Archiv für Afrika

Geschäfte am Horn von Afrika

Mit mehreren Wirtschaftskonferenzen bemühen sich deutsche Stellen in dieser Woche um einen Ausbau des deutschen Einflusses in Äthiopien, einem strategisch zentralen Land am Horn von Afrika. Äthiopien gilt derzeit als eines der Boomländer des Kontinents schlechthin; zweistellige Wachstumraten in den vergangenen Jahren wecken auch das Interesse deutscher Unternehmen. Berlin kooperiert darüber hinaus in der Flüchtlingsabwehr eng mit Addis Abeba, dessen hochgerüsteter Repressionsapparat sich dabei als äußerst schlagkräftiger Partner erweist. Zugleich sucht die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit den äthiopischen Streitkräften zu intensivieren. Diese sind am Versuch der Afrikanischen Union (AU) beteiligt, die Konflikte…..

Die Invasion geht weiter: 10.000 Afrikaner im Mittelmeer aufgefangen

by JouWatch, via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Während dieses Wochenende der G-7-Gipfel in Sizilien tagte, wurden an der libyschen Küste erneut tausende Afrikaner aufgenommen und nach Europa gebracht.

Während des Gipfels war es, wie berichtet, unbefugten Schiffen nicht erlaubt, an den sizilianischen Häfen anzulegen. Da sich somit die Einsatzfahrt mehrerer NGO-Schlepperschiffe verzögerte, mussten an der libyschen Küste auch Handels- und Marineschiffe aushelfen. Insgesamt wurden alleine in den…..

Europas Wüstengrenze

Bundesinnenminister Thomas de Maizière verlangt die Entsendung einer EU-Grenzschutzmission an die Grenze zwischen Libyen und Niger. Weil die bisherigen Maßnahmen zur Abschottung dieser Grenze nicht die gewünschte Wirkung entfalteten, müsse man weitere Schritte ergreifen und „fact-finding missions“ in die libysch-nigrische Wüste entsenden, heißt es in einem Schreiben, das de Maizière gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Italien in der vergangenen Woche an die EU-Kommission geschickt hat. Berlin und Brüssel sind schon seit geraumer Zeit bestrebt, die nigrischen Repressionsbehörden mit politischem Druck und mit Trainingsprogrammen zum Einschreiten gegen unerwünschte Migranten zu veranlassen. Zwar gelingt dies inzwischen; doch weichen die Migranten wie üblich auf gefährlichere Routen aus. Lokale Menschenrechtsorganisationen klagen, das sei eine direkte Folge europäischen Drucks und führe zu einem deutlichen Anstieg an Todesopfern beim Transit durch die…..

Äthiopien: Dürre-Katastrophe und Nestlé pumpt 50.000 Liter Wasser pro Stunde ab

In dem ostafrikanischen Land leiden die Menschen unter massiven Wassermangel und der Konzern pumpt ungeniert immer mehr Wasser ab.

El Nino sorgt für Dürre in Äthiopien: Äthiopien trocknet aus - Blick - blick.ch

Wie „WaterAid“ meldet, haben in Äthiopien über 42 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser. Zusätzlich leiden die Menschen unter der nicht einsetzenden Regenzeit. Darum warnen die Vereinen Nationen (UN) bereits vor einem Massensterben in einer Vielzahl von afrikanischen Ländern.

 

Schlimmste Dürre seit 50 Jahren

Die derzeitige Dürre ist die schlimmste Dürreperiode am Horn von Afrika seit 50 Jahren. Dies hat zu gravierenden Ausfällen bei der Ernte geführt über 20 Millionen Menschen sind existenziell bedroht. Laut der UN sind ca. 5,6 Millionen Menschen auf……

 

Ruanda klagt französische Generäle des Genozids an.

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 Ende 2016 hat die Regierung von Ruanda mehrere hohe französische Generäle angeklagt, Verbrechen gegen die Menschheit und auch Genozid begangen zu haben durch ihre Rolle beim Holocaust 1994 in Ruanda.

