Archiv für Afrika

Billiges Erinnern

Mit einer Sammelklage in den USA intervenieren Vertreter der Herero und der Nama in Bemühungen Berlins um die kostengünstige Beendigung des Streits um Entschädigung für deutsche Kolonialverbrechen. Die Nachkommen der Opfer fordern Kompensationen für den Raub von Land und Vieh sowie für den Genozid an ihren Vorfahren in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Die Bundesregierung war gerade dabei, mit Namibias Regierung eine Verhandlungslösung im Entschädigungsstreit zu erzielen; Windhoek sollte auf alle Kompensationen verzichten und im Gegenzug eine "Zukunftsstiftung" erhalten, um die materiell leer ausgehenden Herero und Nama mit Gedenkstätten und anderen Projekten einer preiswerten "Erinnerungskultur" abzuspeisen. Berlin rechnet sich gute Chancen aus, Entschädigungsklagen abwehren zu können: Die zum Tatzeitpunkt gültigen Völkerrechtsnormen böten keine Handhabe gegen die Massaker in Deutsch-Südwestafrika, heißt es in einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags; Genozid wiederum sei erst seit 1948 ein Straftatbestand und könne nicht rückwirkend geahndet.....

Amerikas Schattenkrieg - Die Ausbreitung des US-Militärs in Afrika

Amerikas Schattenkrieg - Die Ausbreitung des US-Militärs in Afrika
General James Linder (r.), Oberbefehlshaber des US Special Operations Command Africa, begrüßt einen Soldaten in Niger.
In keinen Erdteil entsandten die USA in den vergangenen Jahren mehr Spezialkräfte als nach Afrika. Ein zentraler Bestandteil der militärischen Planungen ist dabei das US Africa Command (AFRICOM). "Nation Building" für Freiheit und Demokratie ist out, die Ziele bleiben ähnlich. Mehr....

Wege der Weltpolitik (II)

Die Bundeswehr wird ihren Einsatz in Mali ausweiten. Dies hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am gestrigen Montag mitgeteilt. Demnach soll die Mandatsobergrenze für die deutschen Truppen, die im Norden Malis unter UN-Flagge operieren, von derzeit 650 auf 1.000 aufgestockt werden, um Sanitäts- und Kampfhubschrauber in dem Gebiet zu stationieren. Berliner Regierungsberater warnen, die "Sicherheitslage" habe sich zuletzt in ganz Mali "dramatisch verschlechtert" und drohe vollends außer Kontrolle zu geraten; dagegen helfe nur, zusätzlich zur militärischen Intervention jetzt den Durchgriff auf die Regierung in Bamako massiv zu verstärken. Zugleich hat die EU am Sonntag ein Abschiebeabkommen mit Mali geschlossen, das es ihr ermöglicht, Flüchtlinge aus dem Land umstandslos abzuschieben. Die Kombination militärischer Operationen mit unerbittlicher Flüchtlingsabwehr zeichnet die Berliner Aktivitäten in sämtlichen Interventionsgebieten der Bundeswehr im "Krisengürtel" von Westafrika über Mittelost bis nach Zentralasien aus.
Hubschrauber nach Mali
Die Bundeswehr wird ihren Einsatz in Mali ausweiten. Das hat Verteidigungsministerin Ursula....

Ölreichtum im Tschad – Verarmung der Bevölkerung

In der Kolonialzeit wurden die Länder Afrikas mit nackter militärischer Gewalt überwunden und ihre Rohstoffe ausgebeutet. Heute, in der postkolonialen Zeit, geschieht dies etwas verdeckter mit den Mitteln der wirtschaftlichen und technologischen Überlegenheit der industrialisierten Staaten und mit Hilfe der vielfach korrupten lokalen Regierungen. Ein Beispiel ist die Republik Tschad in Zentralafrika, die im Norden an Libyen und im Westen an Kamerun, Niger und Nigeria angrenzt.

