Archiv für Irak

US-Armee und der Irak-Krieg: Fertige Studie darf niemand sehen

Höhere Führungskräfte machen sich Sorgen, wie sie dargestellt werden

Bildergebnis für usa krieg irakFoto: The U.S. Army, flickr, Lizenz CC BY 2.0

Jason Ditz Antikrieg

Sie ist von einer Reihe von eingeweihten Spitzenbeamten der Armee gelobt worden, und viele denken, dass es wichtig ist, die Lehren aus der katastrophalen Besetzung des Irak deutlich zu machen. Aber die Studie “The United States Army in the Iraq War” (Die Armee der Vereinigten Staaten im Irakkrieg) bleibt unveröffentlicht und wird vielleicht nie das Licht der Welt erblicken.

Nachdem sich Armeevertreter auf die Notwendigkeit beriefen, viele der Lehren Vietnams zu Beginn der Besetzung des Irak “neu zu lernen”, gab General Ray Odierno die Studie 2013 in Auftrag. Bis 2015 war sie fertig gestellt und in einem zweibändigen Dokument zusammengefasst.

Die meisten angeführten Armeefunktionäre sagen, dass sie veröffentlicht werden sollte, und einige im Kongress drängen auch darauf, dass das fertige Dokument endlich freigegeben wird. Dennoch gibt es zur Zeit einen stillen Widerstand der Führungskräfte, die besorgt sind, dass ein Bericht, der den Krieg für “weitgehend erfolglos” erklärt, sie schlecht aussehen lässt.

Die aktuelle Position der Armee ist, dass die Studie “keine offizielle Geschichte” ist, sondern dass sie in Zukunft vom Army War College veröffentlicht werden würde. Ob sie dann öffentlich zugänglich wird, ist ungewiss, wobei klar ist, dass einige es einfach vorziehen, dass über das Scheitern des Krieges nicht gesprochen wird.

Irak Basra, Epizentrum des Aufruhrs

In Basra, Irak, reissen Demonstranten die Betonmauern ein, die das Gouverneursgebäude umschliessen. Sie verlangen bessere öffentliche Dienstleistungen und Jobs. (Bild vom 5. September 2018, Keystone/AP, Nabil al-Jurani)
In Basra, Irak, reissen Demonstranten die Betonmauern ein, die das Gouverneursgebäude umschliessen. Sie verlangen bessere öffentliche Dienstleistungen und Jobs. (Bild vom 5. September 2018, Keystone/AP, Nabil al-Jurani)
Bagdad gerät durch die Demonstrationen im Süden unter Druck. Doch ob die politischen Konsequenzen den Protestierenden nützen werden, ist höchst ungewiss.

Die Demonstrationen und Tumulte in Südirak, die seit dem Juli unvermindert andauern, haben in der vergangenen Woche einen Höhepunkt erreicht. Die Stadt Basra wirkt als Epizentrum, von dem die Bewegung ausstrahlt. In der vergangenen Woche haben zwölf Demonstranten ihr Leben verloren. 50 wurden verwundet, wie das irakische Innenministerium bekannt gab. Seit Beginn der Bewegung im Süden wurden 24 Todesopfer gezählt.

Kein Trinkwasser

Die jüngste Welle des Zorns wurde dadurch ausgelöst, dass in Basra 30’000 Personen hospitalisiert werden mussten, weil sie verunreinigtes Wasser getrunken hatten. Reines Wasser ist nur in Flaschen zu haben, für die man teuer bezahlen…..

Irak: US-Botschaft in grüner Zone unter Beschuss

Bildergebnis für US Embassy In Baghdad's Green Zone Under Attack

Die US-Botschaft in Bagdads „Grüner Zone“ stand unter Mörserbeschuss. Schiitische Milizen fordern den Abzug ausländischer Truppen und westlicher Vertreter aus dem Irak. Im Land breiten sich Unruhen aus.

