Putin im Interview mit Oliver Stone über Russigate

Der russische Präsident Vladimir Putin hat kürzlich ein Interview mit dem linken Hollywood-Produzenten Oliver Stone gegeben. Das Transkript für das Interview wurde auf der Webseite des Kremls veröffentlicht.

Interview with film director Oliver Stone.Bild Kremel

Hier ist dieser erstaunliche Dialog über die US-Wahlen.

Oliver Stone: Sie wissen ja dass Russland immer wieder der Einmischung in die Wahlen 2016 beschuldigt und angeklagt wurde. Soweit ich weiß, gibt es keinen Beweise. Aber jetzt gibt es in den USA eine Untersuchung über die Einmischung der Ukraine in die Wahlen. Es scheint, dass es eine sehr verwirrende Situation war, und Poroschenko scheint sehr stark pro-Clinton, Anti-Trump, gewesen zu sein.

Wladimir Putin: Ja, das ist kein Geheimnis.

Oliver Stone: Glauben Sie das es Auswirkungen hatte?

Wladimir Putin: Ich glaube nicht, dass dies als Einmischung der Ukraine interpretiert werden könnte. Aber es ist völlig offensichtlich, dass ukrainische Oligarchen den Gegnern von Trump Geld gegeben haben. Ich weiß nicht, ob sie dies selbst oder mit Wissen der Behörden getan haben.

Oliver Stone: Wer hat Informationen über diese Clinton-Kampagne?

Wladimir Putin: Ich weiß es nicht. Ich bin ehrlich. Ich werde nicht über das sprechen, was ich nicht weiß. Ich habe genug eigene Probleme. Sie gingen davon aus, dass Frau Clinton gewinnen würde und taten alles, um der zukünftigen US-Regierung die Treue zu halten. Das ist nichts Besonderes. Sie wollten, dass der zukünftige Präsident eine gute Meinung von ihnen hat. Deshalb erlaubten sie sich, unvorteilhafte Aussagen über Trump zu machen und unterstützten die Demokraten in jeder Hinsicht. Das ist überhaupt kein Geheimnis. Sie handelten in der Öffentlichkeit.

Oliver Stone: Sie wollen nicht weiter gehen, weil Sie keine Informationen haben?

Wladimir Putin: Wissen sie, das wäre von meiner Seite aus unangemessen. Wenn ich etwas Konkreteres sagen würde, müsste ich einige Dokumente, einige Papiere auf den Tisch legen.

Oliver Stone: Sie verstehen, dass dies enorme Auswirkungen hat, Herr Trump wäre Ihnen sehr dankbar?

Wladimir Putin: Ich habe mich damals nicht eingemischt, ich will mich jetzt nicht einmischen, und ich werde mich in Zukunft nicht einmischen.

Oliver Stone: Aber das ist ein edles Motiv. Leider hat sich die Welt in den letzten zwei Jahren zurück entwickelt, mit all diesen Verleumdungen und Anschuldigungen, schmutzigen Kämpfen. Wie auch immer…..

Wladimir Putin: Um etwas zu ändern. Wenn wir wieder zu den US-Wahlen zurückkehren wollen – müssen Sie sehen dass es ist ein riesiges Land, eine riesige Nation mit eigenen Problemen ist, mit eigenen Ansichten darüber, was gut und was schlecht ist, und mit der Einsicht, dass sich in den letzten Jahren, sagen wir zehn Jahre, trotz des enormen Wachstums des Wohlstands für die herrschende Klasse und die Reichen nichts zum Besseren für die Mittelschicht geändert hat. Dies ist eine Tatsache, die das Wahlteam von Trump verstanden hat. Er hat das selbst verstanden und das Beste daraus gemacht.

Egal, was Blogger oder wer auch immer über diese Situation der USA im Internet verbreiten das es keine entscheidende Rolle gespielt hätte. Es ist reiner Unsinn. Aber unsere Sympathien waren mit ihm, weil er sagte, er wolle wieder die normalen Beziehungen zu Russland wiederherstellen. Was ist daran schlimm? Natürlich können wir diese Position nur begrüßen.

Oliver Stone: Anscheinend hat es die Clinton-Leute sehr aufgerregt. Die Clinton-Kampagne hat das “Steele-Dossier” eröffnet. Sie haben dafür bezahlt und kam aus seltsamen Quellen. Ein Teil davon kommt aus der Ukraine. Sie gingen ihren eigenen Weg, so scheint es mir, mit der CIA, mit Herrn Brennan, John Brennan, und mit Clapper, James Clapper und Comey vom FBI. Sie alle scheinen sich, alle Geheimdienste, auf eine Art und Weise gegen Trump gewehrt zu haben.

Wladimir Putin: Sie hatten Hebel innerhalb der Regierung, aber so etwas gibt es hier nicht. Sie übten administrativen Druck aus. Es ist gibt immer ein Vorteil in Ländern wie den USA, und einigen westeuropäischen Ländern von mindestens etwa 2 Prozent im Durchschnitt.

Oliver Stone: Zwei Prozent? Wovon reden Sie da?

Vladimir Putin: Experten zufolge haben diejenigen mit administrativem Druck, die sie anwenden können, immer einen Vorteil von 2 Prozent. Du kannst es anders sehen. Einige Experten glauben, dass es in verschiedenen Ländern unterschiedlich sein kann, aber in Ländern wie den Vereinigten Staaten und einigen europäischen Ländern liegt der Vorteil bei 2 Prozent. Das ist es, was Experten sagen, sie können sich aber auch irren.

Oliver Stone: Ich weiß es nicht. Ich habe von den ein Prozent gehört, aber es scheint mehr als 12 Prozent zu sein.

Wladimir Putin: Das ist möglich, je nachdem, wie es verwendet wird.

Oliver Stone: Nun, Sie sind nicht anderer Meinung. Sie sagen, dass es durchaus möglich war, dass versucht wurde, Donald Trump daran zu hindern, mit einem Soft Coup d’état ins Amt zu kommen, ich werde es einen Soft Coup nennen?

Vladimir Putin: In den USA?

Oliver Stone: Ja.

Wladimir Putin: Es ist noch nicht zu Ende.

Oliver Stone: Ein Coup d’état wird von Menschen geplant, die Macht haben.

Wladimir Putin: Nein, das meine ich nicht. Ich meine, mangelnde Achtung vor dem Willen der Wähler. Ich denke, es war beispiellos in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Oliver Stone: Was war beispiellos?

Wladimir Putin: Es war das erste Mal, dass die verlierende Mannschaft keine Niederlage eingestehen will und den Willen der Wähler nicht respektiert.

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