Der Tschad ist etwa 3,5-mal so groß wie Deutschland und hat ca. 12 Millionen Einwohner, die sich aus 200 Ethnien mit 120 Sprachen und Dialekten zusammensetzen. Rund 90 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, also von Ackerbau und Viehzucht, hauptsächlich für den Eigenverbrauch. Trotzdem ist das Land noch auf internationale Unterstützung mit Lebensmitteln angewiesen. 80 % leben in absoluter Armut, über 50 % sind Analphabeten. Es gibt nur 265 km ausgebaute Straßen. Die wenigen wirtschaftlich entwickelten Elemente werden nur vom Staat organisiert. Der Staat gilt als instabil. „Staatliche Einrichtungen wie Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen sind kaum entwickelt.“ Korruption ist ungeheuer verbreitet. „Nach dem Korruptionsindex 2010 der Organisation....

Äthiopische Regierung hackt Computer in den USA

armyadEFF fordert, dass Betroffener klagen darf

Viele große US-Medien beklagen derzeit im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Interna aus Hillary Clintons Wahlkampfteam, dass Russland sich aus politischen Gründen in amerikanische Computer hacke. Beweise für diese Behauptungen gibt es jedoch nicht – und Moskau bestreitet, hinter den WikiLeaks-, DCleaks- und Guccifer-Veröffentlichungen zu stecken.

Es gibt allerdings einen anderen Staat, der ganz offen zugibt, dass er Rechner in den USA gehackt und ausspioniert hat: Äthiopien. Die Behörden dieses Landes schickten einem in den USA lebenden äthiopischstämmigen Oppositionellen, der unter dem Pseudonym "Mr. Kidane" auftritt, ein Word-Dokument, dass mit dem Staatstrojaner....

Wie die EU Afrika ausmergelt und Merkel nach Afrikas Wohl sucht

Angesichts der ständigen Migrantenflut aus Afrika, die durch die wachsende Kritik innenpolitisch eine immer größere Rolle spielt, und der herannahenden Bundestagswahl in einem Jahr sah sich Bundeskanzlerin Angela Merkel veranlasst, doch etwas zu unternehmen, um eine Initiative gegen die Migrationsursachen in Afrika unter Beweis zu stellen. „Ich glaube, dass wir sehr viel stärker noch uns für die Geschicke Afrikas interessieren müssen“, sagte sie Anfang Oktober, „das Wohl Afrikas liegt im deutschen Interesse.“ Und flugs reiste sie drei Tage durch Afrika.

Dort wolle sie, hieß es, vor allem die sogenannten Migrationspartnerschaften zwischen den afrikanischen Ländern und der Europäischen Union festigen und ausbauen. Aha, das setzt aber doch wieder die andauernde Migration voraus und betrifft nicht deren Ursachen, sondern das gemeinsame Management. So warnte sie auch bei der Afrikanischen Union, dass sich viele junge Afrikaner mit „völlig falschen Vorstellungen“ auf lebensgefährliche Wege gen Mittelmeer machten.

Zu den Ursachen meinte sie dort gleich einschränkend, Deutschland und Europa....

Das US-Militär baut für 100 Millionen Dollar eine neue Drohnenbasis in Afrika

Aus großer Höhe betrachtet, verschmilzt Agadez fast mit der kakaobraunen Einöde, die es umgibt. Erst beim Landabflug wird eine Stadt sichtbar, die einen inmitten der Wüste gelegenen Flugplatz einschließt. Früher war Agadez nur ein Rastplatz für Kamelkarawanen ,ein Paradies für Menschenschmuggler und eine wichtige Station auf dem langen Weg der Flüchtlinge und Migranten aus Afrika, die unbedingt nach Europa wollen [s.http://europe.newsweek.com/why-niger-west-africas-peoplesmuggling-hub-471600?rm=eu].
Afrikaner, die vor Konflikten und Armut fliehen, sind jedoch nicht die einzigen Ausländer, die in diese Stadt im Zentrum des Staates Niger kommen. Aus bisher geheimen US-Militärdokumenten, deren Freigabe The Interceptaufgrund des Freedom of.....

