Wir fangen bereits an, unseren Mais zu verzehren! USA vor Lebensmittelkrise

Anhaltende Überschwemmungen haben dafür gesorgt, dass die Farmer kaum mehr Saatgut anplanzen können. Das trifft auch die Fleischindustrie. Die Lebensmittelpreise steigen bereits stark an.

Wie wir bereits im Juni berichteten, wurden die Vereinigten Staaten in den letzten Monaten von massiven Regenfällen heimgesucht. Dies trifft vor allem die Farmer, deren Felder unbestellt bleiben müssen. Selbst wenn es nun trockener werden sollte, ist es bereits zu spät für die Aussaat.

Beim Mais beispielsweise ist es so, dass mehr als 2,4 Millionen Hektar Ackerland, die eigentlich für den Maisanbau vorgesehen waren, in diesem Jahr völlig ungenutzt bleiben. Das hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Maisprodukte selbst. Mais wird nämlich auch in großem Umfang zur Fütterung von Nutztieren verwendet. Doch der Anstieg der Spotpreise hat US-Bauern gezwungen, anderswo nach kostengünstigen Ersatzstoffen zu suchen, berichtete Reuters.

Das anhaltende Regenwetter, das diesen Frühling den Mittleren Westen überschwemmte, verringert jetzt die Maiserträge. In jüngerer Zeit setzt sich inzwischen trockenes, heißes Wetter in weiten Teilen des Mittleren Westens fort, was auch die Maiserträge in Mitleidenschaft zieht. Unbeständiges Wetter im Jahr 2019 könnte zu einer der niedrigsten Maisernten seit Jahren führen. So erwartete das US-Landwirtschaftsministerium für dieses Jahr eine Maisernte von 13,88 Milliarden Bushel, was ein Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt.

Landwirtschaftliche Organisationen, Ausrüstungshändler und Fabriken, die Mais in Ethanol umwandeln, haben bereits den Druck der Landwirte gespürt, weil Millionen Hektar wegen des nassen Wetters im zentralen und mittleren Westen, einschließlich des Mais und Sojabohnengürtels, nicht bepflanzt wurden.

Die niederschlagsreichsten 12 Monate im Mittleren Westen haben Tausende von Landwirten hinter die Pflanzsaison gebracht. Das Risiko Nummer eins ist, dass Mais möglicherweise nicht die volle Reife erreicht und der frühe Frost die Ernteerträge noch weiter zerstören könnte.

Höhere Preise für Mais könnten zu höheren Fleischpreisen führen, die bereits nach der Krise in China um die Afrikanische Schweinepest steigen. Diese führte zum Tod von Hunderten von Millionen Schweinen, weshalb die Chinesen nun verstärkt international Schweinefleisch kaufen.

USDA-Supermarktdaten zeigten, dass die Einzelhandelspreise für Schweinefleisch gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent gestiegen sind, während die Rindfleischpreise um 2 Prozent anstiegen. In den kommenden Monaten dürften die Fleischpreise noch stärker ansteigen, da sich die Fütterungskosten für die Züchter deutlich erhöhen.

Angesichts dessen, dass sich die US-Wirtschaft mittlerweile abkühlt und selbst die massivst beschönigten Daten auf eine Rezession hindeuten, wird es für immer mehr Amerikaner immer schwieriger, Lebensmittel zu kaufen. Schon jetzt kämpfen zig Millionen US-Bürger mit hohen Ausgaben und niedrigen Einkommen, was auch den teuren Mieten anzulasten ist. Werden die Grundnahrungsmittel deutlich teurer, bahnt sich sogar eine Lebensmittelkrise an. Eine Krise, die vor allem die ärmeren Amerikaner treffen wird.

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