Der Fall Ruanda gegen die französischen Generäle basiert darauf, dass die Franzosen die Interhamwe angefeuert und ausgebildet haben zu einer Hutu-paramilitärischen Miliz, die für die meisten Morde an dem Minderheiten-Volk der Tutsi und ihrer Anhänger verantwortlich waren. Diese unbequemen Fakten versuchen die französischen Medien abzuschütteln und sie leugnen, dass es irgendwelche „rauchenden Gewehre“….

Unter Geiern: 40 afrikanischen Staaten droht Zahlungsunfähigkeit

Unter Geiern: 40 afrikanischen Staaten droht Zahlungsunfähigkeit

Auf dem Weg zum Vernichtungskrieg (II)

Erste Erfolge einer namibischen Entschädigungsklage gegen Berlin wegen Kolonialmassakern des Deutschen Reichs begünstigen mögliche ähnliche Klagen aus Tansania. Ein Gericht in New York hat in der vergangenen Woche nach einer ersten Anhörung eine Fortsetzung des Prozesses beschlossen, den Vertreter der Herero und Nama aus dem heutigen Namibia angestrengt hatten. Gegenstand ist der Genozid an ihren Vorfahren, dem möglicherweise mehr als 100.000 Menschen zum Opfer fielen. Berlin verweigert bisher jegliche Kompensation. Die Regierung Tansanias hat im vergangenen Monat angekündigt, ihrerseits ebenfalls Entschädigungsklagen vorzubereiten. Gegenstand sind Kolonialmassaker im Maji-Maji-Krieg, durch den bis zu 300.000 Menschen ihr Leben verloren. Der Krieg, ausgelöst durch eine Revolte ausgebeuteter, wegen Zahlungsunfähigkeit in die Zwangsarbeit gepresster Einwohner im Juli 1905, wurde mit mörderischen Operationen niedergeschlagen; die deutschen Kolonialisten perfektionierten in ihrer Kriegführung die „Strategie der verbrannten Erde“, die sie seit den 1890er Jahren getestet hatten und die auf spätere deutsche Kriegsverbrechen verweist. Dabei ging es darum, Widerstand…..

Europas Ausbeutungs-Deal: 47 Milliarden US Dollar neue Entwicklungshilfe angekündigt, um Afrika’s marode Industrien auszuschalten

Heute, im 21. Jahrhundert, hängen afrikanische Nationen immer noch von Entwicklungshilfe aus Europa ab. Europa kündigt mit Unterbrechungen Entwicklungshilfe für Afrika an, aber Europa ist nicht der großzügige Weihnachtsmann – nichts wird verschenkt.

Die Beziehung zwischen Afrika und Europa bedeutete stets, und bedeutet immer noch, Ausbeutung gegen Afrika. Vom 15. bis in das 19. Jahrhundert hinein blühte der transatlantische Sklavenhandel.

Der Trans-Atlantik Sklavenhandels-Datenbank zufolge wurden 12,5 Millionen Menschen aus Afrika zu Sklaven in der Neuen Welt (Amerika) gemacht. Während dieser Zeit hatten die…..

 

Flüchtlingsabwehr in Nordafrika (II)

 Mit einem Besuch in Kairo baut Bundeskanzlerin Angela Merkel am morgigen Donnerstag die Kooperation in der Flüchtlingsabwehr mit Ägypten aus. Das Land entwickelt sich zunehmend zum Transitland, von dessen Küsten immer mehr Flüchtlinge auf die Seereise über das Mittelmeer nach Europa starten. Um dem entgegenzutreten, plant die EU ein Abkommen zur Abschottung gegen unerwünschte Migration. Berlin hat die Zusammenarbeit mit den ägyptischen Repressionsbehörden bereits mit einem „Sicherheitsabkommen“ intensiviert; die Kooperation etwa mit der Ermittlungsabteilung in der Zentrale des Inlandsgeheimdienstes NSS sei „sehr gut und vertrauensvoll“ und habe „hohe strategische Bedeutung“, teilt die Bundesregierung mit. Berlin ergänzt die Verdichtung der Beziehungen im Bereich der Repression um eine Stärkung der deutschen Rüstungsexporte zwecks engerer militärischer Bindung Kairos an die EU. Den ägyptischen Repressionsbehörden…..