Größtes Flüchtlingslager der Welt geschlossen: Kenia schiebt somalische Flüchtlinge zwangsweise ab

"Der Druck, mehr als 280.000 anerkannte Flüchtlinge aus dem Lager Dadaab zu treiben, hat zur planlosen und chaotischen Heimkehr" tausender Menschen nach Somalia geführt, kritisierte der Generalsekretär der Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Jan Egeland.

Bei der Schließung des größten Flüchtlingslagers der Welt in Kenia werden nach Angaben einer norwegischen Hilfsorganisation tausende somalische Flüchtlinge zur Rückkehr in ihr Land gezwungen.

 

„Der Druck, mehr als 280.000 anerkannte Flüchtlinge aus dem Lager Dadaab zu treiben, hat zur planlosen und chaotischen Heimkehr“ tausender Menschen nach Somalia geführt, kritisierte der Generalsekretär der Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Jan Egeland, am Montag. Mehr....

Europa erpresst Afrika mit einem rücksichtslosen Freihandelsabkommen!

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An diesem Wochenende bricht Angela Merkel nach Afrika auf. Den Entwicklungsländern wird die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder sie unterzeichnen das Freihandelsabkommen oder ihr Marktzugang zur EU wird eingeschränkt. Ein Blick in das Vertragswerk zeigt: Es zwingt Afrika, seine Märkte fast komplett – bis zu 83% – für europäische Produkte zu öffnen, ohne schützende Zölle.  Afrikanischen Staaten sind Handelsschranken im globalen Wettbewerb untersagt. Mehr.....

Der nächste UN-Genozid in Somalia

Somalische Soldaten und 30 000 starken Friedenstruppe (AMISOM) der Afrikanischen Union (AU)| Photo: Reuters
Das somalische Volk hat nicht Al Shabab geschaffen – das tat die UNO, indem sie einen Krieg begann, der bis heute tobt.
Die UNO hat gerade angekündigt, dass wegen der Dürre und Hungersnot über 300 000 somalische Kinder an ernster Unterernährung leiden. Das bedeutet, dass jetzt schon über 100 Kinder täglich an Hunger sterben. Bald wird die Zahl mehrere hundert täglich erreichen, was Erinnerungen and die jüngste Dürre am Horn von Afrika 2011-12 weckt, als die UNO zugab, dass 250 000, fast nur Kinder, am Hunger gestorben sind. Und diese Dürre und Hungersnot sind noch schlimmer Der Grund, dass so viele somalische Kinder an Hunger sterben, wurde durch das neueste Klima-Desaster in Form der El Niño Dürr....

Millionen ohne Nahrung

Nigeria: Der Krieg gegen »Boko Haram« hat eine schwere Hungerkrise ausgelöst

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Land im Krieg: Ein Soldat der nigerianischen Armee an einem Checkpoint in Stadt Bama

In Nigerias Bundesstaat Borno leidet die Bevölkerung unter der derzeit wohl weltweit schwersten Hungerkatastrophe. 4,5 Millionen Menschen brauchen nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF Unterstützung, eine Million von ihnen ist von extremer Unterernährung bedroht. »Wir haben noch nicht die passenden Worte gefunden, um das Ausmaß des Problems zu beschreiben«, sagte der Leiter des Ernährungsprogramms von UNICEF in Nigeria, Arjan de Wagt, am vergangenen Freitag der wirtschaftsnahen Nachrichtenagentur Bloomberg.

Bei der UN-Organisation kenne man »nirgendwo auf der Welt eine derartige Situation«. Als Ursache für....

Die harte Wahrheit: Akon hat in einem Jahr für Afrika mehr getan als die meisten Hilfsorganisationen in Jahren

Es ist nicht immer einfach, die Wahrheit zu sagen; und manchmal braucht es großen Mut dafür. Wir haben diesen Mut aufgebracht. Und wie üblich berichten wir euch von einer weiteren harten Wahrheit in diesem Artikel, den ihr jetzt gerade lest.

