Kurzbericht aus Brüssel (II)

Zwei Humanisten und Humoristen: Martin Sonneborn und Nico Semsrott.Jan Sternberg/RND

Vorschlag zur Güte: Statt Iran und den persischen Golf weiter zu destabilisieren, sollten wir lieber Kriegsschiffe nach Brasilien schicken; für die Erhaltung des Planeten wäre es wesentlich sinnvoller, den dämlichen Faschisten Bolsonaro zu erschrecken. Ökozid

Brasilien ist der viertgrößte CO2-Verursacher der Welt. Bolsonaro, ein Bewunderer der Militärdiktatur, der von einer Agrarlobby, verrückten Evangelisten & Militärs unterstützt wird, arbeitet hart daran, diese Platzierung zu verbessern, indem er eindrucksvoll große Teile des Regenwalds roden lässt.

“I am fulfilling a mission from God.” Jair Bolsonaro

Dazu hat der brasilianische Präsident schon in den ersten 100 Tagen nach Amtsantritt 152 neue, z.T. hochgiftige Pestizide zugelassen; unter der Ägide der Cheflobbyistin der Agrar-Industrie, die er zur Landwirtschaftsministerin machte.

Der brasilianische Regenwald setzt jährlich ein Viertel des weltweiten Kohlenstoffs um. Er gilt als eines der “Kipp-Elemente” (Vgl. Google, Seite 577 ff).

Die staatliche Behörde, die den Umfang der Abholzung dokumentiert hat, seine eigene Behörde also, bezeichnet Bolsi als Verursacher von “Fake News” und droht ihr mit Auflösung.

An die Macht gekommen ist der Irre vom Amazonas, weil sein in der Präsidentschaftswahl favorisierter Konkurrent Lula wegen angeblicher Korruption inhaftiert wurde – ohne rechtsstaatliche Beweise.

Glenn Greenwald (Vgl. Google, Suchworte “Edward” und “Snowden”) dokumentiert auf seiner Plattform “The Intercept” die Verstrickungen der Staatsanwaltschaft und des verantwortlichen Richters Moro – der anschließend von Bolsonaro zum Justizminister befördert wurde, ZwinkerSmiley!

Derzeit arbeitet Justizminister Moro an einem Gesetz, das Greenwald “aus dem Land schaffen soll” (Bolsonaro).

Diesen Tüp (Bolsonaro) und seine Politik stützt die EU durch ein umfangreiches Handelsabkommen namens Mercosur.

Mercosur wird dabei ganz im Trend der Zeit von Kanzlerin Merkel und der EU zu einem “grünen Handelsabkommen” verklärt.

Grün? Die Rinderhälften, für die in den gerodeten Gebieten Soja angebaut wird (bereits beim Fällen oder “Bulldozern” der Bäume wird CO2 freigesetzt, vgl. “Was ist was?”, S. 34), werden kaum auf Segelbooten nach Europa geliefert werden. Die Autos, die im Gegenzug nach Brasilien gehen, noch weniger.

Bolsonaro, neuer bester Freund der EU, in Zitaten:

– “Ich würde dich nie vergewaltigen, weil du es nicht wert bist.” zur Parlamentarierin Maria do Rosario

– “The Amazon is ours, not yours. Brazil is like a virgin that every pervert from the outside lusts for.”

– “Ich habe fünf Kinder. Vier davon sind Männer. Aber beim fünften hatte ich einen schwachen Moment und es kam eine Frau heraus.”

– B.s Sohn Eduardo ist gerade brasilianischer Botschafter in den USA geworden. Seine Qualifikation: “Er ist mit den Kindern von Trump befreundet und kann Englisch”.

– “Wenn ich sehe, wie sich zwei Männer auf der Straße küssen, werde ich sie schlagen.”; “Ich könnte einen homosexuellen Sohn nicht lieben. Ich würde es vorziehen, dass mein Sohn bei einem Unfall ums Leben kommt, als dass er hier mit einem Typen mit Schnurrbart auftaucht.”

“Erst schießen, dann ansprechen!” (über Polizeiarbeit in den Favelas)

“Ich bin für Folter, und das Volk ist auch dafür.”

“Sie tun nichts, ich glaube sie taugen nicht einmal zur Fortpflanzung.” (über Schwarze)

Viab Martin Sonneborn

Kommentare sind geschlossen.