov (R) und sein irakischer Amtskollege Mohammed al-Hakim betreten einen Saal bei einem Treffen in Moskau am 30. Januar 2019. Bild: REUTERS/Maxim Shemetov

Der irakische Außenminister Mohammed Ali al-Hakim stattete Moskau am 29. und 30. Januar einen offiziellen Besuch ab. Der Außenminister und seine Delegation trafen sich mit ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, Vizepremier Juri Borissow, Mitgliedern des Senats und anderen Offiziellen zu verschiedenen Treffen. Natürlich sind Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit – insbesondere in der Öl- und Gasindustrie – die Grundlage der Beziehungen zwischen den Ländern.

Während seiner Pressekonferenz mit Lawrow bedankte sich Hakim für die Hilfe Russlands im Kampf gegen den islamischen Staat und bezeichnete die Beziehungen zwischen den Nationen als „strategische Partnerschaft“. Hakim sagte, dass dieses Jahr der 75. Jahrestag der bilateralen Beziehungen der Länder begangen wird. Er lud Lavrov nach Bagdad ein, der führende russische Diplomat akzeptierte. Mehr hier…….

Im irakischen Parlament wird über den Rauswurf der US-Truppen aus dem Irak debattiert

Trump hat angekündigt, im Irak US-Soldaten zu belassen, die die Situation in der Region überwachen sollen. Es ging dabei sowohl um den Iran, als auch um Syrien, nur hat er vergessen, den Irak um Erlaubnis zu fragen, was ihm dort übel genommen wird.

Der Irak ist ein besetztes Land, seitdem die USA ihn 2003 angegriffen haben. Allerdings ist der Irak, das muss man sich bewusst machen, nicht so massiv besetzt, wie zum Beispiel Deutschland. Während in Deutschland 40.000 US-Soldaten stationiert sind und die Deutschen sich an diesen Zustand in Jahrzehnten gewöhnt haben, ist die Situation im Irak eine andere. Erstens sind dort nur ca. 6.000 US-Soldaten….

US-Armee und der Irak-Krieg: Fertige Studie darf niemand sehen

Höhere Führungskräfte machen sich Sorgen, wie sie dargestellt werden

Bildergebnis für usa krieg irakFoto: The U.S. Army, flickr, Lizenz CC BY 2.0

Jason Ditz Antikrieg

Sie ist von einer Reihe von eingeweihten Spitzenbeamten der Armee gelobt worden, und viele denken, dass es wichtig ist, die Lehren aus der katastrophalen Besetzung des Irak deutlich zu machen. Aber die Studie “The United States Army in the Iraq War” (Die Armee der Vereinigten Staaten im Irakkrieg) bleibt unveröffentlicht und wird vielleicht nie das Licht der Welt erblicken.

Nachdem sich Armeevertreter auf die Notwendigkeit beriefen, viele der Lehren Vietnams zu Beginn der Besetzung des Irak “neu zu lernen”, gab General Ray Odierno die Studie 2013 in Auftrag. Bis 2015 war sie fertig gestellt und in einem zweibändigen Dokument zusammengefasst.

Die meisten angeführten Armeefunktionäre sagen, dass sie veröffentlicht werden sollte, und einige im Kongress drängen auch darauf, dass das fertige Dokument endlich freigegeben wird. Dennoch gibt es zur Zeit einen stillen Widerstand der Führungskräfte, die besorgt sind, dass ein Bericht, der den Krieg für “weitgehend erfolglos” erklärt, sie schlecht aussehen lässt.

Die aktuelle Position der Armee ist, dass die Studie “keine offizielle Geschichte” ist, sondern dass sie in Zukunft vom Army War College veröffentlicht werden würde. Ob sie dann öffentlich zugänglich wird, ist ungewiss, wobei klar ist, dass einige es einfach vorziehen, dass über das Scheitern des Krieges nicht gesprochen wird.

Irak Basra, Epizentrum des Aufruhrs

In Basra, Irak, reissen Demonstranten die Betonmauern ein, die das Gouverneursgebäude umschliessen. Sie verlangen bessere öffentliche Dienstleistungen und Jobs. (Bild vom 5. September 2018, Keystone/AP, Nabil al-Jurani)
In Basra, Irak, reissen Demonstranten die Betonmauern ein, die das Gouverneursgebäude umschliessen. Sie verlangen bessere öffentliche Dienstleistungen und Jobs. (Bild vom 5. September 2018, Keystone/AP, Nabil al-Jurani)
Bagdad gerät durch die Demonstrationen im Süden unter Druck. Doch ob die politischen Konsequenzen den Protestierenden nützen werden, ist höchst ungewiss.

