»Machtverlust des Westens ist nicht aufzuhalten«

Bilanz der »Sicherheitskonferenz« in München: Übergang zu multipolarer Weltordnung bei vielen noch nicht angekommen. Gespräch mit Alexander Neu

Die Frage von Sicherheiten und Unsicherheiten stellt sich dieser Tage in der internationalen Politik mehr denn je. Welche Antworten hat die Konferenz in München am vergangenen Wochenende gebracht, an der auch Sie teilgenommen haben?

Es geht erst einmal darum, Unsicherheiten anzuerkennen und zu analysieren. Das ist an sich aber nichts Neues, die Situation haben wir seit Anfang der 1990er Jahre. Das hat der Westen bislang nur nicht so gesehen, weil er die globale Ordnung nach dem Ende des Kalten Krieges nach seinen Interessen gestaltet hatte – was für andere in der Konsequenz Unordnung bedeutete. Aktuell wird diskutiert, wie damit umzugehen ist, dass der Westen seine Stellung als unangefochtener Hegemon verloren hat. Die Antworten darauf sind im wesentlichen militärischer Natur. Viele Staaten scheinen bereit, die westliche Vorherrschaft zu verteidigen beziehungsweise wieder auszubauen – auch und gerade gegen Akteure wie China oder Russland….

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