Transithandel über die Schweiz Die unsichtbare Branche

Schweizer Transitfirmen verschieben ungeheure Mengen an Rohstoffen wie Kupfer, Seide oder Öl über die Weltmeere oder auch nur virtuell. Die Historikerin Lea Haller hat erstmals umfassend die Geschichte dieser unsichtbaren Wirtschaftsbranche untersucht.

Container in einem deutschen Hafen: «Für Transithandelsfirmen spielt der Nationalstaat keine Rolle», sagt Lea Haller. Foto: Hartmut Schmidt, Alamy

WOZ: Frau Haller, als ich vorhin mit dem Zug von Basel zu Ihnen nach Biel gefahren bin, habe ich aus dem Fenster geschaut und mich gefragt: Wo ist denn dieser Transithandel, der in der Schweiz anscheinend so floriert?
Lea Haller: Da sehen Sie nichts. In der Industrie gibt es Produktionshallen, in denen Leute arbeiten, da werden Produkte hergestellt, die im kollektiven Gedächtnis fest verankert sind: Medikamente, Maschinen, Uhren. Alles, was man vom Transithandel sehen kann, sind Büros. In Winterthur kennen die Leute vielleicht das Volkart-Gebäude. Der Transithandel ist dort, wo die Firmen ihren Hauptsitz haben, unsichtbar.

Warum ist das so?
Transithändler kaufen Waren im Ausland und verkaufen sie dort auch wieder – meist Rohstoffe. Beispielsweise verkauft ein Transithändler Seide aus Japan an einen Abnehmer in den USA. Oder Kupfer aus Sambia nach China. Er zahlt an den…..

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