Die Demonstrationen und Tumulte in Südirak, die seit dem Juli unvermindert andauern, haben in der vergangenen Woche einen Höhepunkt erreicht. Die Stadt Basra wirkt als Epizentrum, von dem die Bewegung ausstrahlt. In der vergangenen Woche haben zwölf Demonstranten ihr Leben verloren. 50 wurden verwundet, wie das irakische Innenministerium bekannt gab. Seit Beginn der Bewegung im Süden wurden 24 Todesopfer gezählt.

Kein Trinkwasser

Die jüngste Welle des Zorns wurde dadurch ausgelöst, dass in Basra 30’000 Personen hospitalisiert werden mussten, weil sie verunreinigtes Wasser getrunken hatten. Reines Wasser ist nur in Flaschen zu haben, für die man teuer bezahlen…..

Irak: US-Botschaft in grüner Zone unter Beschuss

Bildergebnis für US Embassy In Baghdad's Green Zone Under Attack

Die US-Botschaft in Bagdads „Grüner Zone“ stand unter Mörserbeschuss. Schiitische Milizen fordern den Abzug ausländischer Truppen und westlicher Vertreter aus dem Irak. Im Land breiten sich Unruhen aus.

Im Irak geht es erneut zur Sache. Während einer sensiblen Übergangsphase in der Regierung werden die Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliierten im Land zur Zielscheibe der vom Iran unterstützten schiitischen Milizen. Das Nachbarland gilt als wichtiger Verbündeter der Regierung in Bagdad, um den Kampf gegen sunnitische Dschihadisten führen zu können und auch als Hilfe gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im Norden des Landes, da dies auch die kurdische Minderheit im eigenen Territorium betrifft.

 

Frühzeitigen Berichten zufolge sind mindestens drei, möglicherweise aber auch vier Mörsergranaten in der Nähe des Tors der US-Botschaft in der geschützten „grünen Zone“ im Herzen der irakischen Hauptstadt eingeschlagen. Frühe unbestätigte Fotos und lokale Aussagen deuten darauf hin, dass ein beträchtliches Feuer durch die Mörsergranaten ausgebrochen sein könnte. Bislang gibt es noch keine Berichte über Verletzte oder signifikante Schäden am Botschaftsgebäude selbst.

Der gezielte nächtliche Angriff kommt zwei Tage nachdem zehn pro-iranisch-schiitische Milizen im Land eine Erklärung veröffentlicht hatten, in der damit gedroht wurde, ausländische Truppen und Berater gewaltsam zu vertreiben, wenn sie den Irak nicht sofort verlassen würden. „Wir werden mit ihnen [ausländische Truppen im Irak] als Besatzungstruppen verhandeln, und wir werden unsere legitimen Rechte nutzen, indem wir alle möglichen Mittel einsetzen, um sie aus dem Land zu drängen“, warnten die irakischen Splittergruppen.

 

Die Erklärung vom Dienstag erklärte weiter, es gäbe eine „angloamerikanisch geführte schmutzige und gefährliche Verschwörung, um eine teuflische Koalition gegen das irakische Volk auszuüben“, die die Regierung schwächen und Bagdad zu einer Marionette von Brett McGurk machen wolle, dem vom Weißen Haus entsandten Sonderbeauftragten für die Anti-ISIL-Koalition.

Derzeit herrscht ein angespanntes Tauziehen, weil die USA und der Iran darum kämpfen, die Bildung der nächsten nationalen Regierung in Bagdad zu beeinflussen. In anderen Teilen des Irak kommen Proteste und Unruhen als Reaktion auf fehlende grundlegende Dienstleistungen wie Elektrizität und sauberes Wasser auf. In Basra, einer vorwiegend von Sunniten bewohnten Stadt, wurde das iranische Konsulat zum Ziel von aufgebrachten Irakern.

 

Nun stellt sich die Frage, was das Weiße Haus und das Pentagon unternehmen werden, sollten die Angriffe der schiitischen Milizen auf US-Einrichtungen weitergehen. Angesichts der Unterstützung dieser bewaffneten Gruppen durch den Iran dürften die Spannungen mit Teheran noch weiter zunehmen.