Die 5 dümmsten Argumente zur Rechtfertigung von Trumps Venezuela-Intervention

Seit die Trump-Regierung angekündigt hat, dass sie die Legitimität der gewählten Regierung Venezuelas nicht mehr anerkennt, streite ich mit Leuten in den Sozialen Medien über diesen dreisten Putschversuch des Präsidenten. Die Menschen, die sich für Trumps Intervention einsetzen, sind fast ausschließlich Trump-Supporter. Linke und Anti-Krieg-Libertäre sind in dieser Frage mehr oder weniger auf meiner Seite, und die gewöhnlichen Mitte sitzt das lieber aus und murmelt nur ab und zu, dass sei eine Ablenkung von den Mueller-Ermittlungen.

Ich beteilige mich an dieser Debatte nicht weil mir das Streiten mit Fremden im Internet Spaß macht, sondern weil es mir hilft zu verstehen, welche Propaganda-Narrative quer durch das politische Spektrum verteilt werden. Nimmt man online eine Haltung ein, dann hat man schnell Leute, die sagen: „Meine Medien-Echokammer sagt mir, ich soll Ihnen da nicht zustimmen.“ Und dann erläutern sie, was man ihnen eingetrichtert hat.

Ich habe nicht ein einziges robustes Argument für Trumps Venezuela-Intervention gehört. Aber dafür habe ich eine ganze Menge wirklich dummer Argumente gehört. Hier sind die fünf absolut häufigsten und wahrlich idiotischsten:

1. “Sozialismus ist schlecht!“

Das ist mit Abstand das häufigste und dümmste Argument, das ich gehört habe. Ich kenne mich zu wenig mit den Pro-Trump-Experten aus um zu beschreiben, wie die MAGA-Menge es in ihre Köpfe bekam, dass ein Angriff auf Venezuela irgendwas mit dem Kampf gegen Sozialismus zu tun habe. Aber durch meine Interaktion während der letzten Tage ist klar, dass es das vorherrschende Narrativ ist, das in ihrem kollektiven Bewusstsein herumschwirrt. Meine meisten Argumente in dieser Frage verwandelten sich sofort oder nach kurzer Zeit in den Versuch, die Debatte über eine US-Intervention in ein weiteres südamerikanisches Land in eine Debatte über Sozialismus gegen Kapitalismus zu verwandeln.

Das ist natürlich absurd. Der Feldzug zum Sturz der venezolanischen Regierung hat nichts mit Sozialismus zu tun – es geht um Erdöl und regionale Vorherrschaft. Die USA haben Südamerika lange wie ihren persönlichen Vorratsschrank behandelt und jeden zerstört, der sich dagegen wehrte. Und die Tatsache, dass Venezuela die größten bestätigten Ölreserven aller Länder der Welt besitzt, macht es nur noch bedeutender. Ja, es stimmt, dass große Bereiche seiner Wirtschaft zentral geplant werden. Das bedeutet, dass es für die Konzernherrschaft schwieriger ist, Angriffspunkte für eine Manipulation zu finden. Das wiederum erklärt nur, warum die USA mit noch aggressiveren Mitteln angreifen, aber das entschuldigt nicht das aggressive Vorgehen. Venezuela gehört nicht zu den Vereinigten Staaten, und die Versuche zur Kontrolle, was mit seinen Rohstoffen, seiner Wirtschaft und seiner Regierung geschieht, sind eine obszöne Verletzung seiner nationalen Souveränität.

Den Versuch, eine ehrliche Debatte über den US-Interventionismus in eine Debatte über Sozialismus zu verwandeln, kann man mit Folgendem vergleichen: Deine Familie hat erfahren, dass deine Schwester vergewaltigt wurde. Und dann zankt man sich über das Für und Wider des Feminismus, anstatt sich auf das Verbrechen zu konzentrieren, das man gerade seinen Liebsten angetan hat.. Es spielt keine Rolle, welches Wirtschaftssystem Venezuela hat; der Umsturzversuch seiner Regierung ist nicht in Ordnung. Das Narrativ, dies hätte etwas mit der Verteidigung des Kapitalismus zu tun, ist nur eine Masche, mit der die Basis von Trump für eine weitere skrupellose Einmischung im Ausland an Bord gebracht werden soll.

2. “Das ist gar kein Interventionismus! Wir haben da keine Truppen.“

Oh doch, das ist Interventionismus. Verheerende Wirtschaftssanktionen, verdeckte CIA-Operationen, die illegale Besetzung von Botschaften und eine Kampagne zur Delegitimierung der gesamten Regierung eines Landes sind absolut…..

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