Die fragwürdige Ölgesellschaft hinter Syriens verborgenem Krieg von der niemand spricht

Ein ehemaliger CIA-Direktor, ehemaliger US-Vizepräsident, Banktycoon und Medienmogul sitzen im Vorstand einer Ölgesellschaft auf umstrittenem Land zwischen Israel und Syrien – sollte das nicht ein Diskussion Wert sein?

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Der blutige Konflikt in Syrien ist seit 2011 Gegenstand der globalen Aufmerksamkeit, da einige der wichtigsten Akteure der Welt weiterhin für ihre jeweiligen geopolitischen Interessen kämpfen.

Von den ersten Aufständen in Homs, den Schlachten in Aleppo bis zur Belagerung von Ghouta wurde dieser Krieg zu einer der am meist diskutierten Konflikten in den Medien.

Doch eine äußerst wichtige Region, die in den Konflikt verwickelt ist, hat es geschafft, sich dieser Aufmerksamkeit zu entziehen, und es überrascht nicht, wenn man sich genauer ansieht, was politisch und finanziell auf dem Spiel steht.

Die Golanhöhen sind ein umstrittenes Gebiet zwischen Syrien und Israel, das in der Mitte der beiden Länder liegt. Das Land wurde nach dem sechstägigen Krieg 1967 von Israel besetzt, das es dann 1981 annektierte, obwohl international nicht anerkannt. Syrien verlangt immer noch seine Rückkehr und verurteilt Israel dafür.

Jetzt wird es interessant da in dieser Region die Heimat riesiger Mengen an Öl und Gas ist, und die Handlung verdichtet sich bei näherer Betrachtung das ein Konzern von diesem großen Fund profitieren wird.

Genie Oil and Gas mit Sitz in den Vereinigten Staaten besitzt die Förderrechte für eine 153 Quadratkilometer große Region in dem umstrittenen Gebiet, während seine israelische Tochtergesellschaft Afek Oil and Gas das Unternehmen war, das die Entdeckung der riesigen Reserven aufdeckte, die “etwa 10 mal größer als der globale Durchschnitt” ist.

Allein die Tatsache ist schon fragwürdig, dass ein amerikanisches Unternehmen an der Förderung von Öl und Gas in so einem umstrittenen Gebiet beteiligt ist.

Mit renommierten Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Finanzen und Medien hat Genie Oil strategisch Schlüsselpersonen, die die Notwendigkeit westlicher Interventionen in ihren jeweiligen Sektoren fördern und gleichzeitig das Gespräch über die umstrittene Region aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit halten.

Rupert Murdoch

Gibt es einen effektiveren Weg, um öffentliche Unterstützung für den Beginn eines weiteren illegalen Krieges im Nahen Osten zu gewinnen, als wenn einer der einflussreichsten Medienmogule der Welt fast täglich die Kriegstrommel schlägt?

Murdochs Macht über englischsprachige Zeitungen, Verlage und Fernsehsender ist konkurrenzlos. Von BSkyB, The Times and The Sun in Großbritannien, dem FOX-Netzwerk mit FOX News, Dow Jones, The Wall Street Journal, New York Post und National Geographic in den USA bis hin zum Daily Telegraph und Herald Sun in Australien, um nur einige zu nennen, hat der 87-Jährige direkten Zugang zu den Köpfen von Millionen.

Interessanterweise ist er nicht nur ein Vorstandsmitglied, sondern auch ein Interessenvertreter. Ende 2010 schloss sich Murdoch mit Lord Jacob Rothschild zusammen, um eine 5,5%ige Beteiligung an dem Unternehmen im Wert von rund 11 Millionen Dollar zu erwerben.

Jacob Rothschild

Das ist richtig, Jacob Rothschild, dessen Bankendynastie die meisten Zentralbanken und Währungssysteme der Welt umfasst.

Er ist der jüngste Sohn von James Jacob de Rothschild, der Schirmherr der ersten Siedlung in Palästina war und Teile des Landes von osmanischen Vermietern kaufte, die heute das heutige Israel bilden. Seine Familie stand auch hinter der Balfour-Deklaration, die den Weg für die Gründung Israels ebnete.

Dick Cheney

Wenn es darum geht, politischen Einfluss zu nutzen, um große Ölverträge abzuschließen, müssen sie nicht weit suchen, es ist Dick Cheney.

Cheney war von 1995 bis 2000 Präsident und CEO von Halliburton, einem der weltweit größten Öl- und Gasunternehmen.

Im Jahr 2001 wurde er unter George W. Bush Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Bald darauf erhielt Halliburton zufällig einen 7 Milliarden Dollar Auftrag im Irak, für den es die einzige Ölgesellschaft war, die berücksichtigt wurde.

James Woolsey

Von 1993 bis 1995 Direktor der Central Intelligence Agency, behält Woolsey seine Macht über die Ölpolitik als Mitbegründer des United States Energy Security Council.

Bereits 2003 sprach Woolsey über die Notwendigkeit, “Druck” auf die nordafrikanischen und nahöstlichen Regime auszuüben, insbesondere auf Libyen und Syrien, die er als “Schurkenstaaten” bezeichnete.

Weitere Vorstandsmitglieder sind Larry Summers, Finanzminister während der Präsidentschaft von Bill Clinton und Direktor des National Economic Council für Barack Obama, und Bill Richardson, der der ehemalige US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Energieminister in der Clinton-Regierung und Mitglied des Council on Foreign Relations war.

Der derzeitige Präsident von Genies israelischer Tochtergesellschaft Afek Oil and Gas, die 2015 den riesigen Ölfund im Golan machte, ist Efraim Effi Eitam, ein ehemaliger israelischer Militärkommandant, der zur Vertreibung von Arabern aus Israel aufrief.

Die finanzielle und politische Bedeutung der Golanhöhen darf nicht unterschätzt werden – ebenso wie die Milliarden Dollar, die aus dem Öl und Gas gewonnen werden sollen. So ist der Konflikt in Syrien eine einzigartige Gelegenheit für Israel, sich in der Region stärker zu verankern.

Wenn solche Prominente auf einem Unternehmen mit beträchtlichem Land und Öl sitzen- das sowohl ein Eigeninteresse als auch einen Interessenkonflikt hat -, wird immer deutlicher, dass es im Krieg in Syrien mehr um die natürlichen Ressourcen der Region handelt als um die Bekämpfung des Terrorismus.

Genie hätte keine politischen Persönlichkeiten in seinem Strategischen Beirat, wenn es den diese nicht bräuchte um politische Fäden zu ziehen, und es hätte keine Medienvertreter, wenn es nicht öffentliche Unterstützung für eine weitere höchst fragwürdige Intervention bräuchte.

Dies ist eine sorgfältig ausgewählte All-Star-Besetzung mit einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz, wenn es darum geht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, die globale Politik zu ändern und Ölkontrakte auf ausländischem Boden abzuschließen. Dass dies trotz der Tatsache, dass es sich um einen so prominenten Grund für den andauernden Krieg in Syrien handelt, weitgehend unter dem Radar geblieben ist, beweist, dass der Plan immer noch läuft.

The shady oil company behind Syria’s hidden war

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