Archiv für Irak

Irak: Nun kocht es im Süden

Vor dem Hauptsitz der Regionalregierung von Basra demonstrieren junge Iraker gegen Arbeitslosigkeit, steigende Lebenskosten und den Mangel an Versorgung mit Wasser und Strom. (Keystone/EPA, Haider al-Assadee)
Keystone/EPA, Haider al-Assadee)
Verrottende Städte, Strommangel bei über 50 Grad Hitze, Arbeitslosigkeit, politischer Stillstand und die alles lähmende Korruption: Die Jungen haben genug!

Seit über drei Wochen dauert eine Protestwelle im irakischen Süden an. Sie begann in Basra, der grössten Stadt der südlichen Provinzen, und dehnte sich rasch über den ganzen Südirak aus, bis sie auch Bagdad erreichte. Getragen wird die Protestbewegung von jungen Männern. Die meisten von ihnen sind arbeitslos. Sie ziehen auf die Strassen und demonstrieren vor den Gebäuden der Provinzverwaltungen. Auch an den Strassen, die zu Ölfeldern oder anderen Einrichtungen der Erdölindustrie führen, ballen sie sich zusammen und suchen diese zu sperren. Vor den Toren solcher Komplexe finden sich Massen ein, fast immer ohne in die Anlagen selbst einzudringen.

Niedergang trotz Erdölboom

Die grössten und heute ergiebigsten Teile der irakischen…..

Irak: US-Marionettenregime lässt demonstrierende Arbeiter niederschießen

Ähnliches FotoPD

Im Lauf der letzten Woche wurden bei Protesten im Süd- und Zentralirak mehr als ein Dutzend Demonstranten von Polizisten, Spezialeinheiten und regierungsnahen Milizen getötet. Die Proteste sind Teil einer wachsenden Bewegung gegen die Regierung von Ministerpräsident Haider al-Abadi, der die Unterstützung der USA genießt.

Die treibende Kraft hinter dieser Bewegung ist die Wut, dass auch sieben Jahre nach dem offiziellen Abzug der US-Truppen, die das Land zuvor überfallen, besetzt und verwüstet hatten, noch immer unerträgliche Lebensbedingungen herrschen und die Regierung ihre Versprechen nicht gehalten hat, den Ölreichtum des Landes zum Wohl der Bevölkerung einzusetzen. Stattdessen profitieren nur die multinationalen Ölkonzerne und……

Das “befreite” Mosul liegt noch immer in Trümmern

Bild:Tom Peyre-Costa/NRC

In den Wiederaufbau kommt von den internationalen Spendern viel zu wenig Geld, noch immer gibt es 380.000 Flüchtlinge, 90 Prozent von West-Mosul ist noch verwüstet

Am 10. Juli 2017 erklärte der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi die vollständige Befreiung Mosuls vom Islamischen Staat. Er hätte auch sagen können, dass Mosul (Mossul) durch die Angriffe weitgehend zerstört wurde. Als die “Schlacht um Mosul” neun Monate zuvor begann, hatte die irakische Regierung die Bewohner aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und nicht zu fliehen. Man hatte Sorge, die vielen Flüchtlinge nicht versorgen zu können.

Gleichwohl waren vor der gänzlichen Einnahme nach UN-Angaben vom Mai 2017 über 600.000 Menschen seit Oktober 2016, als der Angriff begann, aus Mosul und Umgebung geflohen oder vertrieben worden. Darunter 430.000 seit Februar …..

Irak: die in Frage stehende US-Präsenz von Thierry Meyssan

Der Irak hat seit der amerikanischen Invasion vor fünfzehn Jahren keinen Frieden mehr erlebt, wodurch die Wähler das Vertrauen in die aufeinander folgenden politischen Institutionen verloren haben. Wie auch immer, alle jene, die an den Parlamentswahlen vom 12. Mai teilnahmen, haben Anti-US-Listen gewählt, und sanktionierten dadurch die Liste des Premierministers, obwohl er auch seine Verdienste hatte. Werden die Vereinigten Staaten imstande sein, die dortige Unordnung weiter aufrecht zu erhalten? Oder werden sie gezwungen sein, den Irak wirklich zu verlassen?

JPEG - 47.5 kB

Die Parlamentswahlen fanden am 12. Mai im Irak statt. Sie sollten das Bündnis des Sieges des Premierministers Haider al-Abadi bestätigen, d.h. die Teilung des Landes zwischen den USA und dem Iran.

Es kam aber vollkommen anders. Jedenfalls sind die beiden erfolgreichen Koalitionen “Die Allianz der Revolutionären für die Reform” und die “Allianz der Eroberung”: zwei Anti-US-Gruppierungen.

Vielleicht sind die Iraker am Tag der Wahl durch die Ankündigung des Rücktritts der USA vom Atomabkommen mit dem Iran (JCPoA) beeinflusst worden. Das ist möglich. Wie auch immer, nur ein Drittel der Wähler hat sich zu den Urnen begeben und hat massiv gegen die Vereinigten Staaten gestimmt.

Es war übrigens zu beobachten, dass der von Donald Trump in Frage gestellte US-Iran-Nichtangriffspakt [1] nicht nur den Irak, sondern auch den Libanon betraf. Das erklärt, warum die USA auf die Wahl von Präsident Michel Aoun in 2016 nicht reagiert hatten.

Nach einem Moment der Stille haben viele ehemalige irakische Abgeordnete…...