Wie Gaddafi versuchte Afrika von den Banken zu befreien

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Es ist mehr als nur unglaublich. Es handelt sich um einen Skandal, der seinesgleichen sucht. In Libyen versammelten sich 2011 Hunderttausende Menschen am Green Square in Tripolis und anderen Orten, grüne Fahnen schwenkend, um ihrer Unterstützung für die Regierung von Muammar Gaddafi Ausdruck zu verleihen. Und diese unmissverständliche Kundgebungen des Volkes wurde von den westlichen Medien völlig ignoriert.
Wir sprechen von demokratischen Ländern mit uneingeschränkter Pressefreiheit. Tag für Tag wurden von NATO-Einheiten Bomben auf Libyen abgeworfen. Tausende Zivilisten wurden getötet. Das Volk bezeugte unmissverständliche Unterstützung für Gaddafi und die westlichen Medien versorgten uns dennoch weiterhin mit den gleichen Lügen.
Warum werden wir von unseren Regierungen und Medien so schamlos angelogen?

 

GADDAFI WOLLTE DIE AFRIKANER EMANZIPIEREN

Afrika ist der reichste Kontinent der Erde mit gewaltigen natürlichen Ressourcen. Gleichzeitig ist Afrika auch der ärmste Kontinent. 57 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der….mehr……

Flüchtlingsabwehr in Nordafrika (I)

Mit einem Fehlstart hat eine geplante Serie von Besuchen der deutschen Kanzlerin in Nordafrika zum Ausbau der EU-Flüchtlingsabwehr begonnen. Algerien hat Gespräche, die Angela Merkel gestern und heute in Algier führen wollte, kurzfristig abgesagt; offizieller Grund ist eine akute Erkrankung von Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika. Beobachter rechnen damit, dass Algerien als Transitland für Flüchtlinge in der näheren Zukunft erheblich an Bedeutung gewinnt: Weil die Flucht über Libyen aufgrund der dort grassierenden Milizengewalt immer gefährlicher wird, weichen Flüchtlinge zunehmend auf alternative Routen aus. Oran im Nordwesten Algeriens wird von Europol bereits als ein bedeutendes Zentrum von Fluchthelfern für die Überfahrt über das Mittelmeer eingestuft. Die Flüchtlingsabwehr gehört seit rund zehn Jahren zu den Schwerpunkten der deutschen Algerien-Politik. Um die Streitkräfte des Landes in die Lage zu versetzen, unerwünschte Migranten abzuwehren, rüsten deutsche Konzerne sie mit Radpanzern, Truppentransportern, Radaranlagen und…..

Ausbeuter auswechseln

Südafrikas Regierung will die Bergbauindustrie »transformieren«. Arbeiter werden auch weiterhin in Armut leben

Von Christian Selz, Kapstadt

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Arbeitersiedlung vor der Platinmine des britischen Betreibers Lonmin (Rustenburg, 29. Juli 2015)

Als sich die führenden Köpfe der Bergbauindustrie in der vergangenen Woche zu ihrer alljährlichen Fachmesse »Investing in African Mining« in Kapstadt trafen, sprachen zumindest die Teilnehmerzahlen für gesteigerten Optimismus in der Branche. Um 32 Prozent war die Zahl der vertretenen Bergbauunternehmer dem Portal Mining Review zufolge im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, bei den…..

