Israels gefährliches Geheimnis enthüllt: Mindestens 100 Atombomben im Arsenal

Symbolbild: Foto | Verteidigungsministerium

Israel ist eines von fünf Nationen auf der Welt, die sich weigern, den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen zu unterzeichnen, einen internationalen Vertrag, der darauf abzielt, die Verbreitung von Kernwaffen zu beenden und eine globale atomare Abrüstung zu erreichen.

Das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) – eine internationale Überwachungsorganisation, die sich auf Konflikte, Waffenhandel und Atomwaffen-Handel konzentriert – veröffentlichte am Montag einen neuen Bericht, der offenbart, dass Israel fast hundert nukleare Sprengköpfe hat, mehr als bisher angenommen.

Der SIPRI-Bericht beschreibt das israelische Atomwaffenarsenal wie folgt:

-30 Schwerkraftbomben, die in der Lage sind, Atomwaffen mit Jets zu transportieren

-50 Sprengköpfe, die von ballistischen Raketen auf dem Land transportiert werden können

-eine unbekannte Anzahl von nuklear bewaffneten, auf See gestützten Marschflugkörpern

Insgesamt schätzte der SIPRI-Bericht, dass Israel zwischen 80 und 90 Atomwaffen besitzt, ein Anstieg gegenüber den Vorjahren. SIPRI konnte diese Schätzungen jedoch nicht mit der Zusammenarbeit der israelischen Regierung bestätigen, da sich diese seit langem weigert, ihr Atomwaffenprogramm zu kommentieren. Eine Politik, die sie als “nukleare Ambiguität (nicht als deutlich oder zugeben)” bezeichnet.

Infolge dieser “nuklearen Ambiguität” ist die tatsächliche Anzahl der israelischen Atomwaffen unbekannt. Einige andere Organisationen, wie die in den USA ansässige Nuclear Threat Initiative, haben geschätzt, dass Israel genügend waffenfähiges Plutonium produziert hat, um zwischen 100 und 200 Atomsprengköpfe zu bewaffnen. Israel ist eines von nur fünf Nationen auf der Welt, die sich weigern, den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen zu unterzeichnen, einen internationalen Vertrag, der darauf abzielt, die Verbreitung von Kernwaffen zu beenden und eine globale atomare Abrüstung zu erreichen.

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Quelle: Das Stockholm International Peace Research Institute Jahrbuch 2019

In einer Rede vor dem Kernreaktor Dimona in der Negev-Wüste drohte der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu im vergangenen August mit dem Einsatz von Atomwaffen, um die Feinde Israels “auszurotten”. In jüngster Zeit beschuldigten Netanyahu und seine Verbündeten in den USA den Iran, Atomwaffen zu entwickeln, obwohl die Geheimdienste der USA und Israels längst erkannt haben, dass der Iran kein solches Programm hat.

So wie der neue SIPRI-Bericht das israelische Atomprogramm erneut auf den Prüfstand gestellt hat, so haben auch neue Informationen über die israelische Atomanlage – das Shimon Peres Negev Nuclear Research Center, in dem sich der Dimona-Reaktor befindet – Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Anlage geweckt.

Blick auf den Kernreaktor in Dimona, Südisrael, 13. August 2016. (Moshe Shai/FLASH90)

Ende letzter Woche fand eine Anhörung vor dem israelisches Gericht statt, da an dem Standort mehr als einmal radioaktive Abfälle ausgelaufen seien und dass Informationen über diese Lecks vor einigen Mitarbeitern der Einrichtung verborgen worden seien. Einer dieser Mitarbeiter, Faridi Taweel, verklagte die Firma, nachdem er erfahren hat, dass er Krebs hatte, von dem er vermutet, dass er das Ergebnis der Exposition gegenüber ausgelaufener radioaktiver Substanz am Standort war.

Die Aufdeckung der zahlreichen Lecks in der Dimona-Anlage ist sehr beunruhigend, vor allem angesichts der Offenbarung vor wenigen Jahren, dass der Dimona-Reaktor nach Ansicht einer Gruppe israelischer Wissenschaftler schätzungsweise 1.537 Mängel aufweist. Israel hat sich angeblich geweigert, den alternden Atomkern zu ersetzen oder zu reparieren.

Die Tatsache, dass der Standort undicht und mit Mängeln behaftet ist, sollte ein Hauptproblem für Israelis sein, da der Standort nur ca. 50 Kilometer südlich von Israels Hauptstadt Tel Aviv liegt. Doch die Stadt Dimona ist um einiges mehr in Gefahr mit einer Distanz von ca. 12 Kilometer.

Aber Dimona ist größtenteils von Juden aus Nordafrika bevölkert. Diese Minderheit, die in Israel als “Schwarze Hebräer” bezeichnet wird, wird von der israelischen Regierung routinemäßig diskriminiert, ein jüngstes Beispiel dafür war die Enthüllung eines geheimen israelischen Regierungsprogramms zur gewaltsamen Sterilisierung afrikanisch-jüdischer Einwanderer.

Dimona und die umliegende Wüste Negev, beherbergen neben der großen Population afrikanischer Juden mehrere palästinensische Beduinendörfer, Dörfer, die häufig als “illegal” bezeichnet und von der israelischen Regierung zerstört werden. Die Tatsache, dass es keinen politischen Willen oder Aufwand gibt, den Standort zu säubern oder zukünftige Lecks zu verhindern, gepaart mit der Tatsache, dass die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen Minderheiten sind, die häufig von der israelischen Regierung diskriminiert werden, zeigt einen weiteren beunruhigenden und übersehenen Aspekt des geheimen Atomprogramms Israels.

Quellen:1,2,3

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