Erdogan zu Trump: Verlassen Sie jetzt Syrien bevor wir zuschlagen

Ankara warnte Washington davor, dass die Türkei gegen die kurdischen YPG-Milizen losschlagen wird, egal ob sich der US-Truppenabzug verzögern wird oder nicht.

Die Türkei hat gedroht, die syrisch-kurdische YPG-Miliz anzugreifen, wenn die Vereinigten Staaten ihren Truppenabzug aus dem Land verzögern, so The Guardian. Diese operiert im nördlichen und nordöstlichen Teil des Landes, an der Grenze zur Türkei und zum Irak.

https://i2.wp.com/www.zerohedge.com/sites/default/files/inline-images/syria%20map.jpeg?resize=417%2C383&ssl=1

„Wenn der Abzug mit lächerlichen Entschuldigungen, wie die Türken würden Kurden massakrieren, verschoben wird, was die Realität nicht widerspiegelt, werden wir diese Entscheidung umsetzen“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu in Bezug auf seine Drohung, eine militärische Operation im kurdisch kontrollierten Syrien zu starten. Dabei kämen aber auch jene US-Soldaten in Gefahr, die im syrischen Kurdengebiet aktiv sind.

In einem Gespräch mit dem Fernsehsender NTV sagte Çavuşoğlu, es sei nicht realistisch anzunehmen, dass die Vereinigten Staaten Waffen zurückerhalten könnten, die sie der YPG gegeben habe, die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan als terroristische Gruppe betrachtet.

Türkische Beamte hatten diese Woche ein angespanntes Treffen mit John Bolton, dem nationalen Sicherheitsberater von Trump, in Ankara, der darauf abzielte, den Rückzugsprozess zu koordinieren.

Erdoğan – der den Rückzugsplan begrüßt hat – warf Bolton einen „schweren Fehlers“ vor, indem er Ankara aufforderte, die Sicherheit der kurdischen Kämpfer zu gewährleisten, bevor Washington seine Truppen abzieht.

US-Außenminister Mike Pompeo, der sich auf regionaler Tournee befindet, sagte am Mittwoch auch, die Türkei habe sich verpflichtet, die kurdischen Alliierten Washingtons zu schützen, die gegen den Islamischen Staat in Syrien kämpfen.

Die Vereinigten Staaten haben eng mit der Miliz der syrischen kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) zusammengearbeitet, die Ankara als „terroristischen Ableger“ der Kurdistan Arbeiterpartei (PKK) ansieht, berichtet The Guardian. Die PKK hat seit 1984 geschworen, gegen den türkischen Staat zu kämpfen.

„Wir sind auf dem Feld und am Tisch fest entschlossen … Wir werden über den Zeitpunkt entscheiden, und wir werden von niemandem die Erlaubnis benötigen“, sagte Çavuşoğlu über den Angriffsplan und fügte hinzu, dass verschiedene Beamte der Trump-Regierung versucht hätten, Trump vom Pullout-Plan abzuhalten. Dabei wurden immer wieder „Entschuldigungen“ vorgebracht, wie zum Beispiel, dass die Türkei die Kurden massakrieren würde.

Çavuşoğlu fügte hinzu, die Türkei werde gegen die YPG kämpfen, ob die USA sich aus Syrien zurückziehen oder nicht, und dass er und Pompeo am Donnerstag telefonisch darüber sprechen würden.

Kommentare sind geschlossen.