Systematische Plünderung

Viele afrikanische Staaten erhoffen sich vom Abbau ihrer natürlichen Ressourcen einen Anschub für ihre Entwicklung. Doch das endet oft mit Überschuldung

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Gefahr für die Anwohner – in Nigeria kommt es aufgrund von Anschlägen sowie schlechter Wartung immer wieder zu Lecks in den Ölpipelines (undatierte Aufnahme aus der Nähe von Goi in Ogoniland)

nur über knapp 7,6 Prozent der bekannten Erdölreserven der Welt. Es liegt damit weit hinter dem Mittleren Osten (47,7 Prozent), Mittel- und Südamerika (19,4 Prozent), Nordamerika (13,7 Prozent) sowie Europa und Eurasien (9,1 Prozent). Unter den afrikanischen Staaten rangieren Angola, Libyen, Nigeria und Südsudan vorn. Bei Erdgas ist Afrikas Rolle noch geringer; das könnte sich nach den großen Erdgasfunden vor acht Jahren vor den Küsten Mosambiks und Tansanias in einer Tiefe von 500 bis 1.500 Meter unter dem Meeresgrund ändern. Die entsprechenden Statistiken werden von Jahr zu Jahr korrigiert, gibt es doch aufgrund von besserer Fördertechnik immer neue Zahlen. Seit 1980 nahmen allein die weltweiten Erdölreserven auf Grundlage der genannten Faktoren um 150 Prozent zu. Mehr……

ICC: Afrikaner wollen geschlossen austreten

Das Gebäude des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Bild: Wikimedia / Hypergio CC BY-SA 4.0

Die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedsländer der Afrikanischen Union wollen in einer gemeinsamen Aktion aus dem Internationalen Strafgerichtshof austreten.

Die afrikanischen Staatsführer der 28 Länder umfassenden Afrikanischen Union haben ihre Entscheidung bekräftigt, aus den Römischen Verträgen….

 

 

Staatschef made in USA

Gambias neuer Präsident Barrow hatte für die Absetzung von Jammeh Hilfe aus Washington

Von Christian Selz, Kapstadt
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Mit einer ganzen Liste von Reformankündigungen ist Gambias neuer Präsident Adama Barrow am Samstag erstmals vor die Presse in der Hauptstadt Banjul getreten. Noch in dieser Woche will er sein Kabinett ernennen. Gleich die erste Nominierung – Barrow machte die Architektin seines Bündnisses, Fatoumata Jallow-Tambajang, zur Vizepräsidentin – erwies sich jedoch als problematisch. Die 67jährige soll der Verfassung des Landes nach zu alt sein für das Amt. Das allerdings ist bei weitem nicht die größte…..

Fluchtursachen: Deutschlands neue Afrikapolitik – alter Wein in neuen Schläuchen

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Die deutsche Politik hat Afrika neu „entdeckt“. Sowohl über die G20-Präsidentschaft, als auch durch einen „Marshallplan mit Afrika“ beziehungsweise durch eine gemeinsame Initiative vom Minister für Entwicklungspolitik Müller und Wirtschaftsminister Gabriel sollen Unternehmen und Investitionen nach Afrika gelockt werden. Ziel dieser Initiativen ist es, Perspektiven in afrikanischen Ländern aufzubauen, um Fluchtursachen zu überwinden. Doch diese Politik ist nur alter Wein in neuen Schläuchen. Afrikanische Staaten werden schon seit Jahren dazu getrieben, vermeintliche Investitionshemmnisse abzubauen und ausländische Unternehmen anzulocken. Bisher haben diese Ansätze aber nicht zur Schaffung von Perspektiven beigetragen. In vielen afrikanischen Staaten gibt es eine Beschäftigungskrise und eine hohe Jugend-Arbeitslosigkeit (hier).

G20 – Neue Partnerschaft mit Afrika

Am deutlichsten wird das deutsche Bemühen durch die Pläne für die deutsche G20-Präsidentschaft im Jahr 2017. Unter Schirmherrschaft des Finanzministerium….

Billiges Erinnern

Mit einer Sammelklage in den USA intervenieren Vertreter der Herero und der Nama in Bemühungen Berlins um die kostengünstige Beendigung des Streits um Entschädigung für deutsche Kolonialverbrechen. Die Nachkommen der Opfer fordern Kompensationen für den Raub von Land und Vieh sowie für den Genozid an ihren Vorfahren in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Die Bundesregierung war gerade dabei, mit Namibias Regierung eine Verhandlungslösung im Entschädigungsstreit zu erzielen; Windhoek sollte auf alle Kompensationen verzichten und im Gegenzug eine „Zukunftsstiftung“ erhalten, um die materiell leer ausgehenden Herero und Nama mit Gedenkstätten und anderen Projekten einer preiswerten „Erinnerungskultur“ abzuspeisen. Berlin rechnet sich gute Chancen aus, Entschädigungsklagen abwehren zu können: Die zum Tatzeitpunkt gültigen Völkerrechtsnormen böten keine Handhabe gegen die Massaker in Deutsch-Südwestafrika, heißt es in einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags; Genozid wiederum sei erst seit 1948 ein Straftatbestand und könne nicht rückwirkend geahndet…..