Im Jahr 2015 hat der senegalesisch-amerikanische R&B und Hip Hop-Musiker und Produzent Aliaune Damala Bouga, besser bekannt unter seinem Bühnennamen Akon, ein Mega-Solar-Projekt initiiert. Ziel dieses Projektes war es, damit rund 600 Millionen Afrikanern mit Elektrizität zu versorgen. Akon wurde in St. Louis, Missouri in den Vereinigten Staaten geboren, hat aber den Großteil seiner Kindheit im westafrikanischen Land Senegal verbracht; das Land, in dem seine Eltern geboren wurden.

Der Songwriter und Plattenproduzent nannte das Projekt „Akon erleuchtet Afrika“ („Akon Lighting Africa“). Der Hauptsitz des Projektes befindet sich in der malischen Hauptstadt Bamako in Westafrika.

s-1-32[1]Das Projekt nahm die Arbeit unmittelbar nach dem Start letztes Jahr auf. Es ist wie eine Akademie strukturiert. Afrikanische Ingenieure und Unternehmer, die sich für Solarenergie interessieren, entwickeln dort ihre Fähigkeiten weiter; das wiederum....

Atomic Africa – Industriestaaten verseuchen nun Afrika mit Kohle- und Atomkraftwerken

e615357615Der Dreck der Industriestaaten wird einfach outgesourct. Nicht nur der Müll wandert nach Afrika, nein, auch neue Kohlekraftwerke werden in Afrika gebaut. Praktisch, da der Abbau von Uran und Kohle ebenfalls in Afrika zu Hause ist. Profiteure sind auch hier die Industriestaaten. Zum Dank gibt es auch schon mal Kriegspielzeug für die Despoten. Klingt doch super – die Weltgemeinschaft hat mit einem historischen UN-Klimaabkommen den Abschied von Öl, Gas und Kohle auf der Pariser Klimakonferenz – COP 21-  im Dezember 2015 eingeläutet. Das Abkommen soll die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad begrenzen. Während viele Umweltschützer dafür einen guten Anfang sahen....

Die acht reichsten Herrscher Afrikas und ihr Kontostand

The Kings of Africa photographed by Daniel Laine – Fotoquelle: https://www.pinterest.com/pin/9710955425359056/

Die Menschen des afrikanischen Kontinents gelten als arm. Sie sind arm, weil die reichlich vorhandenen Rohstoffe den Kontostand der afrikanischen Herrschenden auf ausländischen Banken, nicht aber den Lebensstandard der breiten Bevölkerung erhöhen. Die Diskrepanz zwischen Arm und Reich, zwischen Knechten und Herren, bleibt eines der größten Probleme in Afrika. Die Erfordernisse einer Modernisierung und einer Transparenz ihres politischen Handelns sind vielen Verantwortlichen in Afrika nicht im Bewusstsein. Fast überall mehrt sich Korruption. Dort, wo afrikanische Politiker, jeder auf seine Art, beliebig über die Ressourcen und die Bevölkerung des Landes verfügen, ist eine Armutsbekämpfung nicht möglich. Diese Politiker herrschen über Menschen, sie fühlen sich ihnen gegenüber nicht verantwortlich. In Afrika als Autokrat bezeichnet zu werden, ist für die meisten Politiker keine Beleidigung. In der afrikanischen Kultur ist der Gehorsam gegenüber Älteren und Chefs tief verwurzelt. In diesem kulturellen Umfeld ist eine Rechenschaftspflicht des Präsidenten schwer durchzusetzen. Für junge Afrikaner ist es schwierig, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und nicht bloße Beobachter des öffentlichen Lebens zu bleiben. Für die überalterten Regierenden und ihre Funktionäre beginnt die politische Partizipation mit den Wahlen, und sie endet auch mit ihnen. Diese Zementierung und Überalterung bedeutet eine zunehmende Marginalisierung der afrikanischen Jugend, zumal sie nicht einmal in Partei-Entscheidungen wirklich mit einbezogen wird.

Wer sind diese Herrscher, die sich unverfroren der Reichtümer bedienen, während viele Afrikaner von zwei Dollar am Tag leben müssen?

