Weltpolizist? Weltterrorist!

Die USA „können nicht mehr Weltpolizist sein“, sagte Donald Trump. „Wir möchten nicht mehr von Ländern ausgenutzt werden, die uns und unser unglaubliches Militär nutzen, um sich zu schützen… Wir sind auf der ganzen Welt verteilt. Wir sind in Ländern, von denen die meisten Menschen noch nicht einmal gehört haben. Ehrlich gesagt, es ist lächerlich.“

Bild könnte enthalten: 1 Person, TextBild: U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Christopher Gordon/Released [Public domain], via Wikimedia Commons

Welch ein Segen für die Menschheit wäre es, wenn Trump die Rolle der USA als „Weltpolizei“ beenden würde. Das wird das Imperium aber nicht zulassen. Ob Trump es verstanden hat oder nicht, die USA haben 800 bis 1000 Militärstationen auf dem ganzen Erdball, Flugzeugträger auf den Weltmeeren und Russland und China eingekreist, um ihre Weltherrschaft abzusichern. Sie führen Handelskriege, verdeckte Kriege, Drohnenkriege und Bombenkriege um Rohstoffe und Absatzmärkte. Die USA haben nach dem zweiten Weltkrieg eine Blutspur um den ganzen Erdball mit schätzungsweise 20 bis 30 Millionen Toten gezogen und sind der „Weltterrorist“.

Es ist daher nur noch zum Weinen, wenn die westliche Staatengemeinschaft befürchtet, der Terrorismus würde wieder zunehmen, wenn die USA ihre Truppen aus Syrien abziehen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Nur wenn die „westliche Wertegemeinschaft“ aufhört, andere Länder zu kolonisieren, auszubeuten und mit Kriegen zu überziehen, wird der Terrorismus besiegt werden. Voraussetzung ist, dass die USA und die westlichen Staaten begreifen, dass die von ihnen geführten Kriege mit Millionen Toten der Terrorismus sind, unter dem die Menschheit leidet. Und dass der verstorbene Schauspieler Peter Ustinov Recht hatte: „Der Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen.“

„Weltpolizei“ kann nur die Uno sein, die, wie es bei der Gründung einmal vorgesehen war, über Polizeikräfte verfügen würde, die weltweit eingesetzt werden könnten. Auch dann, wenn die USA auf die Idee kommen, ein Land anzugreifen. Man erkennt: Weltweite Abrüstung, vor allem der Supermächte, ist die Voraussetzung der Gründung einer „Weltpolizei“.

Oskar Lafontaine

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