Snowden und das Prinzip Hoffnung

Edward Snowden hat in dieser Woche seine Autobiographie veröffentlicht. Das Buch erschien gleichzeitig in Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und weiteren Sprachen und ist heute, nach zwei Tagen, bereits ein internationaler Bestseller.

Der 36-jährige schildert darin sein Leben von der Kindheit bis zu seinen Enthüllungen und der Ankunft in Moskau im Jahr 2013. Snowdens Geschichte ist der Bericht einer persönlichen Wandlung, vom überzeugten Staatsdiener zum Warner vor unkontrollierter Macht. Diese Wandlung und ihr Effekt auf die Weltöffentlichkeit erscheinen rückblickend so unwahrscheinlich, dass sie zum Symbol einer Hoffnung geworden sind, die weit über sein persönliches Leben hinausreicht.

Das Buch beginnt mit einem tiefstapelnden Bonmot: „Mein Name ist Edward Joseph Snowden. Früher habe ich für die Regierung gearbeitet, heute für die Öffentlichkeit. Ich habe fast drei Jahrzehnte gebraucht, um den Unterschied zu erkennen. Als ich ihn bemerkte, bekam ich etwas Ärger im Büro. Nun versuche ich, die Öffentlichkeit vor der Person zu schützen, die ich einmal war – ein CIA- und NSA-Spion, ein junger Techniker, der das aufbauen wollte, was er für eine bessere Welt hielt.“

In diesem Punkt hat Snowden sich also wohl nicht gewandelt: Er war immer ein Idealist. Und so sind seine Erinnerungen auch eine Warnung an andere, wie leicht persönlicher Idealismus politisch manipuliert werden kann. Er beschreibt, wie die US-Regierung unmittelbar nach 9/11 in den Krieg zog und bemerkt selbstkritisch:

„Was ich in meinem Leben am meisten bedauere, ist meine reflexartige, unkritische Unterstützung dieser Entscheidung. Ich war außer mir vor Empörung, ja…..

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