Das britische Statistikbüro „Africaranking“ hat eine Liste der acht reichsten Präsidenten / Könige und ihres Privatvermögens erstellt. Die Zahlen stammen aus...

Tuareg

mustreadLibyen/Sahara. Bereits 2004, als die USA das Gebiet der Sahara zur 'Terrorzone' erklärten, brachen für die Tuareg harte Zeiten an.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Angelika Gutsche

Gaddafi bezeichnete Libyen „als das Land der Tuareg“, es sei ihre Basis und werde sie unterstützen. Die Tuareg selbst nannte er die „Löwen und Adler“ der Wüste, sich an ihnen zu vergreifen, würde er niemanden erlauben. Sie seien „die Verteidiger der Sahara, Nordafrikas, des Islams und dieser strategischen Zone“.[1] Was mit strategischer Zone gemeint war, weiß man seit 2004, als die USA die Sahara zur ‚Terrorzone‘ erklärten.

Die Tuareg werden als die Nachfahren der Garamanten betrachtet, der Urbevölkerung des Fessan, und sie gehören somit auch zur Urbevölkerung Libyens, die über eine eigene Sprache und Schrift verfügt.

Tuareg sind die Nomaden der Wüste, deren Lebensraum sich über die gesamte Sahara erstreckt, auch wenn sich dieser aufgrund kolonialer Grenzziehungen heute über fünf Staaten – Libyen, Algerien, Mali, Niger und Mauretanien – verteilt. Es handelt sich um ein lebensfeindliches Terrain, in dem es kaum Infrastruktur gibt. Tuareg kennen keine Grenzen, sie wandern – wie schon seit ewigen Zeiten – zwischen der Sahelzone im Süden und den Ausläufern der Sahara im Norden. Früher waren sie....

Massaker ohne Folgen

Ungeachtet der Berichte von neuen Massakern der äthiopischen Repressionskräfte an bis zu 100 Demonstranten setzt die Bundesregierung ihre enge Kooperation mit Äthiopien fort. Wie Menschenrechtsorganisationen am Wochenende bestätigten, haben Polizei und Militär des Landes in den Tagen zuvor bei der blutigen Niederschlagung von Protesten die Zahl der äthiopischen Oppositionellen, die seit Ende 2015 bei Demonstrationen getötet wurden, auf rund 500 erhöht. Proteste aus Berlin, das international gern als Kämpfer für Menschenrechte posiert, sind nicht bekannt. Hintergrund ist die Bereitschaft der äthiopischen Regierung, sich für die Realisierung deutscher Interessen in Ostafrika zur Verfügung zu stellen. Äthiopien, dessen Streitkräfte als die stärksten in Afrika südlich der Sahara gelten, hilft Berlin bei Ordnungsmaßnahmen am Horn von Afrika, vor dessen Küste der zentrale Seeweg aus Asien nach Europa entlangführt. Das Land stellt mehr als 8.000 Militärs für Auslandseinsätze zur Verfügung, vor allem in Somalia. Dafür erhält es umfangreiche Entwicklungshilfe aus der Bundesrepublik - und wird seit mehr als zehn Jahren von jeglicher Kritik an schweren Menschenrechtsverletzungen im Inland freigestellt. Kürzlich hat sogar die "Core Group" der Münchner Sicherheitskonferenz in Addis Abeba getagt.
Fachkräfte für Äthiopien
Die enge Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit Äthiopien ist in höchstem Maße geostrategisch motiviert. Die....

Ab 2018: Vereinigte Staaten von Afrika?

ttiel1Ein einziger Pass für ganz Afrika! Für alle 54 Staaten des Kontinents soll ein einheitlicher Pass kommen. Visa-Angelegenheiten sollen so unnötig gemacht werden. Die Wanderbewegung dürfte so weiter beschleunigt werden – und das dürfte auch Europa interessieren. Bislang haben die 54 Staaten des afrikanischen Kontinents unterschiedliche Pässe – wer reisen möchte, muss behördliche Hürden überwinden oder illegal Grenzen überschreiten. Das birgt mitunter Gefahren, wie der Direktor der „Afrikanischen Union“ Dr. Khabele Matlosa mit....