Amerikas Schattenkrieg – Die Ausbreitung des US-Militärs in Afrika

Amerikas Schattenkrieg - Die Ausbreitung des US-Militärs in Afrika

General James Linder (r.), Oberbefehlshaber des US Special Operations Command Africa, begrüßt einen Soldaten in Niger.
In keinen Erdteil entsandten die USA in den vergangenen Jahren mehr Spezialkräfte als nach Afrika. Ein zentraler Bestandteil der militärischen Planungen ist dabei das US Africa Command (AFRICOM). „Nation Building“ für Freiheit und Demokratie ist out, die Ziele bleiben ähnlich. Mehr….

Wege der Weltpolitik (II)

Die Bundeswehr wird ihren Einsatz in Mali ausweiten. Dies hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am gestrigen Montag mitgeteilt. Demnach soll die Mandatsobergrenze für die deutschen Truppen, die im Norden Malis unter UN-Flagge operieren, von derzeit 650 auf 1.000 aufgestockt werden, um Sanitäts- und Kampfhubschrauber in dem Gebiet zu stationieren. Berliner Regierungsberater warnen, die „Sicherheitslage“ habe sich zuletzt in ganz Mali „dramatisch verschlechtert“ und drohe vollends außer Kontrolle zu geraten; dagegen helfe nur, zusätzlich zur militärischen Intervention jetzt den Durchgriff auf die Regierung in Bamako massiv zu verstärken. Zugleich hat die EU am Sonntag ein Abschiebeabkommen mit Mali geschlossen, das es ihr ermöglicht, Flüchtlinge aus dem Land umstandslos abzuschieben. Die Kombination militärischer Operationen mit unerbittlicher Flüchtlingsabwehr zeichnet die Berliner Aktivitäten in sämtlichen Interventionsgebieten der Bundeswehr im „Krisengürtel“ von Westafrika über Mittelost bis nach Zentralasien aus.
Hubschrauber nach Mali
Die Bundeswehr wird ihren Einsatz in Mali ausweiten. Das hat Verteidigungsministerin Ursula….

Ölreichtum im Tschad – Verarmung der Bevölkerung

In der Kolonialzeit wurden die Länder Afrikas mit nackter militärischer Gewalt überwunden und ihre Rohstoffe ausgebeutet. Heute, in der postkolonialen Zeit, geschieht dies etwas verdeckter mit den Mitteln der wirtschaftlichen und technologischen Überlegenheit der industrialisierten Staaten und mit Hilfe der vielfach korrupten lokalen Regierungen. Ein Beispiel ist die Republik Tschad in Zentralafrika, die im Norden an Libyen und im Westen an Kamerun, Niger und Nigeria angrenzt.

Der Tschad ist etwa 3,5-mal so groß wie Deutschland und hat ca. 12 Millionen Einwohner, die sich aus 200 Ethnien mit 120 Sprachen und Dialekten zusammensetzen. Rund 90 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, also von Ackerbau und Viehzucht, hauptsächlich für den Eigenverbrauch. Trotzdem ist das Land noch auf internationale Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen. 80 % leben in absoluter Armut, über 50 % sind Analphabeten. Es gibt nur 265 km ausgebaute Straßen. Die wenigen wirtschaftlich entwickelten Elemente werden nur vom Staat organisiert. Der Staat gilt als instabil. „Staatliche Einrichtungen wie Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen sind kaum entwickelt.“ Korruption ist ungeheuer verbreitet. „Nach dem Korruptionsindex 2010 der Organisation….