Im Irak geht es erneut zur Sache. Während einer sensiblen Übergangsphase in der Regierung werden die Vereinigten Staaten von Amerika und deren Alliierten im Land zur Zielscheibe der vom Iran unterstützten schiitischen Milizen. Das Nachbarland gilt als wichtiger Verbündeter der Regierung in Bagdad, um den Kampf gegen sunnitische Dschihadisten führen zu können und auch als Hilfe gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im Norden des Landes, da dies auch die kurdische Minderheit im eigenen Territorium betrifft.

 

Frühzeitigen Berichten zufolge sind mindestens drei, möglicherweise aber auch vier Mörsergranaten in der Nähe des Tors der US-Botschaft in der geschützten „grünen Zone“ im Herzen der irakischen Hauptstadt eingeschlagen. Frühe unbestätigte Fotos und lokale Aussagen deuten darauf hin, dass ein beträchtliches Feuer durch die Mörsergranaten ausgebrochen sein könnte. Bislang gibt es noch keine Berichte über Verletzte oder signifikante Schäden am Botschaftsgebäude selbst.

Der gezielte nächtliche Angriff kommt zwei Tage nachdem zehn pro-iranisch-schiitische Milizen im Land eine Erklärung veröffentlicht hatten, in der damit gedroht wurde, ausländische Truppen und Berater gewaltsam zu vertreiben, wenn sie den Irak nicht sofort verlassen würden. „Wir werden mit ihnen [ausländische Truppen im Irak] als Besatzungstruppen verhandeln, und wir werden unsere legitimen Rechte nutzen, indem wir alle möglichen Mittel einsetzen, um sie aus dem Land zu drängen“, warnten die irakischen Splittergruppen.

 

Die Erklärung vom Dienstag erklärte weiter, es gäbe eine „angloamerikanisch geführte schmutzige und gefährliche Verschwörung, um eine teuflische Koalition gegen das irakische Volk auszuüben“, die die Regierung schwächen und Bagdad zu einer Marionette von Brett McGurk machen wolle, dem vom Weißen Haus entsandten Sonderbeauftragten für die Anti-ISIL-Koalition.

Derzeit herrscht ein angespanntes Tauziehen, weil die USA und der Iran darum kämpfen, die Bildung der nächsten nationalen Regierung in Bagdad zu beeinflussen. In anderen Teilen des Irak kommen Proteste und Unruhen als Reaktion auf fehlende grundlegende Dienstleistungen wie Elektrizität und sauberes Wasser auf. In Basra, einer vorwiegend von Sunniten bewohnten Stadt, wurde das iranische Konsulat zum Ziel von aufgebrachten Irakern.

 

Nun stellt sich die Frage, was das Weiße Haus und das Pentagon unternehmen werden, sollten die Angriffe der schiitischen Milizen auf US-Einrichtungen weitergehen. Angesichts der Unterstützung dieser bewaffneten Gruppen durch den Iran dürften die Spannungen mit Teheran noch weiter zunehmen.

Irak: Nun kocht es im Süden

Vor dem Hauptsitz der Regionalregierung von Basra demonstrieren junge Iraker gegen Arbeitslosigkeit, steigende Lebenskosten und den Mangel an Versorgung mit Wasser und Strom. (Keystone/EPA, Haider al-Assadee)
Keystone/EPA, Haider al-Assadee)
Verrottende Städte, Strommangel bei über 50 Grad Hitze, Arbeitslosigkeit, politischer Stillstand und die alles lähmende Korruption: Die Jungen haben genug!

Seit über drei Wochen dauert eine Protestwelle im irakischen Süden an. Sie begann in Basra, der grössten Stadt der südlichen Provinzen, und dehnte sich rasch über den ganzen Südirak aus, bis sie auch Bagdad erreichte. Getragen wird die Protestbewegung von jungen Männern. Die meisten von ihnen sind arbeitslos. Sie ziehen auf die Strassen und demonstrieren vor den Gebäuden der Provinzverwaltungen. Auch an den Strassen, die zu Ölfeldern oder anderen Einrichtungen der Erdölindustrie führen, ballen sie sich zusammen und suchen diese zu sperren. Vor den Toren solcher Komplexe finden sich Massen ein, fast immer ohne in die Anlagen selbst einzudringen.