Unfaire Welt: Trennung zwischen Arm und Reich in Südafrika

Die Drohnen-Aufnahmen des Fotografen Johnny Miller aus Kapstadt zeichnen ein krasses Bild der Kontraste in seinem Heimatland.

© johnny miller

Beim Anblick der Bilder stockt der Atem. Deutlicher kann man den krassen Unterschied zwischen Arm und Reich in Südafrika nicht zum Ausdruck bringen: Für sein Projekt «Unequal Scenes» hat Johnny Miller mit seiner Drohne an der Grenze zwischen schicken Vorstädten und überbevölkerten....

USA bereitet in Eritrea (Afrikas Kuba) Regimechange wie in Libyen vor

Foto: Keren Eitrea / John Beso / wikimedia.org / CC BY-SA 3.0Foto: Keren Eitrea / John Beso / wikimedia.org / CC BY-SA 3.0
Die USA bereiten methodisch eine sogenannte „humanitäre“ Militärintervention gegen das kleine nordöstliche afrikanische Land Eritrea vor unter Vorwänden ganz ähnlich denen, die zur Rechtfertigung von NATOs Krieg für Regimechange in Libyen 2011 benutzt wurden. Wie damals haben die USA den Menschenrechts-Apparat der Vereinten Nationen gekapert, um eine „Verantwortung zum Schutz“ (R2P) von Eritreas Bürgern vor angeblichen Übergriffen ihrer eigenen Regierung behaupten zu können. Krieg und Regimechange sind das beabsichtigte Ergebnis. Washington hat UN-Sanktionen gegen Eritrea manipuliert, die 2009 begannen, unter dem offen erfundenen Anklage, dass Eritrea entschieden säkulare Regierung...

Vereinigte Staaten von Amerika weiten geheime Kriege in Afrika aus

10404075_591541534324400_3330379660734298106_nDie geheime Expansion von Militärbasen und Sondereinsätzen der Vereinigten Staaten von Amerika in Afrika hat einen neuen und leichtgewichtigen Stil der Kriegsführung in die Wege geleitet, der die nächste Phase des amerikanischen militärischen Imperialismus bilden wird. Anders als die groß aufgemachte militärische „Achse nach Asien“ der Vereinigten Staaten von Amerika ist die starke Zunahme von Drohnen, Sonderkommandos, Söldneragenten, geheimen Stützpunkten, Stellvertreterkämpfern und Cyber-Kriegsführung das, was der Journalist Nick Turse als eine „neue Obamadoktrin des Fußabdrucks light“ bezeichnet, die „Krieg zu einer immer attraktiveren und scheinbar leichten Option zu machen scheint.“

Ein neuer Kampfstil

Tag für Tag führen Eliteeinheiten der Vereinigten Staaten von Amerika geheime Einsätze in geschätzt 70 bis 90 Ländern durch. Laut Turse wurden Sondereinsatzkräfte in einem noch nie gesehenen Ausmaß in 147 Länder geschickt – 75 Prozent der Länder der Welt allein im letzten Jahr. Das bedeutet einen Zuwachs von 145 Prozent gegenüber den unter der Bush-Adminstration durchgeführten

Konventionell mit großen Infanteriekräften und ausgewachsenen Invasionen fremder Länder geführte Kriege haben einem neuen Kampfstil Platz gemacht – einem, der zunehmend abhängig ist von Sondereinsatztruppen, Drohnen und privaten Kontraktoren (=Söldner, d.Ü.). Aufgrund der streng vertraulichen Natur von Spezialkommandos kann das Pentagon im Wesentlichen die militärischen Einsätze im Ausland vor der amerikanischen Öffentlichkeit geheim halten. Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten immer seit dem Kalten Krieg Soldaten in Afrika, aber die Rate der Expansion weist gefährlich auf ein Fehlen von Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Öffentlichkeit hin. Mehr...