POMPEO VERTRITT DIE WAFFEN-MAFIA DER USA

Liebe Freunde, Irans Außenminister Zarif hat gestern seinen Rücktritt angeboten. US-Außenminister Pompeos höhnische Reaktion: Zarif sei sowieso „nur der Strohmann einer korrupten religiösen Mafia“. Das klingt wie eine Selbstbeschreibung Pompeos: Nur das Wort „religiös“ müsste man durch „Waffen“ ersetzen.

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Ich kenne Zarif seit Jahren persönlich. Aus langen Gesprächen. Er ist ein ehrenwerter Mann. Er hat sich energisch um die Öffnung Irans bemüht. Auch um gesellschaftliche Reformen zu ermöglichen. Er kämpfte gegen großen innenpolitischen Widerstand und für das von den USA jahrelang geforderte Nuklearabkommen. Als Gegenleistung erhielt er nun brutale US-Sanktionen. Zarif ist von den USA gnadenlos hereingelegt worden.

Ich fürchte, dass viel eher Pompeo Strohmann einer korrupten US-Waffen-Mafia ist, die einen Vorwand für weitere Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und die Emirate braucht, die den kleinen Jemen noch immer in Grund und Boden bomben.

Die aggressive Außenpolitik der USA ist eine größere Gefahr für den Weltfrieden als die Politik Irans. Obwohl auch Iran kein „Waisenknabe“ ist. Aber sein gestiegener Einfluss im Irak, in Syrien und im Yemen geht vor allem auf massive strategische Fehler der USA zurück. Nicht der Iran, sondern die USA und ihre Verbündeten haben Afghanistan, den Irak, Libyen, den Yemen und Syrien angezündet. Iran hat seit Jahrhunderten kein anderes Land angegriffen. Viele scheinen das zu vergessen oder stellen es bewusst falsch dar.

Ich verstehe daher Zarifs tiefe Enttäuschung darüber, dass sein Land als „Dank“ für den „Nukleardeal“ jetzt von US-Sanktionen tief in eine wirtschaftliche Katastrophe getrieben wird. Auch ich habe immer wieder auf die Iraner eingeredet, nachprüfbar auf Atomwaffen zu verzichten und ihren Frieden mit dem Westen zu machen. Auch ich bin fassungslos über den amerikanischen Wortbruch gegenüber dem Iran. Ich hoffe, dass die gemäßigten Kräfte um Zarif jetzt nicht resignieren.

Euer JT

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