Niedergang trotz Erdölboom

Die grössten und heute ergiebigsten Teile der irakischen…..

Irak: US-Marionettenregime lässt demonstrierende Arbeiter niederschießen

Ähnliches FotoPD

Im Lauf der letzten Woche wurden bei Protesten im Süd- und Zentralirak mehr als ein Dutzend Demonstranten von Polizisten, Spezialeinheiten und regierungsnahen Milizen getötet. Die Proteste sind Teil einer wachsenden Bewegung gegen die Regierung von Ministerpräsident Haider al-Abadi, der die Unterstützung der USA genießt.

Die treibende Kraft hinter dieser Bewegung ist die Wut, dass auch sieben Jahre nach dem offiziellen Abzug der US-Truppen, die das Land zuvor überfallen, besetzt und verwüstet hatten, noch immer unerträgliche Lebensbedingungen herrschen und die Regierung ihre Versprechen nicht gehalten hat, den Ölreichtum des Landes zum Wohl der Bevölkerung einzusetzen. Stattdessen profitieren nur die multinationalen Ölkonzerne und……

Das “befreite” Mosul liegt noch immer in Trümmern

Bild:Tom Peyre-Costa/NRC

In den Wiederaufbau kommt von den internationalen Spendern viel zu wenig Geld, noch immer gibt es 380.000 Flüchtlinge, 90 Prozent von West-Mosul ist noch verwüstet

Am 10. Juli 2017 erklärte der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi die vollständige Befreiung Mosuls vom Islamischen Staat. Er hätte auch sagen können, dass Mosul (Mossul) durch die Angriffe weitgehend zerstört wurde. Als die “Schlacht um Mosul” neun Monate zuvor begann, hatte die irakische Regierung die Bewohner aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und nicht zu fliehen. Man hatte Sorge, die vielen Flüchtlinge nicht versorgen zu können.

Gleichwohl waren vor der gänzlichen Einnahme nach UN-Angaben vom Mai 2017 über 600.000 Menschen seit Oktober 2016, als der Angriff begann, aus Mosul und Umgebung geflohen oder vertrieben worden. Darunter 430.000 seit Februar …..

Irak: die in Frage stehende US-Präsenz von Thierry Meyssan

Der Irak hat seit der amerikanischen Invasion vor fünfzehn Jahren keinen Frieden mehr erlebt, wodurch die Wähler das Vertrauen in die aufeinander folgenden politischen Institutionen verloren haben. Wie auch immer, alle jene, die an den Parlamentswahlen vom 12. Mai teilnahmen, haben Anti-US-Listen gewählt, und sanktionierten dadurch die Liste des Premierministers, obwohl er auch seine Verdienste hatte. Werden die Vereinigten Staaten imstande sein, die dortige Unordnung weiter aufrecht zu erhalten? Oder werden sie gezwungen sein, den Irak wirklich zu verlassen?

JPEG - 47.5 kB

Die Parlamentswahlen fanden am 12. Mai im Irak statt. Sie sollten das Bündnis des Sieges des Premierministers Haider al-Abadi bestätigen, d.h. die Teilung des Landes zwischen den USA und dem Iran.

Es kam aber vollkommen anders. Jedenfalls sind die beiden erfolgreichen Koalitionen “Die Allianz der Revolutionären für die Reform” und die “Allianz der Eroberung”: zwei Anti-US-Gruppierungen.

Vielleicht sind die Iraker am Tag der Wahl durch die Ankündigung des Rücktritts der USA vom Atomabkommen mit dem Iran (JCPoA) beeinflusst worden. Das ist möglich. Wie auch immer, nur ein Drittel der Wähler hat sich zu den Urnen begeben und hat massiv gegen die Vereinigten Staaten gestimmt.

Es war übrigens zu beobachten, dass der von Donald Trump in Frage gestellte US-Iran-Nichtangriffspakt [1] nicht nur den Irak, sondern auch den Libanon betraf. Das erklärt, warum die USA auf die Wahl von Präsident Michel Aoun in 2016 nicht reagiert hatten.

Nach einem Moment der Stille haben viele ehemalige irakische Abgeordnete…...